Der Fall XYZ

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Der Fall XYZ
Topolino e i casi „X“ „Y“ „Z“
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 1962
Entstehungsdatum: 1962
Storycode: I TL 358-AP
Story: Abramo Barosso (Plot), Giampaolo Barosso (Skript)
Zeichnungen: Giovan Battista Carpi
Seiten: 64
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 2
Weiterführendes

link= I TL 358-AP Infos zu Der Fall XYZ beim Inducks


Der Fall XYZ ist eine Comicgeschichte von Abramo Barosso (Plot), Giampaolo Barosso (Skript) und Giovan Battista Carpi (Zeichnung), die von drei von Micky Maus gelösten Kriminalfällen handelt. Diese drei Geschichten sind „lose verknüpft“.[1]

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Fall X[Bearbeiten]

Goofy und Micky treffen sich, um Gamma am Bahnhof Entenhausen abzuholen, der mittlerweile Professor am Raumfahrtzentrum ist. Als Goofy Gammas Koffer tragen will, kann er ihn nicht aufheben, da Gamma vergessen hat, die Diebstahlsicherung abzustellen. Fips ist leider nicht dabei, da er aufgrund eines Nervenzusammenbruchs in der Klinik ist. Gamma, der im Urlaub bei Micky wohnt, hat Geschenke dabei: Rollschuhe für Mack und Muck und für Micky einen Kanister Super-Spezialbenzin, bei dem ein Liter für 10.000 Kilometer reicht. Inzwischen kommen drei Herren zu Mister X, die in dessen Auftrag Gamma entführen sollen: er möchte Unterlagen über dessen kosmischen Strahlenmotor haben. Die drei verkleiden sich als Bettler, Straßenreiniger und Telefonarbeiter, um Gamma zu beschatten. Als Micky und Minni ins Entenhausener Kino gehen, bleibt Gamma zu Hause, weil er zu müde ist, so brechen die drei ein, betäuben Gamma mit Chloroform und entführen ihn. Am nächsten Morgen fällt Micky das Verschwinden auf und geht zu Kommissar Hunter, der sogleich auf eine Entführung tippt..

Sie befragen den Direktor des Raumfahrtzentrums über die Tätigkeiten Gammas und erfahren, dass Gamma an einem streng geheimen Projekt über einen von kosmischen Strahlen angetriebenen Motors arbeitet. Auf dem Nachhauseweg treffen sie einen Passanten, den Micky als den Telefonarbeiter erkennt, der am Tag zuvor bei ihm war. Sie folgen ihm und sehen, dass er in eine einsam gelegene Villa – die Villa Urania – verschwindet. In der Nacht brechen sie ein und bemerken eine Schnur über den Weg, die einen Schuss lösen soll. Sie setzen den Wächter außer Gefecht. Gleichzeitig versucht ein Hypnotiseur, Gamma zu hypnotisieren, damit Mister X Fragen stellen kann. So spricht Gamma über die Geschichte von Kraftmaschinen: über Wind- und Wasserräder, Dampfmaschine, Verbrennungsmotoren, Düsentriebwerke und Turbinen. Micky und Goofy werden von einem weiteren Wächter gefasst und zu Mister X geführt, der die Befragung weiterführt. Goofy ruft, er soll Gamma zufriedenlassen und springt ihm auf den Fuß. Der Hypnotiseur kommt angelaufen, um alle zu hypnotisieren, doch der an einem Sessel gefesselte Micky stellt ihm ein Bein. Der Lärm weckst Gamma aus der Hypnose und stützt sich mitsamt seinem Stuhl ins Getümmel. Alle sind gefasst, nur Mister X kann entkommen. Auf der Fahndung bemerken sie, dass Fußspuren von Mister X vor dem Raumfahrtzentrum zu finden sind und durchsuchen es.

Goofy findet in der Post ein Päckchen für Micky mit Gamma als Absender und gibt es Micky. Gamma kommt mit Fips, der aus der Klinik entlassen ist, um Fips auf die Fährte zu setzen. Sie öffnen das Päckchen, nachdem Fips es als ungefährlich erkannt hat und finden darin die gesuchten Schuhe. Fips schnuppert daran und geht auf Professor Putzmann zu, der seine Pistole auf Gamma richtet. Nachdem er den herbeigerannten Fips wegstößt, kommt Goofy und überwältigt Professor Putzmann. Danach fahren alle auf eine Kreuzfahrt in die Karibik.

Fall Y[Bearbeiten]

Auf der Kreuzfahrt langweilt sich Micky, Gamma fühlt sich jedoch sehr wohl, indem er den Krimi „Tod durch Sprechfunk“ liest. Goofy ist aufgeregt, da er meint, Piraten gesehen zu haben, doch auf der Linse seines Fernrohrs war ein Fleck. Beim Kostümfest am Abend verkleiden sich Goofy, Micky und Minni als Seeräuber, jedoch erhält Gamma den ersten Preis für ein „Kostüm als vorgeschichtlicher Mensch“ – er hat vergessen, sich zu vergleichen. Mitten im Tanz findet ein gewaltiger Schlag statt, über den Lautsprecher wird als Grund Unpässlichkeit des Steuermanns genannt, doch Goofy tippt auf Seeräuber. Am nächsten Morgen will Micky Goofy aufsuchen, doch er ist nicht in seinem Bett. Er will an Deck, doch das Betreten des Decks ist wegen dringender Ausbesserungsarbeiten verboten. Micky wird misstrauisch und findet Gamma seekrank vor, er würde Naphthalin benötigen. Daher sucht Micky wieder den Matrosen auf und wird einen Stock tiefer zum Schiffsarzt geschickt. Er will durch die Nottreppe auf das Sonnendeck, wird jedoch entdeckt und eingesperrt. Dort trifft er auf Goofy, der bereits in seinem Horoskop gelesen hat, dass ein großes Abenteuer auf ihn warte. Kurz darauf wird der Kapitän gefangen, der meint, dass die Seeräuber anfangs als Touristen getarnt waren.

Der Kapitän ist in Sorge, da an Bord die Maharani von Muslore sei, die Schmuck von unermesslichem Wert im Safe der Kapitänskajüte lagern ließ, der jedoch von einem geheimnisvollen Mister Y geknackt wurde. Währenddessen geht Gamma auf das Deck, um Luft zu schnappen, wo er Minni trifft. Der Kellner weist sie auf die Schließung des Decks hin, woraufhin Gamma einen Ball fallen lässt, sich schwindlig stellt und den Kellner um das Aufheben des Balls bittet. Doch der Ball ist aus Plumbumran, einem sehr schweren Element, das nur Gamma heben kann. Minni geht zum Kapitän und Gamma wird währenddessen gefangen. Minni trifft in der Kapitänskajüte auf Kater Karlo, der das Schiff befehligt und sofort nach Micky suchen lässt. Als er erfährt, dass Micky und seine Freunde bereits in dessen Hände sind, befiehlt er, dass diejenigen, die ihm nichts davon mittgeteilt haben, drei Monate keinen Nachtisch erhalten sollen.

Nach mehreren Stunden, gegen Abend, erhalten die Gefangenen das Essen: Schweinekoteletts. Goofy, Micky und Gamma überwältigen die beiden, die das Essen gebracht haben und gelangen zum Funkgerät, über das sie SOS geben können, bevor die Verbindung abbricht. Kater Karlo meldet sich über Lautsprecher und droht, Minni über Bord zu werfen, wenn sich Micky und seine Kumpanen nicht ergeben würden, so sind sie erneut gefangen. Aus Dingen in Gammas Hose, etwa einer durchgebrannten Glühbirne sowie einem Besen als Antenne bauen sie ein provisorisches Funkgerät, mit dem sie jedoch nur senden können. Kurz darauf stoppt die M. S. Stella auf hoher Schiff und ein Schiff der Seeräuber nähert sich, um die Juwelen zu übernehmen. Genau im Moment, als die Piraten auf das zweite Schiff wechseln, kommen zwei Polizeiboote und führen Kater Karlo und seine Bande ab.

Fall Z[Bearbeiten]

Micky, Goofy und Gamma fahren ins Gebirge zum Angeln an einen Bergsee. Gamma führt eine seiner Erfindungen vor: ein vollelektronisches Fanggerät, mit dem er die meisten Fische fängt, doch Goofy fängt nur alte Dosen und Stiefel. Am nächsten Tag legt Goofy ein Brett als Sprungbrett aus dem Fenster und springt ins Wasser: Der See ist ausgetrocknet! Eine Untersuchung Mickys ergibt, dass der See keinen Abfluss hat, der Bürgermeister meint, das sei dieses Jahr bereits vier Mal passiert: „Das Wasser verschwindet über Nacht, und in den nächsten Tagen füllt sich der See dann langsam.“ Um der Sache auf den Grund zu gehen, tauchen Micky, Gamma und Goofy im See, finden jedoch tagelang nichts. Als Micky erwähnt, dass die gesuchte Öffnung groß sein müsste, fällt ihm eine Unterwasserhöhle ein, die am anderen Ufer liegt. Als sie durch diese Höhle tauchen, finden sie Eisenstäbe vor, die Gamma mit einer Feile durchsägt. Sie werden von einem Sog angezogen und kommen in eine Druckkammer, in der das Wasser fällt. Zwei Männer mit Pistole betreten diese Kammer und führen die drei Eindringlinge zu ihrem Chef: Professor Zorbius, der Zorbioparamethylhydroturbopropylpulsobenzoe-Phenyloferrosulnaphtalin (kurz Z) herstellt, das ein Flüssiggas ist, das Einatmende gefügig macht.

Er erklärt, dass das Wasser aus dem See zur Kühlung benutzt wird. Otto, einer der Mitarbeiter, führt die Gefangenen ins „Wartezimmer“ und behält Goofy für Versuche. Kurz darauf kommt Goofy betäubt in die Zelle und nimmt Gamma gefangen, kurz darauf kommen beide zurück und nehmen Micky gefangen. Als Zorbius Micky betäuben will, wird er von Gamma überwältigt, bei dem Zorbioparamethylhydroturbopropylpulsobenzoe-Phenyloferrosulnaphtalin keine Wirkung hat: Gamma hat nämlich kein Nervensystem. Micky und Goofy entnehmen die Formel von Zorbioparamethylhydroturbopropylpulsobenzoe-Phenyloferrosulnaphtalin und fliehen, da Zorbius wieder aufgewacht ist. Goofy und Micky können, bevor Zorbioparamethylhydroturbopropylpulsobenzoe-Phenyloferrosulnaphtalin eingeleitet wird, die Tauchermasken aufsetzen und über den See flüchten. Sie fahren mit dem Bürgermeister zur Zypressenvilla, unter dem das Labor von Zorbius liegt und hören jemand „ganz zackig, wie beim Militär“ kommandieren. Es ist Gamma, der Zorbius aus dem Gebäude bringt. Zorbioparamethylhydroturbopropylpulsobenzoe-Phenyloferrosulnaphtalin ist jedoch nur halb so gefährlich, weil es an der frischen Luft schnell seine Wirkung verliert. Einige Tage später baut Goofy eine Badewanne ein, da ihm ein See, der immer mal verdunstet, zu unsicher ist.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

Untypisch ist die Strukturierung, bei der drei verschiedene Geschichten hintereinander erzählt werden. Auch handelt es sich um eine der seltenen Geschichten, in denen Gamma und Fips eine tragende Rolle spielen. Der Redaktion des Magazines Topolino wurden zwischen Ende 1961 und April 1962 drei verschiedene Story-Konzepte vorgelegt, die von Abramo Barosso grob geplottet, von seinem Bruder Giampaolo Barosso detailliert ausgearbeitet und von Giovan Battista Carpi gezeichnet wurden. Diese drei Konzepte wurden zu einer zusammenhängenden Comicgeschichte verbunden, die am 7. und 14. Oktober 1962 als zweiteilige Fortsetzungsgeschichte im Topolino-Magazin unter dem Titel „Topolino e i casi XYZ“ erschien. Bis zur deutschsprachigen Erstveröffentlichung vergingen sechs Jahre, diese Veröffentlichung im LTB 2 wurde gegenüber der Originalversion um eine Seite gekürzt. 1997 wurde sie in einer Neuauflage des Lustigen Taschenbuchs noch einmal veröffentlicht. Später folgten weitere Wiederveröffentlichungen in Nostalgie- und Retro-Editionen des Lustigen Taschenbuchs.

Eine Bewertung von jüngeren Lesern in kürzerer Zeit, ergab, dass sie eher irritiert waren, da Gamma ohne weitere Erklärung als gleichwertiger Hauptcharakter dargestellt wurde. Dass ihn keiner sonderlich interessant fand, würde daran liegen, dass man heutzutage zu oft mit Comic- und Filmfiguren konfrontiert sei, die über Spezialfähigkeiten verfügen. Die Geschichte selbst wurde durch Abwechslung und Spannungsfaktor für gut befunden. Willkürlich wirkte für die Leser, dass Gamma einerseits leicht hypnotisiert werden kann und leicht seekrank wird, dass er andererseits jedoch für eine hypnotisierende Superdroge unempfindlich ist.[2]

Eine weitere Bewertung ergab, dass der Plot „zerhackt und nicht zusammenhängend“ wirke, weil es sich um drei eigenständige Kurzgeschichten handeln würde, die notdürftig zu einer einzigen verschmolzen worden wären.[3] Zurzeit (Stand: Dezember 2020) ist die Story bei der Bewertung auf Inducks auf Platz 1.104 von 38.395 Comicgeschichten.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LTB 2 – Hallo … Hier Micky Rainer Innreiter auf LTB-Online
  2. Entenchroniken 8: Der Fall XYZ Leserkanone/Axel Saalbach
  3. Hallo, hier Micky! – Erster LTB-Auftritt der schlauen Maus rainerinnreiter auf Braxmeier & Steinberger GbR