Das ewige Imperium

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Das ewige Imperium
Topolino e l'impero sottozero
Erstveröffentlichung: 24.02.2015
Entstehungsdatum:
Storycode: I TL 3092-2P
Storycode Prolog: I TL 3091-5
Story: Casty
Zeichnungen: Casty
Seiten: 104 + 5 Seiten Prolog
Deutsche Übersetzung: ?
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB Maus-Edition 8
Weiterführendes
Liste aller Comicgeschichten von Casty
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Das ewige Imperium

beim I.N.D.U.C.K.S.
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Der Prolog

beim I.N.D.U.C.K.S.


Das ewige Imperium (Original Topolino e l'impero sottozero) ist eine Comicgeschichte von Casty. In dieser Geschichte müssen Micky und Atömchen gegen einen diktatorischen Staat kämpfen, der versucht, dank der Technik des sagenumwobenen Agartha die Welt zu erobern. Das ewige Imperium gilt bei vielen als eine der besten Geschichten Castys und sogar als eine der besten Maus-Geschichten überhaupt.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Elis bzw. Tabea in Schwierigkeiten (© Egmont Ehapa)

Prolog: Der Fünferrat der Minister Frostaniens besucht eine eiskalte und mysteriöse Höhle mitten in der Wüste. Dort stoßen sie nicht nur auf wertvolle und langersehnte Kristalle, sondern auch auf mehrere furchterregende unbekannte Wesen…

Der Winter 1708/1709 war einer der härtesten der neueren Geschichte. Ein ungewöhnlich eisiger Wind fegte von Asien kommend über ganz Europa und ließ sogar die Lagunen in Venedig gefrieren. Doch ebenso plötzlich, wie die Eiseskälte begann, endete sie auch wieder. Der Grund: Bis heute unbekannt… 300 Jahre später. Micky ist mit Atömchen und Samuel Spinnweb auf Besuch im winterlichen Moskau. Beim Schlittschuhlaufen begegnen sie einer hübschen Eiskunstläuferin namens Elis, mit der sich Atömchen gleich anfreundet. Doch Elis und ihr Onkel Ulian scheinen in Schwierigkeiten zu stecken, denn sie werden von allen möglichen Gestalten verfolgt und schließlich wird das Mädchen sogar entführt! Sie schafft es gerade noch so, ihren neuen Freunden eine mysteriöse Phiole zuzustecken, sehr zum Missfallen der Regierung Frostaniens in Zerograd. Micky, Atömchen, Spinnweb und Ulian hingegen schaffen es, zu entkommen und Ulian erklärt, warum die Frostanier hinter Elis, die eigentlich Tabea heißt, her sind: Sie weiß, wo sich das legendäre Agartha befindet und die Diktatoren würden sich nur zu gerne der fortschrittlichen Technik des sagenumwobenen Landes bemächtigen! Doch nun müssen die drei Freunde und Ulian sich trennen. In der Hast des Abschiedes passiert Spinnweb jedoch ein schlimmes Versehen: Er gibt Ulian nicht Elis' seltsame Phiole, sondern behält sie erst einmal unwissentlich bei sich. Doch nun zurück zu Tabea, denn die ist fest in den Händen der Frostanier. Dort begegnet sie dem Fürsten Drageo, eine neue Macht im diktatorischen Staat neben dem Fünferrat, und der Fünferrat ist schon zu einem Dreierrat geworden, denn wenn Drageo mit einem Minister nicht zufrieden ist, schreckt er vor nichts zurück – zwei mussten schon dran glauben…

Zerograd, graue Hauptstadt der Militärdiktatur (© Egmont Ehapa)

Micky, Atömchen und Spinnweb sind nun also auf dem Weg nach Frostanien, um Tabea zu befreien. Dort lernen sie die Militärdiktatur in ihrer ganzen Härte kennen, von fliehenden verzweifelten Bewohnern bis hin zu größenwahnsinnigen Militärparaden. Sie schaffen es dank Atömchen tatsächlich, in das Ministerium einzudringen und Tabea zu erreichen. Doch dort gelangen sie in einen Hinterhalt, aus dem sie sich nicht mehr befreien können. Sogar Atömchen wird außer Gefecht gesetzt, da der mysteriöse Fürst Drageo es schafft, ihn auf den absoluten Nullpunkt herunterzukühlen und so zu erkälten. Nun haben die Frostanier oder vor allem Drageo das, wonach sie schon so lange suchen: die Phiole. Dank des in ihr enthaltenen Wassers schafft der Fürst es, sich zu erinnern: Er kommt aus Agartha und weiß nun auch wieder, wo es liegt. Einstmals war Agartha von Geschöpfen aus Eis wie ihm bewohnt, den Kryonen oder Hyperboreenern, die nur in den Eiszeiten zum Leben erwachten und ansonsten in einen tiefen Schlaf verfielen, in den sie von der sogenannten Wächterin des Schlafs gerufen werden. Und diese Wächterin des Schlafs ist Tabea!

Die Menschen machen den Kryonen das Leben schwer und verleiten Drageo dazu, die Kryokanone zu bauen, um eine neue Eiszeit herbeizuführen und so den neuen Bewohnern der Erde nicht schutzlos ausgeliefert zu sein (© Egmont Ehapa)

Doch die letzte Eiszeit war eine schwierige, denn die Menschen tauchten auf, intelligente Wesen, die sowohl in der Wärme als auch in der Kälte überleben können. Die Kryonen kämpften gegen sie, um ihr Reich zu verteidigen, doch als sie am Ende der Eiszeit zum Schlafen gerufen wurden, waren die Menschen noch immer da und sie wussten, sie würden den Kampf verlieren. Doch Drageo schaffte es, zu widerstehen. Und er wollte sich an den Menschen rächen. Er arbeitete über Jahrhunderte und Jahrtausende, bis er eine riesige Maschine geschaffen hatte, mit der er die Eiszeit für immer auf die Erde zurückkehren lassen konnte. Als er sie im Jahre 1708 in Gang setzte, kehrte die Eiszeit zurück. Doch davon erwachte Tabea, die Wächterin des Schlafs. Sie schaltete die Kanone ab und begab sich auf die Suche nach Drageo. Der war von der plötzlich zurückkehrenden Wärme überrascht worden und zog sich in eine kühle Höhle in der Wüste zurück. Dort spürte Tabea ihn auf und sie beschloss, ihm die Erinnerung an Agartha zu nehmen, um die Welt vor ihm zu beschützen… Drei Jahrhunderte später wurde der Fürst dann jedoch von den Frostaniern entdeckt. Sie nahmen ihm auf und die Minister erkannten die Chance, die sein Wissen ihnen brachte. Sie verbündeten sich und während die Frostanier anhand Drageos Wissen ihre Armee stetig vergrößerten und die Weltherrschaft anstrebten, begab der Fürst sich auf die Suche nach seinen Erinnerungen, um Agartha wiederzufinden und sich endlich zu rächen… Währenddessen wurde Tabea zufällig von Ulian, einem Bewohner des kleinen Himalayadorfes Baluar, gefunden. Dank ihrer Fähigkeiten im Umgang mit dem Eis unterstützte sie das Dorf, doch nun wurde sie entführt…

Dank solcher Tricks vollendet die Ministerin die Arbeit Drageos und macht sich zur einzigen Ministerin und somit höchsten Macht Frostaniens neben dem Fürsten (© Egmont Ehapa)

Mittlerweile befinden sie sich alle in einer riesigen Kriegsmaschine, die sie nach Agartha transportiert. Dank der Eiskraft des Fürsten und der Intrigen der perfidesten der fünf Minister ist der Ministerrat nun zu einer einzigen Ministerin zusammengeschrumpft, die zusammen mit Drageo die Weltherrschaft anstrebt. Atömchen jedoch erholt sich langsam und plötzlich erwachen seine Fähigkeiten wieder zum Leben! Doch er kann sie noch nicht kontrollieren und so katapultiert er Spinnweb, Micky, Tabea und sich hinaus in die zerklüfteten Weiten des Himalayas! Sehr zur Freude der Ministerin, denn nun sind alle Störenfriede einschließlich der mächtigen Tabea beseitigt… Doch sie kann in den eisigen Stürmen des Gebirges überleben – ganz im Gegensatz zu ihren drei Freunden, die nun ihrem dunklen Schicksal entgegenblicken.

Eines der alten Tiere der Kryonen, die Tabea dank ihrer Macht aus dem Schlaf erwecken kann (© Egmont Ehapa)

Doch Tabea hat noch ein Ass in der Tasche, denn ganz in der Nähe erspürt sie eines der phantastischen Wesen, die zu den Eiszeiten zusammen mit den Kryonen die Erde bevölkerten. Genauso wie sie wurden sie jedoch mit Beginn der Warmzeit eingeschläfert. Doch als Wächterin des Schlafs besitzt Tabea natürlich die Macht, sie aufzuwecken und so lässt sie eine Art fliegendes Einhorn erwachen! Mit dem fliegen die Freunde nach Baluar. Das Dorf ist mittlerweile in einer schlimmen Lage, denn es liegt auf dem Weg nach Agartha und die Armee Frostaniens steht vor seinen Toren. Die Bewohner verteidigen es mit allem was sie haben, doch gegen die schiere Übermacht des Militärstaates haben sie schlicht keine Chance. Sogar Atömchen kann wenig gegen die gigantischen Kriegsmaschinen ausrichten und so stehen Fürst Drageo und seine nun alleinige Ministerin vor dem majestätischen Tor des alten Weltreichs!

…und Drageo und die Ministerin ziehen in Agartha ein! (© Egmont Ehapa)

Sie gelangen in den unglaublichen, gigantischen Ort, der natürlich vor allem die Menschen schwer beeindruckt, allen voran die Ministerin, die sich neben Drageo, dem künftigen Herrscher der Welt, bereits als Herrscherin der Unterwelt und somit auch dieses Ortes träumt. Doch momentan hat Drageo nur eines im Sinne: Endlich seine Kryokanone in Gang setzen und eine neue Eiszeit beginnen lassen! Das tut er auch und schlagartig fegt ein eisiger Wind der die ganze Welt. Auf der ganzen Welt wird es plötzlich eiskalter Winter, sogar dort, wo vorher Hochsommer war, sogar dort, wo nie Winter ist. Drageo scheint gewonnen zu haben…

Neue Eiszeit auf der ganzen Welt! (© Egmont Ehapa)

Doch Tabea, Micky und Atömchen sind ihm gefolgt. Während Atömchen Drageo in Schach hält, begeben sich Tabea und Micky zur Kryokanone und zerstören sie! Dann geht Tabea zu Drageo und stellt ihn. Dabei gibt sie ihm seine letzte verlorene Erinnerung zurück: Seine Liebe zu ihr. Die beiden waren bei der letzten Eiszeit ein Paar und wollten heiraten, als das Ende der Kälte einsetzte. Drageo fürchtete um seine Geliebte, die er schutzlos den Menschen ausgesetzt ah – das war der eigentliche Grund dafür, dass er diese in Schach halten wollte. Als Tabea ihn nach dem gescheiterten Experiment in der Höhle fand, nahm sie ihm daher auch die Erinnerung an seine Liebe, da diese der Grund für den Hass war. Doch ihr Fehler war, dass sie ihm nicht den eigentlichen Hass nahm und so erstand Drageo mit nur seinem Hass ohne die Liebe und wurde zu dem gefährlichen Fürsten, der er nun war. Sie erklärt ihm, dass die Warmzeit die Zeit der Menschen ist und dass das von der Natur so gewollt sei. Doch nun hat er verstanden, er erinnert sich wieder und stellt sich auf die Seite der Freunde. Die Frostanier, allen voran die verdutzte Ministerin, werden vertrieben und dann naht auch schon die Stunde des Abschiedes, denn Micky und seine Freunde müssen zurück in ihre Welt, während Tabea und Drageo zusammen mit ihrem Gefolge und ihrem Reich wieder in den langen Schlaf zurückmüssen. So verabschieden die neuen Freunde sich, Agartha wird wieder versiegelt und Micky, Atömchen und Spinnweb kehren nach Entenhausen zurück, wo natürlich gerade große Aufregung wegen der plötzlichen Eiszeit herrscht, die nun so schnell wieder verschwunden ist wie sie gekommen war, und sind schon bereit, sich ins nächste Abenteuer zu stürzen!

Hintergrund[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

Die Geschichte galt gleich nach ihrer Veröffentlichung in Italien als eine der besten Geschichten Castys. Sie wurde sowohl in Bezug auf die Story, die durch die Verflechtung verschiedenster historischer und mythologischer Elemente, die Dramatik und die tiefe und glaubwürdige Charakterisierung vieler auch neuer Figuren heraussticht, als auch auf die Zeichnungen, die sehr reich an Details und ausdrucksstark sind. Das ewige Imperium wurde also von Anfang an sehr gut rezipiert und ist noch heute bei Fans sehr beliebt, so belegt sie beispielsweise bei den Inducks-Rankings den 42. Platz (Stand Juli 2021)[1] und ist somit die am besten bewertete Geschichte eines noch aktiven Autoren.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Grundidee kam Casty beim Schauen des Vorspanns der Zeichentrickserie Nausicaa. Es beeindruckte ihn, wie in dieser Serie in vier Minuten eine erschreckende und gleichzeitig faszinierende Geschichte erzählt wird. Er hat schließlich das selbe versucht, indem er Samuel Spinnweb in der Geschichte in wenigen Panels die Geschichte Agarthas erzählen lässt. Von dort aus hat er dann ein episches Monumentalwerk geschaffen, mit der Idee, ein „modernes Märchen“ zu machen (mit Prinz, Prinzessin, magischen Tieren…), wobei er sich vor allem auf das Thema der Freundschaft konzentrieren wollte, aber auch darauf, dass es bei Konflikten auf beiden Seiten „gut und böse“ gebe und dass man auch das Böse in Gutes umwandeln könne.[2]

Im Laufe der Entstehung des Werkes entwickelte Casty eine ganze Reihe von Nebenhandlungen, die ursprünglich Teil der Geschichte sein sollten, dann aber verworfen wurden. Beispielsweise geht es in einer von ihnen um die junge Ministerin, die schon als Kind davon träumte, Alleinherrscherin zu werden und sich einen Hofstaat aus Schneemännern baute, den sie unterdrückte… Diesen Teil ließ Casty jedoch weg, da er seiner Meinung nach unnötig sei und von der Handlung ablenke. Er würde die verworfenen Ideen gerne in neuen Geschichten oder einer alternativen Version dieser Geschichte verwerten, meint aber, dass diese dann nie die gleiche Wirkung wie die richtige Geschichte hätten.[2]

Historischer Hintergrund[Bearbeiten]

Wie bereits erwähnt, werden in der Geschichte einige historische und mythologische Elemente verwoben. Eingeleitet wird das Werk von einem Bericht über den kalten Winter 1708/1709. Dieser Winter war tatsächlich ein außergewöhnlich kalter und wird als Jahrtausendwinter 1708/1709 bezeichnet. Die Ursache für diesen ungewöhnlich kalten Winter ist nicht genau bekannt, vermutet werden eine Vielzahl an Faktoren (eine Kryokanone zählt da allerdings eher zu den unwahrscheinlicheren). Jedenfalls handelt es sich um den kältesten Winter in den letzten 500 Jahren, die Temperaturen sanken sogar in eher warmen Regionen unter den Nullpunkt und einige Länder hatten in der Folge mit großen Hungersnöten und anderen Problemen zu kämpfen. Die Beschreibung dieses Winters in der Geschichte ist historisch korrekt, so wird etwa erwähnt, dass die Lagune in Venedig gefror, was historisch dokumentiert ist.

Das ewige Imperium 12.jpeg
Gefrorene Lagunen in Venedig.jpeg
Der große Winter von 1708/1709. Die gefrorene Lagune von Venedig in Das ewige Imperium (links) und auf einem Bild aus dem 18. Jahrhundert (rechts)
Die Legende von Agartha! (© Egmont Ehapa)

Auch bei Agartha handelt es sich nicht um ein Hirngespinst Castys, sondern um einen mythologischen Ort, der eine Art Weltzentrum darstellen soll. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde der Ort mehrfach in verschiedenen Büchern vor allem französischer Autoren erwähnt und als altes mächtiges Reich in Asien vorgestellt. 1924 behauptete dann der Abenteurer Ferdinand Ossendowski, in Zentralasien gewesen zu sein und dort zahlreiche mongolische Legenden über ein geheimnisvolles unterirdisches Reich namens Agartha gehört zu haben. Laut Ossendowski existiert das Reich immer noch und wird von einem „König der Welt“ regiert, der mit allen bedeutsamen Menschen wie Herrschern oder Priestern in Verbindung steht und im Geheimen die Welt regiert. Ossendowskis Theorie wurde allerdings von Anfang an scharf angegriffen, dennoch fand sie schnell Verbreitung und ist heute in der Esoterik und im Okkultismus eine beliebte Annahme. Wissenschaftlich ist heute klar, dass Ossendowski die beschriebene Reise nicht gemacht hat, sondern den Mythos aus einer älteren Version von Saint-Yves d'Alveydre abgekupfert hat. Es ist dennoch denkbar, dass sich in Ossendowskis Erzählung einige Kernelemente verbergen, die tatsächlich der tibetischen oder mythologischen Mythologie entspringt, denn es bestehen Ähnlichkeiten zu weiteren Tibetmythen wie den um Shangri-La.[3]

Mit Agartha griff Casty also einen sagenumwobenen Ort auf, der seine spezifische Ausprägung in der Phantasie einiger Europäer erfahren hat, und verwendet einige bekannte Elemente wie die Lage im Himalaya oder die besondere Macht seiner Bewohner, allerdings lässt er auch bewusst die Verschwörungstheorien, mit denen der Ort teilweise in Verbindung gebracht wird, weg. Für die Bewohner Agarthas ließ Casty sich von diversen Höhlenmalereien inspirieren.[2]

Nebenbei versucht Casty noch, in dieser Geschichte den Yeti-Mythos zu erklären. In Das ewige Imperium heißt es, Drageo habe bei seinem Feldzug gegen die Menschen eine Menge Kämpfer an seiner Seite gehabt, sogenannte Monos. Als Tabea die Kryokanone ausschaltet und es schlagartig wieder warm wird, schaffen einige es, sich mit Drageo in der kühlen Höhle zu verstecken, andere schmelzen einfach, doch wieder anderen gelingt die Flucht in das kalte Himalaya, wo sie seitdem herumirren…

Tod[Bearbeiten]

Eine wahre Seltenheit im Disney-Comic: Drageo scheint die Minister tatsächlich zu töten! (© Egmont Ehapa)

Diese Geschichte hat eine weitere große Besonderheit: die Darstellung des Todes. Diese ist nämlich eigentlich seit jeher ein Tabu in Disney-Comics – dennoch zeigt Casty hier explizit, wie Fürst Drageo drei der fünf Minister vereist und somit aus dem Weg schafft. Dazu sagt Casty:

„Se sei piccolo: no no, li stanno scongelando col phon.
Se sei grande: ah ah sì, sono schiattati 🙂“
„Wenn Sie klein sind: Nein, nein, sie werden mit einem Fön aufgetaut.
Wenn Sie groß sind: Ah ja, sie sind tot 🙂“
[2]

Er lässt also die Möglichkeit offen, dass die Minister wieder aufgetaut werden können, für die Geschichte ist es aber tatsächlich logischer, dass sie wirklich tot sind. Somit handelt es sich bei Das ewige Imperium um eine der ganz seltenen Geschichten, in denen das Verbot der Darstellung des Todes umgangen wird.

Figuren[Bearbeiten]

Tabea und Drageo, zwei neue und hochkomplexe Figuren… (© Egmont Ehapa)

Die Geschichte fällt auch durch die besondere Verwendung der Figuren auf, sowohl der bekannten, als auch der neuen, die teilweise eine enorme charakterliche Tiefe bekommen. Anstatt dass Micky der alleinige Held ist, gesellen sich zu ihm noch Atömchen und die neue Figur Tabea, die Casty allerdings bereits in dieser einzigen Geschichte charakterlich stark vertieft und somit glaubwürdig macht. Eine besondere Figur ist auch Fürst Drageo, der erst einmal als Böser auftritt, vor allem am Ende jedoch eine sehr starke Verwandlung durchmacht und zu einer sehr komplexen, auf jeden Fall aber nicht „bösen“ Figur wird. Diesen Platz nimmt die Ministerin Frostaniens ein, die durch ihre Perfidie, ihre Hinterhältigkeit, ihre Intrigen und ihre Skrupellosigkeit einen Bösewicht der besonderen Klasse darstellt. Eine besondere Figur ist schließlich auch noch der Archäologe Samuel Spinnweb, der aus Romano Scarpas Micky auf den Spuren der Indianer aus LTB 67 stammt. Auffällig ist auch, dass die Figuren teilweise für Disney-Comics untypisch sehr menschenähnlich sind, vor allem die Kryonen weisen gar keine tierischen Merkmale auf, was Casty damit begründet, dass es sich bei ihnen um eine andere „Rasse“ handele.[2]

Frostanien[Bearbeiten]

Die Militärmacht Frostanien auf dem Weg nach Agartha (© Egmont Ehapa)

Mit der Zentralrepublik Frostanien schafft Casty eine Militärdiktatur, die an zahlreiche reale autoritäre Staaten angelehnt ist. Es ist nicht das erste Mal, dass ein solcher Staat für den Disney-Comic kreiert wird, ein bekanntes Beispiel ist das Land Brutopien, das in Duck-Comics auftaucht. Im Gegensatz zu Brutopien ist Frostanien jedoch explizit nicht an die Sowjetunion oder Russland als Ganzes angelehnt, da sich Micky und Atömchen zu Beginn der Geschichte in Moskau befinden und das eindeutig nicht in Frostanien liegt. Das Land liegt in Asien und hat ein überwiegend raues und kühles Klima, allerdings ist es sehr groß und hat auch heiße und trockene Wüsten. Casty hat absichtlich keine genauen Angaben zur Lage gemacht, allerdings sagte er später in einem Interview, es sei ziemlich offensichtlich, dass es sich um eine ehemalige Sowjetrepublik handele.[2] Regiert wird es anfangs von einem Fünferrat, der vor allem dank seiner Militärmacht die Bevölkerung unterdrückt (daher fliehen regelmäßig Bewohner…) und eine Weltherrschaft anstrebt. Dieser Fünferrat schrumpft im Laufe der Geschichte jedoch zusammen, am Ende steht nur noch die perfide Ministerin an der Spitze des Landes. Am Ende der Geschichte kann die dann auch noch mehr oder weniger unbehelligt in ihr Land zurück und die Schreckensherrschaft fortführen, was Casty damit begründet, dass das Ende ganz den Freunden gehöre.[2]

Trivia[Bearbeiten]

  • Die für Casty am schwierigsten zu zeichnende Seite der Geschichte war die 106. Seite, die Seite des Abschieds, die er immer und immer wieder zeichnen musste, um die richtigen Gesichtsausdrücke zu finden.[2]
  • Beim Einsetzen des Winters sieht man kurz dasselbe Paar am Strand, das auch bei den ungewöhnlichen Wettervorkommnissen in In der vierten Dimension zu sehen war.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Auf Deutsch ist die Geschichte bisher nur in LTB Maus-Edition 8 veröffentlicht worden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Top 100 im Inducks
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Interview mit Casty zur Geschichte bei La Tana del Sollazzo (2015, auf Italienisch)
  3. Martin Brauen: Traumwelt Tibet – Westliche Trugbilder (Verlag Paul Haupt: Bern/Stuttgart/Wien), S. 67–69.