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Unter Haien

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Unter Haien
Treasure under Glass
Erstveröffentlichung: Januar 1991
Entstehungsdatum: 1988
Storycode: D 90227
Story: Don Rosa
Zeichnungen: Don Rosa
Seiten: 20
Deutsche Übersetzung: Peter Daibenzeiher, seit der Don Rosa Collection 2011 Jano Rohleder
Deutsche Erstveröffentlichung: Mickyvision 3/1991
Weiterführendes

link= D 90227 Infos zu Unter Haien beim Inducks

Käpt'n Kuda mag keine Konkurrenten (© Egmont Ehapa)

Unter Haien (Original Treasure under Glass) ist eine Schatzsuche von Don Rosa, in der die Ducks nach einer Karte suchen, auf der alle gesunkenen Goldgaleonen der Karibik verzeichnet sind.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Die Ducks sind wieder einmal auf Schatzsuche! Diesmal in den Gefilden der Karibik, es geht um die versunkenen spanischen Galeonen des 17. Jahrhunderts. Tatsächlich waren die Schiffe, die das Gold der ausgebeuteten Ureinwohner nach Spanien transportierten, hin und wieder gesunken und liegen dort heute noch! Natürlich hatten die Spanier damals versucht, das Gold zu bergen. So bekam unter anderem Francisco Melian im Jahre 1622 eine ganze Flotte zu Verfügung gestellt, um die gesunkene Armada zu bergen. Doch leider fehlten den Schatzsuchern damals die technischen Mittel. Sie wussten genau, wo das Gold war, konnten es sogar sehen, es an die Oberfläche zu bringen war ihnen jedoch unmöglich. Anders unsere Schatzsucher von heute: Sie könnten die Schätze theoretisch bergen, wissen aber nicht, wo diese sind. Eben haben sie unter dem Wasser ein neues Schiff erspäht. Donald und seine Neffen tauchen hinunter. Doch die Ducks wurden bereits von einem weiteren Schatzsucher erspäht: Käpt'n Kuda mit seinem Helfer Conchy! Und der hat es gar nicht gern, wenn sich andere Schatzsucher in „seinem“ Territorium aufhalten. Und so begeht er eine weitere Schandtat in seiner Piratenkarriere: Er schmeißt Fleisch ins Wasser. Dadurch werden Haie angelockt – und die Ducks unter Wasser geraten ganz schön in Bedrängnis! Dagobert kann nichts tun.

Unter Haien (© Egmont Ehapa)

Bald ist der Sauerstoff alle! Doch da entdecken sie eine von Korallen bedeckte Glocke auf dem Grund. Und unter der Glocke gibt es noch Luft und Schutz vor Haien bietet sie auch! So ein Glück! Per Funk kontaktieren sie Dagobert, er solle die Glocke bergen. Als die oben ist traut Dagobert kaum seinen Augen: Eine Taucherglocke aus dem 17. Jahrhundert! Von der Bergungsflotte Melians! Folglich ist das Schiff da unten Melian Schiff! Also müssen sich in dem Wrack Karten befinden, auf denen alle den Spaniern damals bekannten gesunkenen Schiffe eingetragen sind! Und das waren so einige! Donald und Dagobert begeben sich sofort wieder nach unten. Doch die Karten sind mittlerweile alle im Wasser aufgelöst. Aber das ist kein Problem: An einer Wand des Schiffes gibt es noch eine riesige Wandkarte und die in bester Qualität! Doch die beiden haben keine Zeit, sie sich genauer anzugucken, denn genau da kommt ein riesiger Hai angerauscht. Nichts wie weg! Sie fliehen unter die Glocke und können noch gerade so an die Oberfläche gebracht werden. Sie brauchen einen Plan, um zur Karte zu gelangen und diese abfotografieren zu können! Momentan ist das mit den ganzen Haien absolut unmöglich. Doch Donald hat bereits eine Idee. Die ist zwar von einer Wahnwitzigkeit ohnegleichen, doch in Angesicht der enormen Schätze, die winken (etliche mit Gold beladene Schiffe!!) ist Dagobert kein Preis zu hoch und so gibt er den Auftrag für die verrückteste Bergungsaktion der Geschichte: Eine gigantische Glasglocke, die über das Schiff gelassen wird. Dann soll die Luft abgepumpt werden, sodass man in der Glocke wie an Land gehen kann und in aller Ruhe unter besten Bedingungen Fotos schießen kann! Doch mittlerweile ist auch Käpt'n Kuda wieder auf die Aktivitäten seiner Konkurrenten aufmerksam geworden…

Die Glocke (© Egmont Ehapa)
Eine sehr ausführliche und reichhaltige Schatzkarte! (© Egmont Ehapa)

Der Plan mit der Glocke funktioniert! Das ganze Wasser wird abgepumpt und es entsteht eine Art Halle unter Wasser, in der die Ducks sich frei bewegen können! Sie begeben sich zum Schiff und machen Fotos ohne Ende von der wertvollen Karte. Doch mittlerweile hat Kuda mit Gewalt die Kontrolle über Dagoberts Schiff errungen. Und nun begibt er sich bewaffnet in die Glocke und bedroht die Ducks. Sie sind gezwungen, ihm die Kamera zu überlassen und er macht sich aus dem Staub – mit der Glocke, mit der die Ducks runtergekommen sind. Die haben nun nichts mehr, um hochzukommen! Und damit nicht genug: Durch den enormen Auftrieb lockern sich die Pflöcke, mit denen die Glocke am Meeresgrund befestigt ist und plötzlich hebt die ab! Da wirklich sehr viel Luft unter der Glocke war, wird diese mit enormem Druck und sehr großer Geschwindigkeit hochgedrückt. Die Ducks sind dem riesigen Wasserstrudel und den Haien ausgesetzt. Durch riesiges Glück gelangen sie an die Oberfläche. Doch mittlerweile ist auch Dagobert in großen Schwierigkeiten. Die riesige Welle, die von der auftreibenden Glocke verursacht wurde, hat sein Schiff erfasst und es gegen ein Riff geschleudert. Nun steht es vertikal zum Wasser und Dagobert hängt in der Luft. Die Neffen befreien ihn und wollen mit dem Rettungsboot zurück an Land, enttäuscht von ihrer Niederlage in jeder Hinsicht. Doch da hören sie Hilferufe. Sie fahren den Rufen nach und werden von einer riesigen Überraschung erwartet: Nachdem die Glocke aus dem Wasser geschossen ist, hat sie sich gemäß den Gesetzen den Physik umgedreht und ist mit der Öffnung nach oben wieder im Wasser gelandet. Dort bildet sie ein riesiges und sehr tiefes Becken mitten im Meer. Und in diesem Becken sind Kuda und Conchy durch einen Moment der Unachtsamkeit gelandet! Im Tausch gegen die Kamera helfen die Ducks ihnen wieder heraus. Ende gut, alles gut: Die Piraten werden verhaftet und Dagobert hat seine wertvolle Karte!

Historische Hintergründe[Bearbeiten]

Die Spanier sind so nah dran, doch mehr als schnuppern ist nicht… (© Egmont Ehapa)

Bereits früh hatten die Spanier einen großen Teil Süd- und Mittelamerikas erobert und unterworfen. Nun beuteten sie die neuen Gebiete aus. Eines der wichtigsten Produkte, das es in den Regionen in großer Menge gab, war – Gold! Die Spanier beuteten die Minen aus und transportierten die riesigen Goldmengen in riesigen Flotten nach Spanien. Das war jedoch nicht immer so einfach, denn die Flotten waren vielen Gefahren ausgesetzt. Da gab es erst einmal Freibeuter, wie der berühmt-berüchtigte Sir Francis Drake, aber auch natürliche Gefahren, wie die tropischen Stürme, wie sie im Karibikraum regelmäßig auftreten. So geriet 1622 die spanische Silberflotte, die eine riesige Menge Gold von Cartagena de Indias in Kolumbien nach Havanna transportieren sollte, vor den Florida Keys in einen Sturm. Die Schiffe wurden auf ein Riff geschleudert und einige sanken. Sie wurden erst viel später geborgen, die „Nuestra Señora de Atocha“ sogar erst 1985 vom Schatzsucher Mel Fisher, sie stellt den bis dahin größten jemals entdeckten Schatz dar.[1][2] Ein ähnliches Schicksal widerfuhr zahlreichen anderen Schiffen, sodass es dort tatsächlich einige verborgene Schätze geben dürfte (allerdings vielleicht doch nicht ganz so viele, wie auf der Karte gezeigt).

Auch die frühen Schatzsucher hat Don Rosa sich nicht aus dem Fingern gesogen. So sollen bereits fünf Minuten nach Sinken einiger Schiffe die ersten Leute versucht haben, die verlorenen Schätze zu bergen.[3] Kurz nach der Katastrophe vor den Florida Keys schickte der spanische König Philipp IV eine ganze Flotte unter der Führung von Francisco Núñez Melián in das Gebiet, um die Schiffe zu bergen. Melian war ein Experte der Seefahrt und schaffte es auch, große Goldschiffe wie die „Santa Margarita“ zu lokalisieren, doch bei der Bergung scheiterte auch er an der Tiefe. Nichtsdestotrotz wurde er wegen seiner Bemühungen kurz darauf zum Gouverneur von Venezuela ernannt.[4] So waren ihm die Positionen der Galeonen bekannt, er konnte sie aber nicht bergen.

Hintergrund und Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Das ursprünglich letzte Panel: Als die Glasglocke aus dem Wasser schießt, dreht sie sich um und bildet ein Becken im Meer. Kuda und Conchy haben nicht aufgepasst… (© Egmont Ehapa)

Im Jahr 1988 hatte Don Rosa ein weiteres seiner langen Abenteuer für Gladstone angelegt, Seine Majestät Dagobert I.. Doch dieses wurde erst einmal von Disney geprüft. Und das dauerte seeehr lange. In der Zeit fertigte Don Rosa einige weitere Skripte an, unter anderem Unter Haien. Als er bereit war, diese Geschichte umzusetzen, hatte Gladstone mittlerweile jedoch die Lizenz verloren und durfte keine neuen Abenteuer mehr veröffentlichen. Don Rosa weigerte sich auch, die Geschichte direkt für Disney anzufertigen und der niederländische Verlag Oberon wollte nur kurze Geschichten. So kommt es, dass diese Geschichte erst drei Jahre nach ihrer Entstehung, nämlich im Jahre 1991 veröffentlicht wurde, als Don Rosa zu Egmont kam, wo er genügend Freiheiten hatte, um die Story umzusetzen.

Ursprünglich sollte die Geschichte auf der nun vorletzten Seite enden, Don Rosa fügte jedoch noch eine zwanzigste Seite hinzu, in der die Piraten verhaftet werden und es einen (nach Don Rosas eigener Aussage) nicht besonders guten Schlussgag gibt. Erwähnenswert ist auch noch, dass Don Rosa die Geschichte so anlegte, dass er später die Möglichkeit haben würde, Fortsetzungen zu schreiben, in denen Dagobert sich dann tatsächlich auf die Suche nach dem Gold macht. Letztendlich fertigte er jedoch nur eine einzige solche Fortsetzung an, nämlich Das Geheimnis von Eldorado.[3]

Trivia[Bearbeiten]

  • In dieser Geschichte ist keine D.U.C.K.-Widmung enthalten. Don Rosa wollte eine unten links in den Wellen verstecken, hat diese dann aber vergessen.[3]
  • Dagoberts Schiff heißt „Goldene Gans II“, natürlich in Anlehnung an die Goldene Gans aus Carl Barks' 13 Trillionen.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Laut Don Rosa spielen die Abenteuer mit den Ducks in den 1950ern, sodass hier der Schatz noch nicht entdeckt wurde
  2. Nuestra Señora de Atocha in der Wikipedia
  3. 3,0 3,1 3,2 Don Rosa in Hinter den Kulissen von „Unter Haien“, Don Rosa Library 3, S. 55 (2020)
  4. Francisco Núñez Melián in der Real Academia de la Historia (auf Spanisch)