Der verteufelte Druckfehler

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Der verteufelte Druckfehler
Paperino e la caccia all’errore
Erstveröffentlichung: 1956
Entstehungsdatum:
Storycode: I TL 148-AP
Story: Guido Martina
Zeichnungen: Giovan Battista Carpi
Seiten: 60
Deutsche Übersetzung:
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 3
Weiterführendes

link= I TL 148-AP Infos zu Der verteufelte Druckfehler beim Inducks

Der verteufelte Druckfehler ist eine Comicgeschichte von Guido Martina (Story) und Giulio Chierchini (Zeichnungen), die von einer Suche nach einem bestimmten Wörterbuch im fiktiven afrikanischen Staat Uranda handelt. In der LTB-Reihe ist dies die erste Geschichte mit einer Reise nach Afrika.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Als Donald Duck und seine Neffen Tick, Trick und Track eines Abends gemütlich beisammensitzen – Donald liest seine Zeitung und die drei Neffen spielen mit einem Plüschaffen. Die Neffen meinen, wenn Dagobert nicht so geizig und Donald nicht so faul wäre, könnten sie ein lebendiges Äffchen kaufen. Gerade in dem Moment ruft Dagobert per Telefon an, doch Donald sagt ins Telefon, dass er nicht zu Hause sei und hängt den Hörer aus. Die drei Neffen bitten, Dagobert doch zuzuhören, weil er ihnen durch eine bezahlte Arbeit einen Affen kaufen könnte. Donald demonstriert ihnen, warum er keinen Affen kauft: sie klettern auf alle Möbel, machen vieles kaputt (zur Demonstration wirft Donald eine Blumenvase auf den Boden), sie würden alles umschmeißen (Donald wirft den Sessel um), sie würden den Teppich zerreißen (Donald zieht kräftig am Teppich, sodass die Kommode umfällt) und sie würden Flöhe haben (Donald kratzt sich). Die Neffen weisen darauf hin, dass Professor Grzimek schreibt, dass man Affen zähmen könne.[1]

Da das Fenster offen ist, zieht Dagobert seinen Neffen Donald mit seinem Dagoberts Gestock aus dem Fenster und zeigt ihm einen Schuldschein: Dort hat sich Donald verpflichtet, drei Taler innerhalb von drei Monaten zurückzuzahlen, andernfalls werden ihm die Federn ausgerupft – doch mittlerweile sind bereits 30 Monate vergangen. Da Donald die drei Taler nicht auftreiben kann, soll er sie abarbeiten. Der Verlag Mammut & Riese hat ein Wörterbuch mit 175.000 herausgegeben und in einem einzigen befindet sich ein einziger Druckfehler – als Preisausschreiben, bei dem der Sieger eine Million Taler erhält. Dagobert hat bereits alle Bücher aufgekauft und Donald soll alle durchsehen und feilscht mit Dagobert auf 50 Taler Bezahlung – es handelt sich um 100.000 Wörterbücher. Daraufhin erhält Dagobert einen Scheck von einem Taler, weil er statt der 100.000 bezahlten nur 99.999 Wörterbücher erhalten hat. Ein Exemplar wurde als Lotteriegewinn gestiftet. Doch anscheinend hat dieses Buch Gustav Gans erhalten! Donald und seine Neffen suchen ihn auf, doch er hat dieses Wörterbuch der Union zur Alphabetisierung von Uranda (UNAU) gegeben, dessen Sitz in der Gutmenschallee 131313, im 13. Stock/Tür Nr. 13 befindet.

Der Büromitarbeiter der UNAU, den die Ducks in der Gutmenschallee aufsuchen, gibt bekannt, dass die Bücher bereits an die Zentrale weitergeleitet wurden – in Caramba-Romba, einer Stadt im fiktiven Staat Uranda mitten in Afrika. Sie bekommen von Dagobert tatsächlich das Geld für die Reise nach Afrika (sogar per Linienflug). In Uranda angekommen, sehen sie, dass die Einheimischen, etwa der Mitarbeiter im Informationsdienst, gerade Pause halten. Ein Einheimischer, der gerade spaziert, sagt den Ducks, wie sie nach Caramba-Romba kommen: 1.000 Kilometer geradeaus und dann 200 Kilometer quer durch die Wüste bis zum Zambosifluss, doch der Fremdenverkehrsverein organisiert Reisen ins Landesinnere. Am ersten Streckenteil werden sie mit dem Auto chauffiert, dann steigen sie auf einen mit Ochsen gezogenen Einachser um, dann wird auf einer Giraffe geritten (ohne Sattel) und dann folgt der Ritt per Nilpferd. Zu guter Letzt fahren sie noch per Boot, sogar über einen großen Wasserfall – was der schnellste Weg ist. Von einem Löwen getrieben kommen sie kurz später an der Stadtgrenze vom Caramba-Romba an.

Sie stellen sich als Touristen vor, die die Stadt besichtigen wollen, werden jedoch mit Vermerk auf das Schild vor der Stadt abgewiesen. Dort heißt es: „Stadtgrenze von Caramba-Romba“. Im Schlauen Buch schauen die drei Neffen nach, was „Caramba-Romba“ bedeutet: „Fremder, der du die Stadt betrittst, wirst nie wieder zurückkehren.“ Donald hat eine Idee: Sie cremen sich mit Schuhcreme ein, die die Neffen dabeihaben, um als Einheimische erkannt zu werden, um noch weniger aufzufallen, gehen sie im Dunkeln. Donald stellt sich als Mitglied der Brimbi-Balu vom Nachbardorf vor, doch dr Wächter meint, die Birimbi-Balo würden nach Zimt riechen, doch er nach Marmelade. Nach einer Überprüfung mit Wasser werden sie als Eindringlinge festgenommen. Sie erhalten wenigstens etwas zu Essen: das Nationalgericht, eine wahre Delikatesse – Klößchen aus Heuschrecken und weißen Ameisen, die den Ducks nicht sonderlich schmecken. Sie bieten das Essen dem Wächter an, doch er nimmt es nicht an, weil das Annehmen einer Henkersmahlzeit verboten ist. Tick, Trick und Track bekommen ihr Schlaues Buch und suchen dort um Hilfe, bis Wolken aufziehen.

Am Morgen finden sie im Buch heraus, wie man ein Bambusrohr mit einer Schnur durchschneiden kann. Donald hingegen sieht einen Affen im Baum über ihnen und meint, dieser könne den Schlüssel aus dem Gürtel des Wächters klauen und ihnen bringen. Mit einem Kloß möchte er ihn wecken und wirft zwei davon auf den Kopf des Affen. Er wirft daraufhin eine schwere Frucht auf Donald, diese prallt von Donalds Kopf ab und trifft den Wächter am Kopf. Er bringt daraufhin die Fremden in die Königliche Residenz. Der Justizminister schläft als Strafe eine Schnabelwaschung mit der Wurzelbürste wegen der Lüge, einen Lauf über heiße Kohlen wegen des Einschleichens und lebenslängliche Bespaßung mit dem Eiertanz vor. Tick, Trick und Track bitten um eine letzte Chance, die ihnen gewährt wird. Er zeigt ihnen das Buch der UNAU: „Seht dieses Buch! Ein geflügelter Gott warf es unter lautem Donner vom Himmel!“ Sie sollen raten, wie viele Wörter in diesem Buch sind, bei Erratung kommen sie frei und ansonsten werden sie in den Krokodilfluss geworfen. Natürlich weiß Donald, dass es 175.000 Wörter sind, worauf sie aus dem Palast und der Stadt geworfen werden.

Die vier dressieren daraufhin den Affen mit dem Schlauen Buch, damit er das Wörterbuch aus dem Palast holen kann; sie klettern auf den Baum und verstecken es dort, der Affe holt es. Da er das Buch nicht gleich hergibt, gibt Donald ihm einen kleinen Klaps. Tatsächlich holt er das Wörterbuch, doch hat Angst vor Donald, weil dieser ihm einen Klaps gegeben hat. Er klettert auf einen Baum, Donald wirft das Schlaue Buch nach ihm, worauf der Affe das Wörterbuch herunterwirft, doch es landet auf Donalds Kopf und dann im Fluss. Donald springt in den Fluss und schwimmt dem Buch nach. Genau vor einem Krokodil kann Donald das Buch schnappen und aus dem Wasser flüchten, draußen werden sie von Nashörnern angegriffen, doch können zum Flughafen flüchten.

Leider befindet sich der gesuchte Fehler nicht in diesem Buch, was Dagobert klarerweise wütend macht: „Du Verschwender, du hast mein gutes Geld für deine blödsinnige Reise verpulvert!“. Tick, Trick und Track berechnen, dass das Durchsehen aller verbleibenden 99.999 Wörterbücher 479 Jahre, fünf Monate und 13 Tage dauern würde. Vor Wut wirft Donald ein Wörterbuch aus dem Fenster, das Gustav auf den Kopf fällt, der sofort an den Druckfehler kennt. Er schaut gleich unter „Glück“ nach, doch dort steht „Glük“ – der gesuchte Druckfehler! Dagobert hält seinen Vertrag, indem sein Diener Johann Donald die Federn ausrupft.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

Das italienische Original Paperino e la caccia all’errore wurde in zwei Teilen am 10. und 25. Oktober 1956 im Topolino veröffentlicht. Gemäß Bewertung auf Inducks (Stand: Januar 2021) liegt die Comicgeschichte auf Platz 2.268. Für den Comicautor Guido Martina (1906–1991) war es die 121. Geschichte (von insgesamt 675), die ersten waren 1948 veröffentlicht worden. Der bedeutende Comiczeichner Giovan Battista Carpi (1927–1999) zeichnete die Geschichte als 43. seiner Werke (von insgesamt 975). Die Comicgeschichte ist die 27. mit Story von Martina und Zeichnungen von Carpi.

Der fiktive Staat Uranda könnte möglicherweise an den afrikanischen Staat Uganda angelehnt sein, da der Name, die Lage sowie die wirtschaftliche Lage ähnlich sind. Der Name des Flusses Zambosi könnte an den realen Fluss Sambesi angelehnt sein, der sich jedoch nicht in Uganda befindet.

Der verteufelte Druckfehler sei besser als die im LTB 3 zuvor kommende Geschichte Die Männchen aus dem Weltall, doch der Plot – ein Gewinn von einer Million Taler für einen Druckfehler – sei „hanebüchen“. Das Aufkaufen der gesamten Auflage durch Dagobert werfe zudem die Frage auf, ob dies nicht sowieso ein Verlustgeschäft werden würde. Dies muss jedoch nicht sein, da ein Exemplar anscheinend einen Taler kostet – Dagobert erhält nämlich als Ersatz für das nicht gelieferte Buch einen Taler – somit würde Dagobert maximal 899.950 Taler Gewinn machen (1.000.000 Taler Gewinn minus 100.000 Taler für die Bücher minus 50 Taler für Donald). Das würde andererseits die Frage stellen, ob sich dies für den Verlag rentiere.[2]

Kritisiert wird, dass in der Originalausgabe das Wort „Neger“ als Bezeichnung für die Bewohner Afrikas verwendet wurde. Andererseits hatte dieses Wort damals keine negative Bedeutung, da es einfach „Schwarzer“ bedeutet. Die teilweise Verwendung als Schimpfwort begann erst später, in den Nachdruckausgaben wurde das Wort daher ersetzt. Die Einwohner würden als „faul und mit auffällig breiten Lippen dargestellt“ werden, was ebenfalls diskriminierend sein könne.[3]

Die Geschichte könne „rassistischer und beleidigender gar nicht sein“, auch sei „Gutmensch“ (in der Gutmenschallee verwendet) 2011 und 2015 „Unwort des Jahres“ gewesen und wäre daher nicht sonderlich angebracht.[4]

Auffällig ist das bereits bei Entstehung der Geschichte veraltete Telefon, das Donald besaß – ein Telefonhörer mit getrennter Hör- und Sprechmuschel.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vielleicht ist damit der real existierende Bernhard Grzimek (1909–1987) gemeint, der ein Zoologe und Tierfilmer war. Er beschäftigte sich nämlich unter anderem auch mit Menschenaffen. Siehe die Biografie in der Online-Enzyklopädie Wikipedia.
  2. LTB 3 – Onkel Dagoberts Millionen ltb-online.de
  3. Lustiges Taschenbuch 3 – Onkel Dagoberts Millionen / Der Gürtel aus dem Morgenland literaturschock.de
  4. Der Neger im Recht academia.edu
  5. M-11 digbib.ubka.uni-karlsruhe.de