Hilferuf aus Shangrila

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Hilferuf aus Shangrila
Topolino nel favoloso regno di Shan-Grillà
Erstveröffentlichung: 04.06.1961
Entstehungsdatum: 1961
Storycode: I TL 288-AP
Story: Romano Scarpa
Zeichnungen: Romano Scarpa & Rodolfo Cimino
Seiten: 65
Deutsche Übersetzung:
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB Maus-Edition 3
Weiterführendes

Ind.PNG Infos zu Hilferuf aus Shangrila

beim I.N.D.U.C.K.S.
Titelbild (© Egmont Ehapa)

Hilferuf aus Shangrila (Original: Topolino nel favoloso regno di Shan-Grillà) ist eine Comicgeschichte von Romano Scarpa.

Die Geschichte ist eine Parodie auf den Film In den Fesseln von Shangri-La, entfernt sich dabei aber sehr weit vom Original.

Figuren[Bearbeiten]

Nebenfiguren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Teil 1[Bearbeiten]

Entenhausen, ein fliegender Briefkasten mit einem Auge – er stammt aus der vierten Dimension – navigiert sich durch die Stadt, um am Zikadenweg das Haus von Micky Maus aufzusuchen. Professor Wunderlich hat einen Brief an Atömchen geschickt. Er benötigt ihn als Assistenten für ein neues Projekt. Natürlich kann Atömchen das nicht abschlagen und sagt per Brief zu. Er packt seine Koffer und verabschiedet sich von Micky.

Altern (© Egmont Ehapa)

Nun hat Micky wieder mehr Zeit für seine Freunde und besucht Minnie. Die leidet unter starken Depressionen. Der Zahn der Zeit nagt auch an ihr und so hat sie eine Falte entdeckt. Sie ist so niedergeschlagen, dass Micky sie ablenken will und mit ihr deshalb ins Kino geht. Doch auch das hilft ihr nicht, bis sie im Film über die ewige Jugend der Bewohner von Shangrila erfährt. Also läuft sie nach dem Film schnurstracks in ein Reisebüro, doch der Mitarbeiter lacht sie nur aus. Shangrila ist eine fiktive Stadt im Himalaya. Sie trennt sich im Streit von Micky und wird auf dem Weg heim gemousenappt. Ein Fahrzeug mit Shangrila Kennzeichen packt sie ein. Doch auch Micky ereilt dieses Schicksal, auch er wird von jemanden gemousenappt – von Trudi. Bei ihr zuhause weckt sie Micky mit einer kalten Dusche auf und erzählt ihm davon, dass Karlo vor zehn Monaten verschwunden sei. Doch Micky scheint das wenig zu tangieren und schreitet davon. Trudi ist überzeugt davon, dass Micky Lunte gerochen hat und dem Fall nicht widerstehen kann, also beschattet sie ihn. Nun liest Micky in den Kleinanzeigen eine Anzeige, die an ihn adressiert ist. Er soll zum Flughafen von Aklavik fahren, um nach Shangrila zu kommen.

Autor des Buches (© Egmont Ehapa)

Micky kann dem ganzen nicht glauben und will den Autor des Buches über Shangrila befragen. Im Studio erfährt er die Adresse und fährt hin. Der Autor ist entsetzt, er hat die Stadt erfunden, niemand dürfe den Namen verwenden. Gemeinsam brechen sie nun zum Flughafen auf – Trudi ist ihnen auf den Fersen. Am Flughafen befindet sich auch ein Mann, der der Minnie entführt hat und sie in ihrem Koffer transportiert. Über den Wolken bedroht der Mann die Piloten und springt mit dem Fallschirm, mit Minnie im Koffer, irgendwo im Nirgendwo ab. Das Flugzeug fliegt weiter, am Zielort angekommen steigen Micky und der Autor Jakob in ein Charterflugzeug um, gefolgt von Trudi. Micky hat eine Karte und so kommen sie am Zielort an – Mitten im Eis. Ein Mann gibt sich als Imud zu erkennen und begleitet sie nach Shangrila. Sie decken noch das Flugzeug mit einer Plane ab. Trudi verfolgt sie und findet so auch den Weg nach Shangrila. Ein schmaler Eispfad mit einigen Fallen führt hin, gar nicht so ungefährlich. Micky und Jakob sind vom Anblick Shangrilas erstaunt und beobachten die Bewohner. Die streiten sich gerade um Edelsteine, die sie aus dem Wasser fischen. Doch nicht aus Habgier, sie tauschen die Edelsteine gegen Jetons ein, die sie für Spielautomaten benötigen. Sie sind regelrecht im Spielwahn. Imud führt sie zum Palast, dort staunt Micky nicht schlecht als er Karlo und Minnie erblickt.

Teil 2[Bearbeiten]

Atemberaubender Anblick (© Egmont Ehapa)

Wie kann das sein? Sein ärgster Widersacher und seine Verlobte im weitentfernten Shangrila! Es stellt sich heraus, dass Karlo Minnie entführen hat lassen, damit sie seine Verlobte wird. Und sollte Micky auftauchen, hat er schon einen Folterstuhl für ihn vorbereiten. Ein aufbrausender Micky stürmt hinein und stellt beide zur Rede. Es kommt zum Gefecht zwischen Micky und Karlo, das Karlo locker gewinnt. Auch Jakob stürmt hinzu, hat ebenfalls keine Chance. Karlo weist nun auf das große Buch von Shangrila hin, das über Friedfertigkeit vor dem Feind und Sanftmut vor den Unsympathen schreibt. Doch mit dem Buch verletzt er Micky nur, ebenso mit einer Gebetstafel.

Um ihren Verlobten zu retten, willigt Minnie der Hochzeit zu. Micky und Karlo sind erstaunt, und abgesehen von Karlo ist niemand glücklich mit dieser Entscheidung. Aber es wirkt, Karlo ist besänftigt und denkt nicht mehr daran Micky auf dem Stuhl zu foltern. Er erzählt Micky wie er selbst nach Shangrila gelangte. Er war mit Spielautomaten im Flugzeug unterwegs, die er im Ausland verkaufen wollte und durch einen Unfall verliert er seine Fracht und muss selbst aus dem Flugzeug abspringen. Da er mit dem Fallschirm genau über Shangrila hinabgleitet, sehen ihn die Bewohner als eine überirdische Erscheinung an. Als Karlo merkte, dass hier wertvolle Edelsteine lagerten, begann er die Bewohner spielsüchtig zu machen und das Dorf so auszubeuten. Ein Schutzschild mit den Steinen schützt die Bewohner davor von oben erkannt zu werden. Nun will Karlo auch diese Steine herausholen lassen. Ein kleiner Mann wird aufmerksam, als er den Namen Micky hört. Er gibt sich Micky unter vier Augen als der Große Mahud zu erkennen. Er habe von Micky per Zeitung erfahren und ihn herholen lassen, um sein Volk zu retten. Zeitgleich studiert Jakob das Buch von Shangrila und ist von der Lehre begeistert, regelrecht geblendet. Er wird zum Pazifisten und kann Micky nicht mehr helfen.

Karlo der Fremdgänger (© Egmont Ehapa)

Micky erkennt seine hoffnungslose Lage. Karlo wird als Gott verehrt, Minnie heiratet Karlo und er wird zum Arbeiten verdonnert. Doch da ist ein Lichtblick, Trudi. Als sie von der Verlobung erfährt, wird sie wild. Karlo will inzwischen Minnie aufsuchen, die einen Brief an Micky schicken lassen hat, in dem sie sagt, dass sie ihn retten wollte. Karlo fängt den Brief ab und wird zornig. Als Karlo Minnies Zimmer stürmt, findet er eine andere Dame vor – Trudi. Die liest ihm die Leviten und verprügelt ihren Verlobten mit einem Holzpfahl.

Die Bewohner sind indessen dabei die schützenden Steine zu entfernen und ihre Stadt zu opfern, damit sie ihre Spielsucht befriedigen können. Zeitgleich entdeckt Micky heiße Luft, die aus der Erde strömt. Micky kommt auf die rettende Idee, da Karlo als Gott angesehen wird, kann er nur verschwinden indem er wieder in den Himmel emporsteigt. Also basteln Micky und Minnie einen Ballon, der aussieht wie ein großer Karlo. Der Trick funktioniert, ein gigantischer Kater Karlo steigt gefüllt mit heißer Luft zum Himmel auf und verlässt Shangrila. Gleich darauf zerstören Mahud und Micky die Spielautomaten mit Spitzhacken. Die Teile der zerstörten Geräte werfen sie in den Fluss. Der von Trudi völlig geplättete Karlo wird mit seinem Foltergerät weiter vermöbelt, bevor er gefesselt und in Verkleidung außer Landes gebracht wird. Der Große Mahud feiert noch mit den Helden, bevor sie gehen. Nur Jakob bleibt, da er vom pazifistischen Gedanken so begeistert ist. Außerhalb von Shangrila wirkt der Trank des Oberhaupts und die Helden verlieren ihr Gedächtnis. So wird das Geheimnis von Shangrila gewahrt. Doch am glücklichsten ist Minnie, als sie in den Spiegel blickt, ihre Falten sind verschwunden.

Galerie[Bearbeiten]

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

Die Geschichte ist eine sehr gut bewertete Geschichte von Romano Scarpa und belegt derzeit (2022) den 185. Platz im Inducks.[1]

Auf der ehemaligen Fanseite www.lustige-taschenbuecher.de erhielt die Geschichte 32 top, zehn gut sowie zwei mittelmäßig Bewertungen (von insgesamt 45 Bewertungen) und lag damit auf den vorderen Plätzen der Toplisten.

Atömchen hat eine kleine Nebenrolle zu Beginn dieser Geschichte. Damit wollte Scarpa die Atömchen-Saga beenden und Atömchen verschwand auch von der Bildfläche, bis ihn Casty 2012 mit „Die Dimension der Schatten“ wieder zum Leben erweckt hat.

Parodie (© Egmont Ehapa)

Die Geschichte ist eine Parodie auf den Roman Der verlorene Horizont von James Hilton aus dem Jahr 1933, den Frank Capra mit In den Fesseln von Shangri-La 1937 verfilmte. Scarpas Werk hat aber wenig gemeinsam mit den beiden Werken. Der wesentliche gleichbleibende Aspekt ist die Kulisse von Shangrila, dem verborgenen Reich, in dem die Zeit langsamer vergeht. Ein weiterer Hinweis findet sich als Micky und Minnie ins Kino gehen, um sich den Film anzusehen.

Aufgrund seines pazifistischen Grundtenors und der Kritik an der westlichen Lebensweise wurde der Film, der als Vorlage diente, mehrmals massiv gekürzt und umgeschnitten. Außerdem wurde der Film für Propagandazwecke missbraucht. Erst mit der Abschaffung des Hays Code 1973 wurde versucht den Film wiederherzustellen. Es dauerte 25 Jahre bis man den Film beinahe wiederherstellen konnte. Es fehlen noch fünf Minuten, jedoch ist die Tonspur vorhanden und so wurden Bilder in den fehlenden Passagen eingefügt. Die Amerikaner machten 1942 aus China Japan, während der McCarthy-Ära strich man weitere pazifistische Utopien, um die pro-kommunistischen-Ideale zu verbergen.

Scarpas Geschichte kann man auch als Kritik an der Glücksspielsucht sehen, die deutlich durch den Kontrollverlust der Bewohner bemerkbar wird. Die Bewohner sind sogar bereit die Sicherheit des Landes zu opfern, um Jetons zum Spielen an den Automaten zu bekommen. Die Spieler erhöhen die Häufigkeit und den Einsatz, so wie es auch süchtige Menschen tun und vernachlässigen ihre Verpflichtungen. Scarpas Kritik ist heftig und gnadenlos gegenüber den Glücksspiel und den Spielautomaten, die in jeden Jahren in auch in Italien an Boden gewannen.[2]

Trivia[Bearbeiten]

  • Unter anderem hat diese Geschichte Romano Scarpa auch einen Eintrag in der IMDB beschert.[3]
  • Dies ist eine der wenigen Disney-Geschichten, in der es um das Altern und den Lauf der Zeit geht. Minnie beklagt hier ihre Falten.
  • Kater Karlo versucht hier Minni (noch ohne e) zu einer Hochzeit zu zwingen. Er darf auch noch rauchen und wird von Trudi verdroschen. Dazu gibt es auch einige Witze über das Übergewicht von Karlo und Trudi.
  • Die Geschichte beinhaltet erst den zweiten Auftritt von Trudi, die nur ein Jahr zuvor von Scarpa erfunden wurde.
  • Der Film gilt als bahnbrechender Abenteuerfilm, das Buch gilt als Weltliteratur. Beides hat die Legende um Shangri-La befeuert und einen rechten Kult entstehen lassen, dem auch Roosevelt verfiel.
  • Shangri-La beruht auf der Legende von Shambhala. Das Wort setzt sich zusammen aus shang (Zentraltibet) und la (Pass).
  • Shangri-La wurde zu einem Synonym für das Paradies oder idealen Rückzugsort aus dem Weltgeschehen. Das Buch entstand vor dem zweiten Weltkrieg und unmittelbar nach der Weltwirtschaftskrise von 1929.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]