LTB 555: Rezension

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© Egmont Ehapa
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In diesem Artikel wird das LTB 555 rezensiert. Ob dieser Band tolles Top, ein schrecklicher Flop oder einfach nur Mittelmaß ist, erfährst du hier. Dranbleiben ;-) Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 555.

Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 555 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight Highlight, Gut Gut, Mittelmaß Mittelmaß oder Schlecht Schlecht bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!


Cover[Bearbeiten]

Donald im halsbrecherischen und potentiell schnabellädierenden Absprung über eine Skirampe. Seine Ski von den Füßen gelöst (was für eine schlechte Montage hat Donald denn da?), die Skibrille hochgeklappt (auch wenn sie mich eher an eine Taucherbrille erinnert), aus welchen Gründen auch immer. Die Neffen und Daisy schauen erschreckt hinauf, die Neffen in der typischen, etwas gewöhnungsbedürftigen Freccero-Art gezeichnet, Dagobert schaut undefinierbar-besorgt, Gustav lächelt sich einen ab. Kann mich das Cover erheitern? Nein, kann es nicht. Zudem ist es nichts wirklich Neues, bereits LTB 503 hat Donald, in deutlich besserer Figur, auf der Skisprungschanze gezeigt. Am Cover zu LTB 367 hat Donald auch schon seine Skier verloren, allerdings Wasserski. Aber warum ein LTB mit dem außerordentlich anregenden Titel „Abflug auf Ski“ Donald zwar abfliegen lässt, er aber keine Skier mehr an den Füßen hat, erschließt sich mir nicht. Was aber sagt uns der Inhalt? --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Ein Titelbild, das mich irgendwie an das von LTB 503 erinnert. Allerdings konnte Donald da anscheinend noch Ski fahren und jetzt hat er es verlernt. Die Reaktionen seiner Verwandtschaft scheinen immerhin noch logisch. Hoffentlich wird das LTB nicht so wie Donalds Pistensprung... Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Abflug auf Ski[Bearbeiten]

D 2021-060

Donald im Abflug (© Egmont Ehapa)

Gustav genießt sein Leben als Glückspilz – oder würde dies tun, wenn er sich nicht eine gestandene Erkältung eingefangen hätte. Seine Anverwandten Donald, Tick, Trick und Track begleiten ihn zu einem echten Experten – nicht etwa zum Arzt, sondern zu einem staatlich geprüften Guru, der Gustav auf Herz und Nieren prüft. Des Experten Erkenntnis: Gustavs Glücksfee geruht, sich dauerhaft von ihrem Schützling zu trennen. Die einzige Chance besteht darin, das Glück vorübergehend auf jemand anderen zu übertragen, der selbst wenig Glück hat. Donald darf sich nun also glücklich schätzen, über Gustavs Glück verfügen zu dürfen, während es Gustav wenig beglückt, als glücksfreie Gans sein Auskommen finden zu müssen. Die neue Situation steigt Donald alsbald zu Kopfe und er begibt sich in immer unwägbarere Extremabenteuer. Ob das gut gehen kann?

Mittelmaß Autor Peter Snejbjerg macht seinem Namen alle Ehre und stürzt sich und seinen Helden Donald in Schneeberge. Die Stunts auf Ski sind aber vermutlich noch das Netteste an dieser Story, die mich nicht so recht vom Hocker reißen mag. Gustav muss auf sein Glück verzichten? Geschenkt und Generationen von Geschichten lang durchgekaut. Donald kann etwas, überschätzt sein Schicksal und alles endet, wie es enden muss? Zum drölftausendsten Mal gesehen. Bloß – so richtig scheitern tut Donald nämlich nicht. Sein übersteigertes Ego, als Youtuber mit halsbrecherischen Aktionen Erfolge gelandet zu haben, führt nicht zum großen Zusammenbruch, nein, er kann am Ende immer noch über hunderte Klicks jubeln. Eine Kritik an Influencern, wie sie in Mega-Medienrummel in genau diesem LTB zu finden ist? Fehlanzeige! Keine befriedigende Leistung, und dass nicht nur Gustav, sondern auch Donald einigermaßen unsympathisch rüberkommen, steigert meine Laune nicht. Abstrus ferner der Guru, dessen Scharlatanerie überhaupt kein kritisches Wort findet. Andersens Zeichnungen tun das ihre zur Sache, damit die Geschichte nicht vom Fleck kommt. Mittelmaß-. Absprung und Punktlandung in der nächsten Geschichte, die hoffentlich mehr zu überzeugen weiß. --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Mittelmaß Andersen im LTB, das gab es zuletzt vor gut 2 Monaten mit Der Eisstern im LTB 553. Ebenso damals wie jetzt ist die Story eher durchschnittlich und Andersen kann wieder nicht so recht seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Immerhin ist diese Story etwa 15 Seiten länger, was sich auch bezahlt macht, aber trotzdem nicht über Mittelmaß hinauskommt. Schade... Note: 3. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Mobile Geschäfte[Bearbeiten]

I TL 3348-1

Das Bankgeschäft boomt, wobei die Banken mehr bieten müssen, als simples Geldgebaren. Klevers Bank verkauft auch gleich Gemüse. Dagobert hat sich eine mobile Bank geleistet und einen Dagobert-Roboter als Bankangestellten aufgestellt, der Kunden Kredite vermitteln soll. Doch so ganz will es mit dem Geschäftemachen nicht klappen, und zwar auch nicht, als Dagobert seine mobile Bank mehrfach an andere Orte verlegt.

Mittelmaß Nein, die Geschichte überzeugt auch nicht. Haufenweise harmloses Geplänkel, eine Spannung will und will nicht entstehen und eigentlich frage ich mich nur, warum Tick, Trick und Track zwar relativ früh herausfinden, woran das Bankgeschäft ihres Großonkels krankt, diesem aber kein Wort davon sagen. So fies hat man die Neffen selten erlebt. Ansonsten hätte die Geschichte gut und gerne auf zehn ihrer 21 Seiten verzichten können. Im Unterschied zur vorherigen Geschichte macht sie immerhin weniger falsch und damit gebe ich ein gähnend-unoriginelles Mittelmaß --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Mittelmaß Der Plot plätschert ähnlich fad dahin wie in so manch anderer Geschichte. Es wird nicht so richtig klar, worum es eigentlich geht. Dazu kommt wieder einmal, dass (hier) die Neffen etwas auflösen wollen, der von ihnen angesprochene Dagobert aber keine Zeit hat. Keine Zeit fürs Geschäft??? Das ist einfach zu unglaubwürdig. Und durch diese 08/15-Lösung dauert das Ganze auch noch erheblich länger. Ein gutes Mittelmaß wäre eigentlich dringewesen, aber so reicht es nur für ein schlechtes und eine 4+. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Der mysteriöse Mitreisende[Bearbeiten]

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Micky als Nervenbündel (© Egmont Ehapa)

Micky hat sich schon seit langem zum vielbeschäftigten Meisterdetektiv gemausert und schon ebenfalls geraume Zeit stößt seine Zeitplanung und seine zunehmende Obsession Minnie sauer auf. Sie ringt daher ihrem großohrigen Verlobten ein Versprechen ab: keine neuen Fälle, einen Monat lang. Dann lädt Minnie den Mäuserich zu einem Urlaub am Land ein, doch die Reise entwickelt sich aufregender als gedacht und lässt Micky hart an seinen Nerven knabbern, denn plötzlich sieht er in seinem Mitreisenden einen übelst Verdächtigen und noch ein weiterer Fall im Zug erweckt seine Aufmerksamkeit.

Gut Marco Nucci versucht hier offenbar mit den Genres zu jonglieren. In eine Gaggeschichte eingehüllt werden klare Referenzen auf Alfred Hitchcock. Der Reisende im Zug trägt im Original den Namen MacGuffin, was einer bei Hitchcock beliebten Filmtechnik entspricht, dem MacGuffin, wobei scheinbar belanglose Objekte oder Personen dazu benutzt werden, die Handlung voranzutreiben. In der Übersetzung wird aus ihm Ronny Ripple, womit der Bezug eiskalt versenkt wird. Das Setting und das im Zug angebahnte Verbrechen erwecken Assoziationen zum Hitchcock-Thriller Der Fremde im Zug, Mickys nervöse Zustände sind hingegen ein klassischer Bestandteil diverser Hitchcock-Filme. Aber da der Micky-Comic offensichtlich nicht zu sehr ins Hitchcock-Milieu abgleiten durfte, hat Nucci die Geschichte in Gagwatte eingepackt, was der Qualität doch schadet. Dies vor allerm im Vergleich zu den klassischen Micky-Geschichten von Romano Scarpa, der von Hitchcock große Anleihen genommen hat. Die Geschichte hat damit etwas Potential verspielt und die Darstellung eines hypernervösen Mickys aus der Feder Giampaolo Soldatis gefällt mir so gar nicht. Es bleibt bei Gut- und das ist mal wieder gnädig. --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Highlight Und hinauf geht es mit der Wertung: Diese Story enthält eigentlich all das, was man von einer guten erwartet. Micky hatte schon des Öfteren Probleme damit, dass er sich nicht zwischen Minni und seinen Kriminalfällen entscheiden konnte. Daraus ergibt sich hier erstmals eine spannende Handlung, bei der man merkt, dass Micky fast schon in junkie-mäßige Zustände gerückt ist. Soldatis Zeichnungen runden das Ganze ab zur ersten lesenswerten Geschichte im Buch – ich vergebe eine 2+. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Phantomias in modernen Zeiten: Mega-Medienrummel[Bearbeiten]

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Auftritt des rüden Rächers (© Egmont Ehapa)

Marc Enclauh hat mit Phantomias noch eine Rechnung offen, nachdem dieser seinen Plan durchkreuzt hat, mit dem Rummelplatz „Phantomiasland“ tüchtig abzusahnen (nachzulesen in LTB 546). Als ausgebuffter Geschäftsmann mit hart an der Grenze der Legalität vorbeischrammenden Methoden hat Enclauh einen Film gedreht, der Phantomias als gewieften Gauner präsentiert, und dafür den Influencer Zack Dellas verpflichtet, der mit seinen Followern für ordentlich Wirbel sorgt. Zum Für-Wirbel-Sorgen ist Donald auch aufgelegt, nachdem die Schmierenkomödie ordentlich einschlägt, aber sein Versuch, Dellas unter Druck zu setzen, geht fürchterlich schief. Die Lage spitzt sich zu, als die Kommissaren Imglück und Pinkus Daniel Düsentrieb verhaften, da sie ihn mit einem Phantomias-Robot antreffen. Die Polizisten glauben, dass der Ingenieur Phantomias erfunden und zum Begehen der Diebstähle verwendet hat. Wie sollen Donald und Düsentrieb aus diesem Schlamassel wieder rauskommen und die Schmierenkomödie wie Seife zerfließen lassen?

Highlight Marco Gervasio mag es, in seiner Serie Phantomias in modernen Zeiten den Rächer in soviel Unheil reinzureiten wie nur irgend möglich. Diesmal, so scheint mir, legt er noch ein Schippelchen Schlamassel nach. Nicht nur mit Marc Enclauh muss sich der vielgeprüfte Schurkenjäger herumschlagen, auch Kommissar Imglück aus Superheld oder Superschurke bedrängt erneut den Superhelden. Zur Seite steht ihm – welche Freude – Kommissar Pinkus, der, damals noch unter dem Namen Inspektor Berrig, Phantomias in Kampf um die Villa Rosa nachstellte. Die Klassikergeschichte des rächenden Phantomias aus der Feder Fabio Michelinis und Giovan Battista Carpis gehört zu meinen ganz persönlichen Highlights, ein Wiedersehen mit der Figur macht daher umso mehr Freude. Freude machen ebenfalls der Gag mit Enclauhs Streamingplattform „Clauhflix“ und dass Kritik am Influencer Dellas geübt wird.

Und die Angelegenheit wird noch verzwickter (© Egmont Ehapa)

Etwas weniger Freude macht allerdings mal wieder der Weg, wie Gervasio das Chaos auflöst, in das er seinen Helden manövriert hat. All die Energie, die er ins Austüfteln komplexer Komplotte steckt, verpufft ein wenig in der Auflösung, die hier zwar besser gelungen als auch schon und nicht ganz den billigsten Tricks verpflichtet ist, der aber trotzdem der Geruch des deus-ex-machina anhaftet. Oder wie sonst soll ich das Video bewerten, das aufgrund eines fast schon unglaubwürdig unwahrscheinlichen Zufalls aufgenommen wurde und Phantomias die Rettung erlaubt (wobei er damit allerdings ein Lügengespinst strickt, auf das Enclauh neidisch gewesen wäre)? Was soll ich zu einer Videofunktion des Phantobots sagen, die in der Geschichte eminent wichtig ist, aber in vielen anderen nicht erwähnt wird? Und die letzte Seite überrascht mich dann doch, da Gervasio eine der schärfsten Waffen, die Enclauh gegen Phantomias ins Feld führen kann, einfach so entwertet. Enclauh taucht noch weitere Male auf, also bleibt Gervasio noch genug zur Figur zu sagen. Etwas schade finde ich es trotzdem.

Weiters erscheint doch kurios, dass die Entenhausener Enclauhs Schmutzkübelkampagne so einfach fressen. Aber Ähnliches hat man ja schon öfters gesehen.

Davide Cesarellos Zeichnungen sind doch ein wenig eigen. Das letzte Mal hat uns Cavazzano seine Interpretation von Enclauh geschenkt, den ich auch diesmal lieber am Zeichenstift gesehen hätte.

Dem/der Übersetzer:in darf man einerseits gratulieren, denn alle Anspielungen auf frühere Phantomiasgeschichten wurden erkannt und in erklärende gelbe Kästen gebannt. Andererseits fällt doch negativ auf, dass die Geschichte mit „Mega-Medienrummel“ einen merkwürdig marktschreierischen Titel verpasst bekommen hat, obwohl sie im Original „Mi chiamo Paperinik“ heißt – „Ich heiße Phantomias“, genau wie Enclauhs Show.

Alles in allem doch eine weitgehend überzeugende Geschichte, ich gebe Highlight- --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Highlight Phantomias-Rächergeschichten scheinen mittlerweile Standard im LTB zu sein. Und das auch zurecht – denn wie schon die anderen zuvor hat auch diese mal wieder eine perfekte Handlung: Enclauh scheint hartnäckig zu sein und gibt nicht auf, Phantomias in die Knie zu zwingen. Wieder einmal brilliert eine Story auf stolzen 56 Seiten. Cesarellos Zeichnungen sind gleichgültig mit dem Plot. Nicht so schön ist allerdings die Auflösung – die verhält sich dieses Mal sehr kompliziert. Aber: schon das zweite Lesenswert im Buch – und das noch nicht mal bei der Mitte! Note: 1-. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Die Obsol-Essenz[Bearbeiten]

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Gundel scheitert mal wieder vor dem Geldspeicher und zieht geknickt von dannen. An wen wendet sich die gescheitertde Hexe, wenn sie Hilfe braucht? An ihre Freundin Mona Menetekel, die nicht nur kräftigen Kräutertee braut, sondern auch eine Essenz einzusetzen weiß, die alle technischen Apparaturen außer Gefecht setzt. Damit gehen beide Hexen gegen Dagoberts Geschäfte vor, um den grantigen Geizkragen abzulenken und dann zuzuschlagen und die Nummer eins zu schnappen.

Mittelmaß Gundels Tricksereien mit der Technik waren mindestens schon in Heimtückische Hexenrache (LTB Spezial 11) zu sehen und vermutlich noch in einer ganzen Reihe weiterer Geschichten, an die ich mich nicht mehr erinnere. Dass Gundel mal nicht frontal angreift, sondern Dagobert auszutricksen versucht, ist nun wahrlich auch nichts Neues, auch wenn im Comic bisweilen so getan wird. Dass Monas Hexenhaus so mir nichts, dir nichts am Speicher landet und Gundel sogar den Zehner in die Hand kriegt, nachdem sie das schwächliche Abwehrsystem mit der Obsol-Essenz außer Gefecht setzt, ist etwas unlogisch. Von Dagoberts Hexenabwehr erwarte ich mir mehr, inklusive Knoblauchregen. Während nun also die Geschichte nicht ganz die Stufen der Logik erklimmen kann und bei dem Aufstieg auf den Gipfel der Originalität sowieso rettungslos scheitert, dreht die Übersetzung ihr noch zusätzlich einen Strick, indem Mona Monetekel plötzlich ihren italienischen Originalnamen Roberta trägt. Ich möchte weinen, weil die Figur nicht wiedererkannt wurde. Ganz schlechtes Zeugnis. Mittelmaß+ für die Geschichte, negativ für die Übersetzung, und weiter geht’s! --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Mittelmaß Gundel versucht mal wieder, an Dagoberts Zehner zu kommen. Aber wirklich Freude hat man als Leser dabei nicht. Allein schon durch das ewig langweilige Schema, das sich seit einem halben Jahrhundert nur an einer Stelle geändert hat: An der Ausführung. Klar, dass so etwas in einem LTB für Gelegenheitsleser schön zu verfolgen ist, allerdings sind es für „Sammler-Leser“ einfach nur fade 24 Seiten. Bei mir bekommt die Story eine 4 und rettet sich vor dem Schlecht. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Der Persönlichkeitswandler[Bearbeiten]

I TL 3377-5P

Dagobert erinnert sich – Barks-Rosa-Referenzen inklusive (© Egmont Ehapa)

Dagobert geht beglückt zum Friseur, weil er einen Gutschein für eine Gratisrasur seines Backenbarts erhalten hat. Zurück kommt er noch viel beglückter, hat sich aber zum Verschwender gemausert – wenn das nicht auf einen Schwindel hindeutet! Und bevor Dagoberts Geld ganz verschwindet, greifen die Neffen ein und stöbern die Panzerknacker auf, die mal wieder ihre Finger im schwindligen Spiel haben. Mittels des Düsentriebschen Persönlichkeitswandlers haben sie Dagobert kurzerhand umgepolt. Donald entwendet den Wandler, um Dagobert zurückzuwandeln, jedoch zerstören die Panzerknacker das Gerät, als Donald es seinem Onkel aufsetzt. Der Kurzschluss löscht Dagoberts gesamtes Gedächtnis, er weiß fortan nicht mehr, wer er ist. Die einzige Rettung ist ein Blick in die Quelle des wahren Ichs in der Stadt Meminista, doch diese wird von einem Wächter bewacht. Gemeinsam mit dem Wohltäter und Abenteurer Karl Karamello machen sich die Ducks auf den Weg.

Highlight Das dürfte eine der besten Geschichten im LTB seit langer Zeit sein und die Gründe dafür sind vielfältig. Zunächst fällt der faszinierende Aufbau auf: Die erste Hälfte widmet sich der Aufdeckung der Verschwörung gegen Dagobert und dem Kampf gegen die Panzerknacker, ist also eine typische Angriff-auf-Dagoberts-Vermögen-Geschichte. Der zweite Teil ist eine klassische Schatzsuche und vom ersten Teil zunächst entkoppelt (abgesehen von Dagoberts Amnesie, der die Suche erforderlich macht), fügt sich aber am Ende weitgehend harmonisch zusammen. Karl Karamello taucht am Anfang des ersten Teils auf, die Panzerknacker spiegelbildlich am Ende des zweiten.

Weiters stechen die fantastischen Zeichnungen Marco Rotas ins Auge, die im LTB schon viel zu lange nicht mehr präsent waren. Das letzte Mal war, wenn man die Geschichte Das versenkte Vermögen aus dem noch nicht ganz ansehnlichen Frühwerk außer acht lässt, Unbesiegbar wie die Römer in LTB 346. Und Rota hat es geschafft, die Geschichte mit einer Vielzahl von Barks- und Rosa-Referenzen zu füllen, die das Fanherz höher schlagen lassen. Ganz abgesehen von Karl Karamello, der frappierend an Willy Wonka aus Charlie und die Schokoladenfabrik erinnert. Eine Köstlichkeit fürs Auge!

Als kleine Bemerkung sei allerdings noch erlaubt, dass am Wächter vorbeizukommen offenbar dank brachialer Methoden relativ einfach ist und es deswegen erstaunt, dass Karamello die Hilfe der Ducks überhaupt in Anspruch nehmen muss. Der kleine Wermutstropüfen verdirbt aber nicht die schokoladensüße Stimmung, die Highlight absolut rechtfertigt. --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Highlight Rota im LTB? Das ist ja fast so selten wie ein neuer Barks ;)! Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, überhaupt schon einmal Rota im LTB gesehen zu haben. Im Micky Maus Magazin hingegen schon. Doch dort üblicherweise nur mit kurzen Geschichten. Diese 42 Seiten sind für Comic-Fans wahrscheinlich ein Jahreshighlight, an das man sich auch in zweien noch erinnern kann. Wunderschön ist ebenso die Handlung wie das Ende, bei dem noch mal wirklich schöne Vergessens-Erinnerungsstimmung aufkommt (siehe Bild links). Absolut empfehlenswert, ein Must-Read – diese Geschichte bekommt meine erste 1+ seit jeher. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Ferienfreuden: Wechselhaft[Bearbeiten]

I TL 3398-01

Das Wetter stellt sich als wechselhafter heraus, als es sich Donald beim Planen des Campingurlaubs gedacht hatte.

Mäßig lustiger Einseiter. --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Mittelmaß Tja, so tief kann man fallen. Durchschnittlich. Besser gleich weiterblättern! Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Der Wahrträumer[Bearbeiten]

I TL 3352-7

Goofy fabuliert (© Egmont Ehapa)

Beim Durchstöbern seines Dachbodens stößt Goofy auf seine alten Fabeln, selbstgeschrieben und mit lustigen, bunten Bildern versehen. Ein Abnehmer ist in Gestalt des Entenhausener Kuriers schnell gefunden, aber nun müssen noch weitere Fabeln her und Goofy kann die sich nicht einfach ausfabulieren, sondern braucht ein Bett und fabelhafte Atmosphäre. Wenn da nicht die Fabeln, die ihm da plötzlich im Traum in den Sinn kommen, höchst reale Zustände wiedergeben und künftige Ereignisse prognostizieren. Und ob es dann noch traumhaft ist, dass eine Verbrecherbande Goofy nachsteigt, der traumwandlerisch mit seinen Fabeln dem Boss auf den Füßen rumtrampelt?

Gut Blasco Pisapia hat mal wieder in Personalunion als Autor und Zeichner gewerkelt und das ist kein Schaden nicht, denn während seine Zeichnungen schon gewissermaßen speziell sind – vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber ihren ganz eigenen Reiz verstrahlend – sind es seine Stories nicht minder. Die sind öfters die Rosinen im drögen LTB-Einheitspudding. In diesem Fall serviert er uns eine ganz schön schmackhafte Rosine, die sich von den meisten anderen Geschichten in diesem Band abhebt. Die Geschichte setzt zwar auf Bekanntem auf – Goofys Dachboden und Vorfahren –, deutet das aber teils neu und bringt mit der Gaunerbande im 30er-Jahre-Stil einen Faktor mit hinein, der in der Regel in LTBs nicht anzutreffen ist. Bloß etwas bedenklich, dass die Gauner wie Wiesel aussehen und damit ein Fabel-Tier-Klischee bespielt wird. Die herzerwärmenden Fabeln hingegen und die betont kindlichen Zeichnungen Goofys haben so einiges für sich. Gut --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Gut Wieder mal einer dieser schönen realitätslosen Comics, bei dem man ganz seine Umwelt vergessen kann. Goofy erlebt aufregende Zeiten als Autor – genauer gesagt als Geschichtenerfinder. Pisapias Zeichnungen sind bei den Dingen, die in Goofys Geschichten vorkommen, erst so richtig schön (wie man rechts gut erkennt). Da kann man getrost eine 2- vergeben. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Eiskalter Kassenschlager[Bearbeiten]

D 2020-154

Der eiskalte Klassiker: Dagobert wird von Klever zu einer Wette verleitet. Im hohen Norden, in Frostbeulingen, muss er Eis am Stiel verkaufen. Blöd dann nur, dass die Menschen in Frostbeulingen aus Tradition nichts Kaltes zu sich nehmen.

Mittelmaß Also, Frostbeulen wird man sich bei der Lektüre dieses winterlichen Wirtschaftswettkampfes nicht holen. Dafür aber auch sonst nichts anderes, denn die Geschichte folgt voll und ganz herkömmlichen Mustern und bietet kaum etwas Neues und erst recht nichts Überraschendes. Immerhin kommt die Geschichte mit ihren mageren 16 Seiten gut durch, mehr hätte es nicht gebraucht (außer Autor Vito Stabile hätte noch ebenso fulminante Ideen hervorgezaubert wie in Der Persönlichkeitswandler), weniger wäre aber auch schlecht gewesen und hätte die Geschichte zur Banalität verkommen lassen. Stabile, aber schlicht uninteressante Leistung mit ansehnbaren Zeichnungen von Diego Bernardo. Mittelmaß- --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Gut Es startet mal wieder langweilig im Milliardärsklub. Jedoch entwickelt sich von da eine recht lustige und am Ende umso schönere Story, die das Buch abrundet. Stabile schafft es, dass Dagobert Gewinn erzielt und seine Kunden ebenfalls sehr glücklich sind. Bernardos Zeichnungen überzeugen mit einigen größeren Panels. Insgesamt eine 2- und damit ein gutes Gut. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Mit Stock, Charme und Zylinder – Eins auf die Ohren[Bearbeiten]

D 2021-017

Dagobert verkauft lärmende Dudelsäcke. Eine Beleidigung fürs Ohr wie fürs Auge. --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)

Schlecht Und so lustig sie am Anfang noch waren, so schlecht sin die Dagobert-Einseiter am Ende geworden. Die Idee ist schon jetzt immer die gleiche und ähnelt Gundel oder den Panzerknackern, nur dass das Ende stimmt. Mal schauen, wie lange diese Onepager hier noch ihren Platz finden. Note: 4-. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Fazit[Bearbeiten]

Gut Zwei Highlights hält LTB 555 bereit und landet deswegen nach aufregendem Skisprung noch im guten Bereich. Der Titelgeschichte ist das allerdings nicht zu verdanken, denn die fällt negativ auf, ebenso wie die letzte Geschichte in all ihrer Vorhersehbarkeit. Das Rennen für sich entscheiden können hingegen Gervasios neue Verrenkungen mit Phantomias und das Duo Stabile/Rota, das mit einer blendenden Geschichte in beinahe Bestzeit die Konkurrenz aussticht. Für diese beiden Geschichten und Goofys träumerische Visionen lohnt sich der Kauf dann doch.

Das nächste LTB präsentiert die Panzerknacker auf Beutezug mit Insiderwissen im Geldspeicher, Karlo am Zug durch sämtliche Strafinstanzen und Donald am Zug durch Geschäfte mit der Kaufabsicht eines neuen Supersofas. Bis auf die 72-seitige Titelstory erfreut der erste Eindruck nicht so ganz, aber man kann gespannt sein und sich eines Besseren belehren lassen. --McDuck (Diskussion) 23:31, 7. Feb. 2022 (CET)


Stark.png bis Plusk.png Ein herausstechend gutes LTB, das es zurecht verdient, gelesen zu werden. Gleich drei Highlights gab es – etwas, das ich noch nicht wirklich hatte. Zusammengerechnet ergeben sich somit satte 126 Seiten, die man nicht verpassen sollte. Und auch der Rest ist zumeist Gut. Unter dem schlechten Cover verbergen sich also wahre Comic-Schätze!

Kurios: Auf S. 28 hat sich ein Tippfehler eingeschlichen: Dort steht NEUESW. Somit reiht sich dieser Band auch wieder ein in die, welche ärgerliche und vermeidbare Tippfehler beinhalten. Schade, denn in den Büchern vor gut 2 Jahrzehnten passierten kaum Fehler. Es wäre wünschenswert, wenn sich der Verlag dieser Fehler annähme. Glückstaler (Diskussion) 16:22, 8. Feb. 2022 (CET)

Weblinks[Bearbeiten]