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Duckipedia:Oscar Spezial 2007

Aus Duckipedia
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©Disney Duckipedia Oscar Spezial 2007

Herzlich Willkommen beim Duckipedia Oscar Spezial 2007. Hier findet ihr sämtliche wichtigen Fakten über die diesjährigen Oscar-Nominierten aus dem Hause Disney. Außerdem gibt es hier einige Einschätzungen darüber, wer gewinnen könnte. Und in der großen Oscar-Nacht vom 25. auf den 26. Februar findet ihr hier eine topaktuelle Berichterstattung über die diesjährige Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt.

Das wichtigste Hollywood-Ereignis des Jahres

Dieses Jahr wird der Oscar zum 79. Mal verliehen - und erstmals wird die Duckipedia über die größte und berühmteste Preisverleihung der Welt berichten.

Der begehrteste Preis Hollywoods (© Acadamy of Motion Pictures Arts & Sciences)

Verliehen wird der Goldjunge von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die den Preis 1929 ins Leben rief - damals noch als Wiederbelebungsmaßnahme des Kinos gedacht und bis heute wird hinter vorgehaltener Hand behauptet, die damaligen Preisträger hätten sich den Preis erschleichen können. Mittlerweile ist der Oscar der berühmteste und auch wichtigste Filmpreis überhaupt - Schauspieler, Regisseure und Autoren, die einen Oscar gewinnen haben ausgesorgt. Sie haben mehr Mitbestimmungsrecht, gelten als wichtig und sie können mit höheren Gagen rechnen.

In den letzten Jahren wird zugleich jedoch immer mehr Kritik laut: Die Acadamy entscheide meist am Publikum hinweg und vergebe den Preis oft auch nach Sympathie und weniger aufgrund der eigentlichen Leistung. Doch diese Kritik hat dem Preis nicht geschadet: Bei keinem anderen Preis interessiert sich das Publikum so sehr dafür, wer gewinnt und wer verliert.

Hollywood feiert sich selbst und die größten Leistungen des vergangenen Jahres - und wir von der Duckipedia sind dabei, um euch auf dem Laufenden zu halten.

Wo hat Disney die größten Chancen, wo steht der Gewinner praktisch fest. Lest dies und mehr in unserem Oscar Special 2007.

Sind dies die Oscars 2006 oder die Oscars 2007?

Eine häufig gestellte Frage ist die danach, ob dieses Jahr die Oscars 2007 (Jahr der Verleihung) oder die Oscars 2006 (Jahr der Filmveröffentlichungen) verliehen werden. Eine klare Antwort gibt es nicht: Meistens ist von den Oscars 2006 die Rede, doch manche Kritiker und Experten sprechen beharrlich vom Oscar 2007. Am besten ist es, wenn man es wie die Acadamy macht und die Preisverleihung 2007 schlicht als die "79th Annual Acadamy Awards" bezeichnet.

Die Nominierten

Hier findet ihr sämtliche Oscar-Nominierungen dieses Jahres. Die nominierten Filme des Disney-Konzerns sind fett gedruckt.

Bester Film

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  • Babel
  • Departed - Unter Feinden
  • Letters from Iwo Jima
  • Little Miss Sunshine
  • Die Queen

Beste Regie

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  • Alejandro González Inárritu - Babel
  • Martin Scorsese - Departed
  • Clint Eastwood - Letters from Iwo Jima
  • Stephen Frears - Die Queen
  • Paul Greengrass - Flug 93

Bester Hauptdarsteller

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  • Leonardo DiCaprio - Blood Diamond
  • Ryan Gosling - Half Nelson
  • Peter O'Toole - Venus
  • Will Smith - Das Streben nach Glück
  • Forest Whitaker - Der letzte König von Schottland

Beste Hauptdarstellerin

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  • Penélope Cruz - Volver - Zurückkehren
  • Judi Dench - Tagebuch eines Skandals
  • Helen Mirren - Die Queen
  • Meryl Streep - Der Teufel trägt Prada
  • Kate Winslet - Lttle Children

Bester Nebendarsteller

  • Alan Arkin - Little Miss Sunshine
  • Jackie Earle Haley - Little Children
  • Djimon Hounsou - Blood Diamond
  • Eddie Murphy - Dreamgirls
  • Mark Wahlberg - Departed

Beste Nebendarstellerin

  • Adriana Barraza - Babel
  • Cate Blanchett - Tagebuch eines Skandals
  • Abigail Breslin - Little Miss Sunshine
  • Jennifer Hudson - Dreamgirls
  • Rinko Kikuchi - Babel

Bestes Original - Drehbuch

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  • Guillermo Arriaga - Babel
  • Iris Yamashita & Paul Haggis - Letters from Iwo Jima
  • Michael Arndt - Little Miss Sunshine
  • Guillermo del Toro - Pans Labyrinth
  • Peter Morgan - Die Queen

Bestes adaptiertes Drehbuch

  • Sacha Baron Cohen, Anthony Hines, Peter Baynham, Dan Mazer & Todd Phillips - Borat
  • Alfonso Cuarón, Timothy J. Sexton, David Arata, Mark Fergus & Hawk Ostby - Children of Men
  • William Monahan - Departed
  • Todd Field & Tom Perrotta - Little Children
  • Patrick Marber - Tagebuch eines Skandals

Bester fremdsprachiger Film

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  • Nach der Hochzeit (Dänemark)
  • Days of Glory (Marokko)
  • Das Leben der Anderen (Deutschland)
  • Pans Labyrinth (Mexiko)
  • Water (Kanada)

Bester animierter Film

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  • Cars
  • Happy Feet
  • Monster House

Beste Kamera

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  • Vilmos Zsigmond - Black Dahlia
  • Emmanuel Lubezki - Children of Men
  • Dick Pope - Der Illusionist
  • Guillermo Navarro- Pans Labyrinth
  • Wally Pfister - Prestige

Beste Ausstattung

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  • John Myhre & Nancy Haigh - Dreamgirls
  • Jeannine Claudia Oppewall, Gretchen Rau & Leslie E. Rollins - Der gute Hirte
  • Eugenio Caballero & Pilar Revuelta - Pans Labyrinth
  • Rick Heinrichs & Cheryl Carasik - Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
  • Nathan Crowley & Julie Ochipinti - Prestige

Beste Kostüme

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  • Chung Man Yee - Der Fluch der goldenen Blume
  • Patricia Field - Der Teufel trägt Prada
  • Sharen Davis - Dreamgirls
  • Milena Canonero - Marie Antoinette
  • Consolata Boyle - Die Queen

Bester Schnitt

  • Douglas Crise & Stephen Mirrione - Babel
  • Richard Chew & Steven Rosenblum - Blood Diamond
  • Alfonso Cuarón & Alex Rodriguez - Children of Men
  • Thelma Schoomaker - Departed - Unter Feinden
  • Clare Douglas, Richard Pearson & Christopher Rouse - Flug 93

Bester Song

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  • I Need to Wake Up von Melissa Etheridge - Eine unbequeme Wahrheit
  • Listen vom Henry Krieger, Scott Cutler & Anne Preven - Dreamgirls
  • Love You I Do von Henry Krieger & Siedah Garrett - Dreamgirls
  • Patience von Henry Krieger und Willie Reale - Dreamgirls
  • Our Town von Randy Newman - Cars

Beste Originalmusik

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  • Gustavo Santaolalla - Babel
  • Thomas Newman - The Good German
  • Philip Glass - Tagebuch eines Skandals
  • Javier Navarrete - Pans Labyrinth
  • Alexandre Desplat - Die Queen

Bester Ton

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  • Kevin O'Connell, Greg P. Russell & Fernando Cámara - Apocalypto
  • Andy Nelson, Anna Behlmer & Ivan Sharrock - Blood Diamond
  • Michael Minkler, Bob Beemer & Willie D. Burton - Dreamgirls
  • John T. Reitz, David E. Campbell, Gregg Rudloff & Walt Martin - Flags of Our Fathers
  • Paul Massey, Christopher Boyes & Lee Orloff - Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2

Bester Tonschnitt

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  • Sean McCormack & Kami Asgar - Apocalypto
  • Andy Nelson, Anna Behlmer & Ivan Sharrock - Blood Diamond
  • Alan Robert Murray & Bub Asman - Flags of Our Fathers
  • Alan Robert Murray - Letter from Iwo Jima
  • George Watters II & Christopher Boyes - Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2

Bestes Makeup

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  • Aldo Signoretti & Vittorio Sodano - Apocalypto
  • Kazuhiro Tsuji & Bill Corso - Klick
  • David Martí & Montse Ribé - Pans Labyrinth

Beste visuelle Effekte

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  • John Knoll, Hal T. Hickel, Charles Gibson & Allen Hall- Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
  • Boyd Shermis, Kim Libreri, Chas Jarrett & John Frazier - Poseidon
  • Mark Stetson, Richard R. Hoover, Neil Corbould & Jon Thum - Superman Returns

Bester Kurzfilm

  • Binta and the Great Idea
  • One Too Many
  • Helmer & Son
  • The Saviour
  • West Bank Story

Bester animierter Kurzfilm

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  • The Danish Poet
  • Lifted
  • The Little Matchgirl
  • Maestro
  • No Time for Nuts

Bester Dokumentarkurzfilm

  • The Blood of Yingzhou District
  • Recycled Life
  • Rehearsing a Dream
  • Two Hands

Bester Dokumentarfilm

  • Deliver Us from Evil
  • Eine unbequeme Wahrheit
  • Iraq in Fragments
  • Jesus Camp
  • My Country, My Country


Vorstellung der Disney-Nominierungen

An dieser Stelle möchten wir euch die Produktionen vorstellen, die aus dem Hause Disney stammen und für den diesjährigen Oscar nominiert wurden. Kurz und knapp findet ihr auf einem Blick heraus, worum es im jeweiligen Film geht und wofür er nominiert wurde. Außerdem stellen wir kurz die nominierten Künstler vor, die sich nun die Hoffnung auf den wichtigsten Filmpreis überhaupt machen können.

Die Vorstellung der Nominierten ist hier nach Filmen geordnet, nicht nach Kategorien oder nominierter Person.

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2

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Der Film: Nach den Ereignissen aus Fluch der Karibik schien zunächst Normalität in das Leben der Protagonisten eingekehrt zu sein - doch weit gefehlt: Die Erlebnisse schlagen hohe Wellen, und diese Auswirkungen bekommen Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth Swann bald zu spüren. Weil sie Jack geholfen haben zu fliehen, sollen Will, Elizabeth und Norrington exekutiert werden. Jack dagegen muss um sein Leben bangen, weil der gefürchtete Davy Jones nun nach Jacks Seele trachtet. Jeder der vier versucht nun das ganze zu seinem Gunsten auszuloten - dabei stehen sie sich jedoch auch im Weg...

Produziert wurde Fluch der Karibik 2 von Jerry Bruckheimer (Armageddon, Pearl Harbor, The Rock, Gegen jede Regel, Déjà Vu, ...), Regie führte Gore Verbinski, der sich auch für The Ring verantwortlich zeichnete. In den Hauptrollen des von Ted Elliott und Terry Rossio geschriebenen Films sind Johnny Depp, Keira Knightley, Orlando Bloom und Bill Nighy zu sehen.

Die Kategorien: Fluch der Karibik 2 ist dieses Jahr einer der führenden Filme in den Technikkategorien: Mit vier technischen Nominierungen gehört der erfolgreichste Film des Jahres 2006 zu den Topfavoriten in diesem Teilbereich der Oscars. Dies sollte auch nicht all zu sehr verwundern, immerhin investierten Walt Disney Pictures und Jerry Bruckheimer Films 225 Millionen Dollar in diesen Film. Und von diesem bis dato höchsten Filmbudget aller Zeiten ging ein sehr großer Anteil in die Setbauten, das modernste Equipment und in die aufwändigen Spezialeffekte. So wurde der Film für die beste Ausstattung nominiert, was sowohl das Design als auch die Ausführung der Sets, Locations und Requisiten betrifft. Unter den meist gelobten Ausstattungsstücken von Fluch der Karibik 2 gehören das Geisterschiff Flying Dutchman, die schaurige Fantasie besonders realistisch umsetzt, die besonders detaillierte und von Disney-Veteran X. Atencio gelobte Hütte Tia Dalmas und das Dorf des Kannibalenstamms der Pelegosto.

Eine weitere Nominierung erhielt Fluch der Karibik 2 für den besten Ton des vergangenen Jahres. Diese Kategorie wird vom durchschnittlichen Kinogänger häufig unterschätzt, aber in Hollywood selbst legt man viel Wert auf einen ausgezeichneten Ton. Dabei ist es gerade der Ton, der von Cuttern und Regisseuren am häufigsten gescholten wird - unklar, nicht effektvoll genug, zu großes Rauschen, zu dumpf... Doch bereits die Verantwortlichen für den Ton von Fluch der Karibik wurden von Experten hoch gelobt - kein Wunder, dass man bei der Fortsetzung erneut auf Mitglieder des alten Tonteams setzte und nun auf den Oscar hofft.

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Ebenfalls nominiert wurde Fluch der Karibik 2 für den besten Tonschnitt: Eine Kategorie, in der meistens Actionfilme brillieren - denn hier kann ein schlechter oder guter Tonschnitt alles oder nichts bedeuten. Gerade in Fluch der Karibik 2 konnten die Verantwortlichen zeigen, wie der Ton geschnitten und abgemischt werden kann: Hans Zimmers epische Hintergrundmusik, wichtige Dialogzeilen, das Knarzen der Schiffsplanken, das Schlagen der Wellen, das Klirren der Schwerter und dann noch laute Kanonenschläge oder der gigantische Kraken - und bei alledem soll der Zuschauer noch wissen, wo ihm der Kopf steht.

Doch die von den meisten bemerkte technische Leistung des Films betrifft die visuellen Effekte, für die er auch nominiert wurde: Um Davy Jones darstellen zu können, entwickelte die Effektschmiede ILM eine neue Technik für das Motion Capturing, mit dem man schon Gollum und King Kong schuf. Nun konnte Bill Nighy am Set mit den anderen Darstellern drehen - etwas bisher nie da gewesenes, bislang mussten die Darsteller der CGI Figuren in einem eigenen Studio drehen. Durch die neue Technik konnte Nighy emotionaler spielen - was neue Herausforderungen hervorbrachte, da man nun noch mehr Mimikspiel im Computer umsetzen musste. Dem Team ist es wohl gelungen: Viele Kritiker dachten, Nighy habe vor der Kamera schweres Makeup getragen und Jones sei gar nicht am Computer erstellt worden. Doch nicht nur wegen Jones wurde das Effekteteam nominiert: Ganze Landschaften und Schiffe wurden am Computer erstellt und der gigantische Kraken verbindet klassische visuelle Effekte mit modernster Computertechnologie.

Die Nominierten: Aufgrund von Fluch der Karibik 2 können neun Künstler und Techniker auf einen Oscar hoffen. Hier möchten wir sie euch kurz und knapp vorstellen.

Für die Ausstattung wurde Rick Heinrichs nominiert, ein alter Freund von Kultregisseur Tim Burton, mit dem er schon an insgesamt acht Filmen zusammengearbeitet hat. Außerdem entwarf Burton einige Konzepte für Fluch der Karibik 2. Heinrichs war einer der wenigen neuen im Team von Fluch der karibik 2, die meisten hatten schon an Fluch der Karibik mitgearbeitet. Ebenfalls für die Ausstattung nominiert wurde Cheryl Carasik, die mit Heinrichs schon öfter zusammenarbeitete, unter anderem an Ghostbusters 2 und Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse.

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Für Ton den Ton wurde ein Dreigespann nominiert, wessen Mitglieder schon fast Oscar-Stammkandidaten sind. Lee Orloff wurde bereits acht Mal für den Oscar nominiert, darunter für Fluch der Karibik, hat den Preis aber bisher nur einmal gewinnen können, nämlich für seine Arbeit an Terminator 2. Sein Kollege Christopher Boyes, der mit ihm auch an Fluch der Karibik mitarbeitete, wurde bereits zehn Mal nominiert und konnte bislang vier Oscars abräumen. Er gewann den Oscar jeweils für seine Arbeiten an King Kong, Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs, Pearl Harbor und den bislang erfolgreichsten Film aller Zeiten, Titanic. Neu im Team ist Paul Massey, der erst für den zweiten Teil der Trilogie zum Pirates-Team stieß. Massey wurde sechs Mal für den Oscar nominiert und arbeitete an über 130 Filmen mit, darunter Master and Commander: The Far Side of the World, Air Force One und X-Men 2.

Auf den Tonschnittoscar kann das Duo George Watters II & Christopher Boyes hoffen, die beide an zahlreichen Jerry Bruckheimer-Filmen gearbeitet haben und auch schon auf zahlreiche Preise zurückblicken können.

Für die Effekte wurde ein Quartett aus der berühmten Effektschmiede Industrial Light & Magic nominiert: Der Star Trek und Star Wars erfahrene John Knoll (bislang vier Nominierungen), seine Fluch der Karibik-Kollegen Hal T. Hickel (zwei Nominierungen) und Charles Gibson (Sohn des Schauspielers Henry Gibson und Oscarpreisträger für Ein Schweinchen namens Babe) sowie der neu dazu gestoßene Alan Hall, der für Forrest Gump mit dem Oscar ausgezeichnet wurde


Cars

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Der Film: Rennneuling Lightning McQueen ist einer der drei großen Favoriten für den großen Rennfahrpreis, den "Piston Cup" - doch auf der Fahrt zum großen Entscheidungsrennen landet der Rennwagen auf dem dunklen Highway und schließlich in einem verschlafenen Nest namens Radiator Springs. Die Bewohner wollen Lightning erst fahren lassen, wenn er die Straße, die er zerstört hatte, wieder repariert. Hier lernt Lightning den Wert von Freundschaft kennen... Der Film spielt in einer Welt ohne Menschen - hier leben nur Autos, LKWs, Traktoren, Flugzeuge und Helikopter.

Regie führte John Lasseter, Pixar-Veteran und Freund von Disney-Animator Glen Keane. Es ist seine erste Regiearbeit nach dem Erfolg von Toy Story 2 und seinem ausgedehnten Familienurlaub, der ihn zu diesem Film inspirierte. Gewidmet ist der Film dem verstorbenen Animator und Autor Joe Ranft.

Die Kategorien: Cars wurde in den Kategorien Bester animierter Langfilm und Bester Song nominiert. Die Kategorie für Animationsfilme ist die jüngste in der Geschichte der Oscars: Für das Filmjahr 2001 eingeführt ist sie ein Grund für allerlei Zwietracht unter Brancheninsidern und (Animations-)Filmfans. Während einige froh darüber sind, dass Animationsfilme nun eine eigene Kategorie haben und so mehr Ansehen erlangen könnten, sehen andere darin einen Schachzug der Acadamy, um Trickfilme aus der Bester Film-Kategorie fernzuhalten - auch wenn es keine Regel gibt, die es Trickfilmen verbietet in beiden Kategorien nominiert zu werden. In den vergangenen Jahren gab es ein stets Kopf- an Kopfrennen zwischen Dreamworks und Pixar. Dieses Jahr ist Dreamworks nicht nominiert, so dass Pixar zumindest bei den Nominierungen aufholen konnte.

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Die Kategorie für den besten Song ist sozusagen eine Disney-Stammkategorie. Über 40 Songs aus dem Disney-Konzern wurden in dieser Kategorie nominiert, der letzte Sieg war Ohne dich wäre ich des Lebens nicht froh aus Die Monster AG von 2001 - Songschreiber war damals Randy Newman, der auch dieses Jahr Disneys und Pixars Oscarhoffnung erhöht.

Die Nominierten: Während in der Filmkategorie auch wirklich der Film selbst nominiert wurde, wird in der Songkategorie der Texter und Songschreiber nominiert - der in diesem Falle Randy Newman ist. Seine melancholische Hymne an Radiator Springs Our Town aus Cars ist seine 17. Oscarnominierung. Newman gewann bislang nur ein einziges Mal, nämlich für seinen Titelsong der Monster AG. Newman schreibt meistens Text und Melodie seiner Lieder und er ist es oft auch, der sie im Original singt - vor allem bei seinen Pixar-Titeln stellt er sich selbst vors Mikrofon. Newman wurde 1943 geboren und gilt als talentierter Pianist. Neben seiner Filmmusik schreibt und singt er auch oftmals satirische Popsongs. Newman ist außerdem der Verfasser des Songs You Can Leave Your Hat On, der Jahre nachdem Newmans Version auf den Markt kam durch Joe Cocker zu einem Riesenhit wurde und spätstens seit 9 ½ Wochen im kollektiven Gedächtnis als Striptease-Song festgesetzt wurde.

Prestige

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Der Film: Prestige erzählt die Geschichte zweier konkurrierender Magier aus London zum Ende des viktorianischen Zeitalters. Beide versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen und zu behindern - dabei wird ihr Kampf immer erbitterter und mündet schließlich sogar in einen Kampf um Leben und Tod.

Regie führte Christopher Nolan, der mit Batman Begins und Memento viel gefeierte, düstere Werke ablieferte. Auch Prestige, dessen Drehbuch von Nolan und seinem Bruder stammt, wurde als düsteres Drama bejubelt, dass die Zuschauer in seinen Bann ziehen soll. Produzierende Studios waren Warner Bros. und Touchstone Pictures.

Die Kategorien: Prestige wurde sowohl von amerikanischen, als auch von internationalen Kritikern hoch gelobt, vor allem für die spürbar sichere und energische Regie Nolans und die beiden Hauptdarsteller Hugh Jackman und Christian Bale. Einige Kritiker sahen für zumindest einen der drei auch Chancen auf eine Oscar-Nominierung. Doch die drei gingen leer aus. Stattdessen wurde Prestige für seine detaillierte Ausstattung nominiert, die das viktorianische London und die Welt der Zauberer treffend darstellt. Nominiert wurde der Film auch für die beste Kamera - Prestige hat eine für Nolans Filme sehr typische Kameraführung, die den Zuschauer hypnotisch ins Geschehen ziehen soll.

Die Nominierten: Kameramann Wally Pfister erntete für seine Arbeit an Prestige seine zweite Oscarnominierung. Seine erste erhielt er letztes Jahr für Batman Begins, an dem er ebenfalls mit Nolan zusammenarbeitete. Pfister gehört zu Nolans Stammteam, gemeinsam erhielten sie viel Ehre für die verstörende Bildgewalt in Memento. Für die Ausstattung wurden Nathan Crowley und Julie Ochipinti nominiert. Crowley und Ochipinti sind seit 1998 im Geschäft und haben gemeinsam an Batman Begins gearbeitet. Crowley lernte Nolan schon bei der Arbeit an Memento kennen, arbeitete aber auch an Jerry Bruckheimers Drama Die Journalistin mit.

Die Queen

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Der Film: Am 31. August 1997 stirbt Prinzessin Diana aufgrund eines schweren Autounfalls in Paris. Die britische Bevölkerung stürzt in große Trauer. Queen Elizabeth II. aber fühlt sich nicht dazu fähig, zum Schicksalsschlag Stellung zu nehmen und verschanzt sich mit Prinz Phillip und weiteren Familienmitgliedern im Schloss. Die Öffentlichkeit aber verlangt nach einer Stellungnahme der Queen, was dazu führt, dass immer mehr kritische Stimmen gegenüber der Queen laut werden.

Der Film basiert auf den wahren Ereignissen nach Dianas Tod und versucht neutral das Geschehene nachzustellen. Regie führte der oft gefeierte Stephen Frears, Helen Mirren spielt die Hauptrolle.

Die Kategorien: Die Queen ist nicht nur die größte Oscar-Hoffnung des Disney-Konzerns in diesem Jahr, sondern auch ein schlagendes Argument für die Fortführung des in den letzten Jahren herunter gekürzten Miramax-Studios. 2006 veröffentlichte Miramax 13 Filme in den USA, der Trend sollte weiter nach unten gehen. Von den weit über zwanzig Filmen, die einst im Jahr veröffentlicht wurden möchte man abweichen. Doch die alten Gerüchte, Disney möchte Miramax vielleicht völlig schließen sollten nun verstummen - das bei den Oscars erfolgreichste Studio des Konzerns wird wohl niemand schließen möchte. Allein Die Queen ist sechs Mal nominiert, darunter in der wichtigsten Kategorie: Bester Film.

Außerdem wurde Helen Mirren als beste Hauptdarstellerin nominiert. Bereits bei den Golden Globes und einigen anderen Preisverleihungen wurde sie als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, weshalb sie bei den Oscars als Favoritin ins Rennen geht. Stephen Frears, der bereits eine eigene Fangemeinde hat, kann nun auf den Oscar für die beste Regie hoffen. Die Queen wurde außerdem für das beste Original Drehbuch nominiert - eine klassische Nominierung für Nominierte in der Kategorie bester Film. Die Queen gehört außerdem zu den wenigen zeitgenössischen Filmen der letzten Jahre, der für die besten Kostüme nominiert wurde. Und schließlich kann der Film auf den fast schon disneytypischen Oscar für die beste Originalmusik hoffen.

Die Nominierten: Die Produzenten des Films würden bei einem Sieg in der Kategorie bester Film den Oscar entgegennehmen dürfen. Andy Harries würde somit seinen ersten wichtigen Filmpreis gewinnen ebenso wie Produzentin Christine Langan. Tracey Seaward, die schon zuvor mit Regisseur Stephen Frears zusammenarbeitete hatte mit Kleine schmutzige Tricks bereits Hoffnungen auf den europäischen Filmpreis.

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Der 1941 in Leicester geborene Stephen Frears begann seine Karriere in den 60er Jahren am Theater. 1985 schaffte er mit Mein wunderbarer Waschsalon den Durchbruch in der Kinobranche. Mittlerweile gilt er als einer der führenden britischen Regisseure und gewann bereits den goldenen Bären bei der Berlinale. Für den Oscar wurde er vor Die Queen bereits 1991 nominiert, jedoch verlor er gegen Kevin Coster und dem, der mit dem Wolf tanzt.

Helen Mirren erhielt durch Die Queen ihre dritte Oscar-Nominierung. Die 1945 geborene Britin ist eine klassische Shakespeare-Darstellerin und spielte im Überraschungserfolg Kalender Girls mit. Dieses Jahr gewann sie nicht nur den Golden Globe für ihre Darstellung der Elizabeth II. in Die Queen, sondern auch für ihre Darstellung von Elizabeth I., die sie in einer TV-Kurzserie spielte. Drehbuchautor Peter Morgan feiert mit Die Queen seinen ersten wirklich großen Erfolg. Sein bislang skurrilstes Werk ist die TV-Kurzserie Metropolis, die von Touchstone Television als amerikanische Zeichentrickproduktion im Anime-Stil neu verfilmt wurde. Kostümschneiderin Consolata Boyle ist bislang hauptsächlich für Eine Hochzeit zu dritt bekannt und feiert mit Die Queen ebenfalls ihren ersten großen Erfolg.

Der für die Musik nominierte Franzose Alexandre Desplat hat an über 90 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt, darunter der gefeierte Episodenfilm "11'09'01 – September 11" und die künstlerische Oscarhoffnung von 2004, Das Mädchen mit dem Perlenohrring.

Apocalypto

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Der Film: Regisseur Mel Gibson ist seit Die Passion Christi vernarrt in epische, brutale Filme in Fremdsprachen. Sein aktueller Film Apocalypto spielt während des Untergangs des Maya-Reiches und wurde in einem uralten Maya-Dialekt gedreht. Ansonsten ist der Film jedoch kein historisch korrektes Epos, sondern ein Action-Drama, dass sich diese Zeit und diesen Ort als Umgebung ausgesucht hat. Der Film handelt vom Maya Pranke des Jaguars, der verschleppt und versklavt wird. Er kann seine Familie in einem tiefen Erdloch verstecken, jedoch können sie ohne Hilfe nicht mehr aus ihrem Versteck entkommen. Als die kriegerischen Holcane, die neben Pranke des Jaguar noch andere Maya verschleppten, ein Spiel veranstalten, bei dem die Maya als lebende Zielscheiben herhalten müssen, kann Pranke des Jaguar fliehen - jedoch wird er vom feindlichen Stamm verfolgt und muss nun nicht nur um sein Leben bangen, sondern auch um das seiner Familie, der langsam der Sauerstoff ausgeht...

Die Kategorien: Vor Kinostart geriet der Film ins Kreuzfeuer der Presse: Mel Gibson wahr trunken am Steuer, beleidigte Polizisten und das Judentum. Hollywood distanzierte sich vom Darsteller und Regisseur und sagte ihm eine schlechte Zukunft im Geschäft vorraus. Der Film Apocalypto selbst, losgelöst vom Trubel um Gibson, wurde vor allem für seine epische und prächtige Ausstattung, den außergewöhnlichen Sound und das düster-realistische Makeup gelobt - die Story fand aufgrund ihrer Brutalität nicht nur Freunde. Die Oscar-Nominierungen verwunderten aber nur wenige: In den Tonkategorien Bester Ton' und Bester Tonschnitt wurde der ab 18 freigegebene Film ebenso nominiert wie in der Kategorie Bestes Makeup, in der dieses Jahr zwei düstere Stoffe (Pans Labyrinth und Apocalypto) gegen Adam Sandlers Komödie Klick antreten.

Die Nominierten: Für den Ton zeichnen sich drei Techniker zuständig, die insgesamt 30 Oscar-Nominierungen und bislang keinen einzigen gewonnenen Goldjungen aufweisen können. Kevin O'Connell, Greg P. Russell und Fernando Cámara. O'Connell ist mit insgesamt 156 Filmen seit 1980 ein wahrer Workaholic, und obwohl er bislang keinen Oscar gewann zählt er zu den größten seines Faches. Für dieses Jahr zeigte er sich sehr zuversichtlich und scherzte außerdem in einem Interview über seine bisherigen Oscar-Niederlagen: "Ich habe schon 19 Dankesreden aufgeschrieben und bewahre sie zu Hause in einer Schublade auf."

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O'Connell arbeitete in seinen Jahren in Hollywood schon an zahlreichen aufwändigen Blockbustern mit. Bereits sein erster Film war Star Wars - Das Imperium schlägt zurück, bei dem er noch für die Tonaufnahme zuständig war. Schon 1982 wechselte er ins Mischstudio und war unter anderem für den Ton des Horrorklassikers Poltergeist und des Don Bluth Werkes Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH verantwortlich. Außerdem war er unter anderem an Gremlins, Rambo 2, A Chorus Line, Twister, Godzilla und Terminator 3 tätig. Zudem gehört er einem von Jerry Bruckheimer öfters engagiertem Team von Tontechnikern an: Seit Top Gun von 1986 arbeitete er außerdem am Ton von Beverly Hills Cop 2, Pearl Harbor, Crimson Tide, Bad Boys, The Rock, Con Air, Armageddon, Das Vermächtnis der Tempelritter und einigen weiteren Filmen mit. Mel Gibson, den Regisseur von Apocalypto, lernte O'Connell bei der Arbeit an Gibsons großem Erfolg Die Passion Christi kennen - O'Connell war für den von Experten gepriesenen Ton zuständig und wurde deshalb auch für Gibsons aktuellen Film engagiert. 2006 kristallisierte sich O'Connell zu Disneys großen Oscarhoffnung heraus: Er arbeitete am Ton für den von Tony Scott gedrehten Denzel Washington-Film Déjà Vu (produziert von Jerry Bruckheimer und erhielt dafür nicht nur von Experten und Insidern, sondern auch von normalen Filmkritikern und -fans viel Lob, die sich im Normalfall ja nicht zu sehr um den Ton kümmern. Die atmosphärisch dichte und experimentierfreudige Klangwelt von Déjà Vu galt als außerordentlich gut und wurde als möglicher Oscar-Kandidat gehandelt. Auch die natürlichere Geräuschkulisse von Apocalypto fand einige Anhänger - und so startete Buena Vista einen große Oscarkampagne für O'Connells Arbeiten, sowohl Déjà Vu, als auch Apocalypto. Während zur Überraschung mancher Déjà Vu leer ausging, kann sich O'Connell nun aufgrund von Apocalypto Hoffnungen auf seinen ersten Oscar machen. Mit ihm am Ton beteiligt war Greg P. Russell, der seit den 90er Jahren öfter gemeinsam mit O'Connell an Jerry Bruckheimer- und anderen Actionblockbustern zusammengearbeitet - Russell stieg jedoch bereits 1975 ins Geschäft ein und verdiente sich seine ersten Sporen bei der Arbeit an der Kult-Cop-Serie Starsky & Hutch. Der ebenfalls nominierte Mexikaner Fernando Cámara ist seit 1983 im Geschäft, hat aber an nicht viel mehr als 20 Filmen mitgewirkt. Seine bislang wichtigsten Filme waren Romeo + Julia, Die Legende des Zorro und Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft.

Auch die für den Tonschnitt nominierten Sean McCormack und Kami Asgar sind keine besonders gefeierten Stars ihrer Branche - ihre bisherige Filmografie ist vergleichsweise kurz, aber deshalb nicht unbedingt zu vernachlässigen. Entscheidend für ihr Engagement für Apocalypto war auch hier Die Passion Christi - Gibson nahm das Team aufgrund des Erfolges beim Jesus-Film einfach mit in die Welt der Mayas.

Für das Makeup wurden schließlich Aldo Signoretti (zwei Oscar-Nominierungen) und Vittorio Sodano (bislang ohne Oscar) nominiert. Signoretti ist seit den 70er Jahren dabei und hat sämtliche Bandbreiten von Produktionen erlebt - von kleinen, unbekannten Produktionen bis hin zu Troja und Königreich der Himmel. Der italiener Sodano ist erst seit 1999 tätig, hat aber einen schnellen Aufstieg von italienischen Lokalproduktionen nach Hollywood hinter sich. Der Oscar wäre die Krönung seiner bislang kurzen Filmkarriere.

Das Leben der Anderen

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Der Film: Im Ost-Berlin der 80er Jahre erhofft sich der Oberstleutnant Anton Grubitz einen Karriereschub, indem er den ihm untergebenen Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler auf einen Dramatiker und seine Partnerin, ein Theaterstar, ansetzt. Wieslers Aufgabe ist klar formuliert: Ist der Dramatiker Georg Dreyman auf der Seite des kommunistischen Systems oder ist er gegen die DDR? Der Einsatz hat jedoch unerwartete Folgen: Wiesler freundet sich langsam mit Dreymans freiheitlichen Gedanken an - und verliert sich in Dreymans Leben.

Die Kategorie: Das Leben der Anderen startete März 2006 in Deutschland und lockte sehr solide 1.704.253 Besucher ins Kino. Als Geheimtipp gestartet häuften sich nach und ach die guten und hervorragenden Kritiken und bei den deutschen Filmpreisen war das Stasi-Drama der große Gewinner. Früh wurde klar: Deutschland wird diesen Film mit einer Kampagne unterstützen und dieses Jahr ins Oscar-Rennen um den besten fremdsprachigen Film schicken. Die Kampagne war erfolgreich. Seit Nirgendwo in Afrika im Frühjahr 2003 den Oscar in dieser Kategorie gewann ist dies eine der vom deutschen Feuilleton am strengsten begutachtete Oscar-Kategorie. Die Medien jubilierten den Sieg der deutschen Produktion und sahen den deutschen Film im Aufwind. Seitdem sehen sich die Deutschen, vor allem die Verantwortlichen von Kinomagazinen und -rubriken, jedes Jahr als wichtigen Teil der Oscarverleihung. Die Tragikomödie Good Bye, Lenin wurde sogar vor Bekanntgabe der Nominierten als praktischer Oscar-Gewinner gehandelt. "Der Oscar ist so gut wie gewonnen, wir müssen nur nominiert werden", hieß es vielerorts - doch die Spreewaldgurken-Geschichte und der Auslöser einer kurzen Ostalgie-Welle wurde nicht für den Preis nominiert. Filmkenner und Kulturkritiker brausten teilweise vor Wut oder versanken in Enttäuschung - bis Der Untergang ins Kino kam, nominiert wurde und als großer Favorit gehandelt wurde. Es hat zwar nicht sein sollen, doch bereits im Jahr darauf ging Deutschland mit dem Drama Sophie Scholl und der Coproduktion Merry Christmas gleich zweifach mit Filmen über den zweiten Weltkrieg ins Rennen. Mit Das Leben der Anderen wurde Deutschland nun zum 16. Mal nominiert und konnte einen vierten Platz in der ewigen Bestenliste der Kategorie erlangen.

Venus

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Der Film: Die britische Tragikomödie Venus aus den Miramax-Studios erzählt die Geschichte vom alternden, erfolglosen Schauspieler Maurice und seiner Kollegin Ian. Die beiden schlagen sich recht mühselig durchs Leben, indem sie anspruchslose Rollen annehmen. Als Ians Großnichte Jessie auftaucht, wird ihre öde Routine unterbrochen - während Ian das junge Mädchen schnell loswerden möchte, freundet sich Maurice mit dem Mädchen an und zeigt Jessie die Sehenswürdigkeiten von London. Dabei lernen sie auch Lektionen fürs Leben...

Der Nominierte und die Kategorie: Schauspiellegende Peter O'Toole wurde 1932 geboren und zählt zu den besten seines Faches. Seine erste Oscarnominierung erhielt er 1963 für den besten Hauptdarsteller in Lawrence von Arabien. Zwischen seiner ersten und bislang letzten Nominierung liegen 44 Jahre, was ein neuer Rekord ist. Insgesamt wurde O'Toole acht Mal nominiert, bislang ging er jedoch leer aus. Sollte er auch dieses Jahr nicht gewinnen, wäre dies ein neuer Rekord. Ansonsten würde er nun den Preis für den besten Hauptdarsteller erhalten, den ihm viele Kritiker schon länger gönnen. Somit wäre O'Toole einer der wenigen Künstler, die einen Hauptpreis erhalten, nachdem sie schon den Preis für ihr Lebenswerk erhielten. Denn dieser Sonderoscar wurde O'Toole bereits 2003 verliehen.

Die nominierten Kurzfilme

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Lifted

Lifted ist der aktuellste Pixar-Kurzfilm und wird dem breiten Publikum im Vorprogramm von Ratatouille vorgestellt. Doch schon wie letztes Jahr, als One Man Band, der Vorfilm von Cars, bereits vor der Premiere von Cars für den Oscar nominiert wurde, so hat auch dieses Jahr Lifted bereits nun Oscar-Chancen in der Kategorie bester animierter Kurzfilm. Regie bei diesem Film führte Gary Rydstrom, Mitglied von Pixars Sacred Seven und seit Das große Krabbeln Sound Designer des Animationsstudios. Dieser Film ist sein Regiedebüt und erzählt in fünf Minuten die Geschichte eines Alien-Studenten und den Auswirkungen seiner Arbeit auf einen irdischen Farmer.

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Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

Dieser Cartoon war als Teil von Fantasia 2006 geplant. Doch als der Film gecancelt wurde, ging der klassisch per Hand animierte Cartoon mit kurzer Computerunterstützung genauso wie One by One und zwei weitere Kurzfilme trotzdem in Produktion. Regie führte Roger Allers, dessen größter Erfolg Der König der Löwen ist. Nach der Fertigstellung des allen auf Bilder Farbgebung und Musik setzenden Kurzfilms verließ Allers Disney und begann als Regisseur von CGI-Filmen bei Sony. Das Mädchen mit den Schwefelhölzern basiert auf ein Märchen von Hans Christian Andersen und ist auf der 2006 erschienenen DVD von Arielle, die Meerjungfrau enthalten.

Die Kategorie bester animierter Kurzfilm wurde 1932 eingeführt und bescherte Walt Disney selbst 12 Oscars und 38 Nominierungen. Auch nach Disneys Tod wurde die Disney Company mehrfach nominiert - doch neben dem 1968 posthum an Walt verliehenen Oscar für Winnie Puuh und das Hundewetter gewann der Konzern nur vier Mal - davon war es drei Mal das Team von Pixar, das den Sieg holte. Dieses Jahr kämpft das Hauptstudio gegen Pixar, Zeichentrick gegen CGI. Animationsfans dürfen gespannt sein.


Wer wird dieses Jahr mit einem goldenen Ritter auf einer Filmrolle nach Hause gehen? Die Duckipedia versucht sich als ominöses Orakel und sieht einer Oscar-Nacht ohne Oscarregen für ein und den selben Film entgegen. (© Acadamy of Motion Pictures of Arts & Sciences)

Die Oscar Vorhersage

Welche Filme könnten in welcher Kategorie den Oscar gewinnen - diese Frage stellt sich wohl jeder Filmfan vor der großen Oscar-Nacht. Dieses Jahr gibt auch die Duckipedia ihren Tipp ab. Worauf dieser basiert? Nicht nur auf den Erfahrungen der Oscar-Redaktion dieser Seite, sondern auch auf Recherchearbeiten: Welche Oscar-Indikatoren wie die Golden Globes gingen dieses Jahr an welche Produktionen und Künstler? Wie reagierte die Acadamy in den vergangenen Jahren - wer könnte einen "Mitleidsoscar" oder einen "Versöhungsoscar" gewinnen. Und welche Filme sind der Acadamy zu kontrovers?

Stück für Stück arbeiten wir so die Kategorien ab. Und in der großen Nacht der Preisverleihung stellt sich dann heraus, ob wir richtig lagen.

Fremdsprachiger Film

Beginnen wir bei der großen Oscar-Prognose mit der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Die Favoriten der Kritiker sind Das Leben der Anderen und das düster-emotionale Fantasy-Märchen für Erwachsene namens Pans Labyrinth. Da die anderen drei nominierten Filme weniger Preise aufwarten und von den Kritikern meistens übersehen werden, fallen sie höchst wahrscheinlich aus dem Rennen raus.

Userumfragen auf großen amerikanischen Kinoseiten, wie unter anderem der IMDb, zeigen Guillermor del Toros neusten Film klar als Sieger - jedoch lief der Film auch in mehr Kinos als der Hauptkonkurrent der im spanischen Bürgerkrieg angesiedelten Mär. Deshalb sollte dies ausnahmsweise Mal nicht all zu sehr auf die Waage gelegt werden. Aber auch US-Filmkritikerpapst Roger Ebert tippt auf die Geschichte eines Mädchens, das in die Fantasiewelt von Pan und anderen mythologischen Figuren flieht - ein weiterer Punkt für Pans Labyrinth. Wenn der Marcel Reich-Ranizki der amerikanischen Filmindustrie die nominierten Filme allesamt lobt (außer Dänemarks Anwärter - aber nur, weil er ihn nicht gesehen hat), und knapp für Pans Labyrinth stimmt, weil er gehört hat, der Film wäre beinahe in der Hauptkategorie Bester Film nominiert worden, dann sollte man dem schon Beachtung schenken. Als es hieß, Findet Nemo hätte fast eine Nominierung als bester Film bekommen, hat er ja auch in der "kleineren" Kategorie Bester animierter Langfilm ja auch gewonnen.

Und dann ist da noch der Umstand, dass Pans Labyrinth auch in "echten" Kategorien nominiert wurde. Obwohl... Das Boot wurde für sechs Oscars nominiert - aber nicht für den besten fremdsprachigen Film. Diese Nominierungen müssen also noch lange nichts bedeuten...

Dennoch. Die Zeichen stehen mehr für Pans Labyrinth - egal wie viele europäische Kritiker zwischen ihm und Das Leben der Anderen schwanken und, durchaus zurecht, gerne auch Deutschlands Beitrag wählen.

Bester Schnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch - Chancen für "Children of Men"?

Wie steht es mit der Kategorie Bester Schnitt?

Nur wenige Schnittexperten gaben dieses Jahr hörbar ihre Meinung bekannt, und der Duckipedia-Oscarredaktion sind nicht alle fünf Filme bekannt. Doch es kristallisieren sich bei den wenigen uns bekannten Expertenmeinungen drei Meinungen besonders heraus: Zum einen der komplexe Episodenfilm Babel, dessen Schnitt entscheidend dafür war, dass der Film bei seinem Balanceakt nicht versagt und unverständlich wird. Zum anderen wären da noch Flug 93 mit einer sehr realistischen, intensiven und bedrückenden Schnittfolge sowie Children of Men, oft erwähnt mit der Begründung "der Film hat eine "Bester Film"-Nominierung verdient, hat sie aber nicht und deshalb bekommt er einen Entschuldigungsoscar!" .

Unser Tipp geht leicht in Richtung Flug 93, vor allem aufgrund der Vorliebe der Acadamy für solche Stoffe.

Um direkt bei den Kategorien mit Nominierungen für Children of Men zu bleiben, möchten wir uns nun mit der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch beschäftigen.

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Diese Kategorie wird von Laien ja öfter mal belächelt. Bücher abschreiben könne ja jeder - doch so einfach ist es nicht. Viele begeisterte Anhänger der oft literarischen Vorlagen sehen ihre geschätzten Bücher oft verfälscht, auf ein niedrigeres Niveau gezerrt oder auch schlicht und ergreifend schlecht umgesetzt. Man kann Bücher nicht 1:1 umsetzen, aber man darf sich auch nicht zu sehr von ihnen entfernen (es sei denn man macht ein Walt Disney Meisterwerk). Diesen schwierigen Balanceakt können nur wenige Drehbuchautoren bewältigen. Fünf davon wurden dieses Jahr nominiert und zumindest die auf Sacha Baron Cohens Fernsehshows basierende Dokusatiromödie Borat fällt klar aus dem Oscar-Rennen. Es ist schon überraschend, dass der Film für den Oscar nominiert wurde - und dann auch noch in einer Drehbuch-Kategorie, wobei der Regisseur doch behauptet hat, es sei alles real.

Borat war sicherlich ein enthüllender und auch witziger Film, aber einen Oscar kann er nicht gewinnen. Tagebuch eines Skandals gewann keine Kritikerpreise. Somit wird es ein Rennen zwischen den jeweils bereits ausgezeichneten Departed, Children of Men und Little Children.

Bei den Preisen der Autoren-Gewerkschaft gewann Departed, doch es ist ebenso wahrscheinlich, dass Children of Men den Weg von Citizen Kane geht: Der heute gefeierte und von Filmexperten oft als bester Film aller Zeiten (aber selten als ihr persönlicher Lieblingsfilm) bezeichneter Orson-Wells-Streifen bekam seinerzeit lediglich den Drehbuch-Oscar. Auch Children of Men wird von den meisten Kritikern und Zuschauern als cineastisches Meisterwerk bezeichnet und gilt bei Cineasten zum Teil als bester Film seit der Jahrtausendwende - oder zumindest als der beste postapokalyptische Film seit einer gefühlten Ewigkeit. Dennoch wurde der Film mit Clive Owen nur für zwei Oscars nominiert. Möglicherweise auch als Reaktion darauf, dass neben den Lobeshymnen auch einige sehr vernichtende Kritiken auftauchten - auch wenn diese in der Unterzahl sind (nur mittelmäßige Kritiken sind beim Film noch seltener - nahezu unauffindbar).

Little Children hat schließlich die meisten, dafür aber weniger prestigeträchtigen Preise für das Drehbuch im Vorfeld gewonnen.

Doch aufgrund der hohen Beliebtheit von Children of Men sollte der Oscar wohl an diesen Film gehen.

Schall und Licht: Beste Kamera, Bester Ton und Bester Tonschnitt

Kommen wir nun zu den essentiellen Kategorien - den Bild- und Ton-Kategorien. Ein Film ohne Ton kann heutzutage praktisch einpacken und ein Film mit unerkenntlicher Bildführung macht sich auch keine Freunde. Schlechte Kamera, miesen Ton und grauenerregenden Tonschnitt - das kann wahrlich jeder erkennen. Doch das hervorragende von dem guten zu unterscheiden, dazu gehört ein geübtes Auge beziehungsweise Ohr. Es ist deshalb keine große Überraschung, dass sich nur wenige im Vorfeld zu diesen drei vermeintlich "technischen" Kategorien äußern - doch diejenigen, die sich äußern tun dies zumeist sehr ambitioniert. Und es wäre nicht schockierend, wenn unter ihnen auch einige Leute sind, die den Begriff "Technikkategorien" sehr abwertend ansehen, schließlich ist eine Kameraführung ebenso ein Teil der Kunst wie die Darstellung der Schauspieler. Und auch mit dem Ton kann man eine Aussage formulieren - oder zumindest verstärken.

Mehr als nur Spiegel- und Taschenspielertricks


Dieses Jahr ist die Kategorie Beste Kamera gleich zweimal mitten in einer Zauberaufführung gelandet: Sowohl Prestige als auch Der Illusionist erzählen die Geschichte von Zauberern zur Jahrhundertwende. Gerade bei diesem Setting dürfte der anspruchsvolle Zuschauer sehr viel erwarten. Wer wollte nicht schon immer Mal die Tricks der großen Showmagier auf Band festhalten und so enthüllen? Doch die Kameraführung in Prestige und Der Illusionist muss noch wesentlich mehr leisten als nur simple Enthüllungsarbeit. Beide Filme setzen darauf, dass sie ihren Zuschauer, wie es für Zauberer typisch ist, nahezu hypnotisch in ihren Bann ziehen. Dies gelingt jedoch nur äußerst schwer bei einer statischen Kamera, die stets in der Halbtotalen, frontal gegenüber der handelnden Person aufzufinden ist. In den Zauberszenen muss die Kamera der Hauptfigur folgen und ausgefallene Positionen und Winkel besetzen, so dass das gezeigte neu wirkt und das Publikum nicht auf den Gedanken kommt, dass Karten für eine Zaubershow das selbe gebracht hätten wie das Kinoticket - nur halt in live. Zudem sind beide Filme Dramen - sprechende Menschen sind in Spielfilmlänge schnell langweilig, wenn die Kamera die Emotionen der Figuren und des Publikums nicht unterstreicht. Es war also eine schwierige Aufgabe für die ersten Kameramänner dieser beiden Zaubererfilme - und beide haben sie außerordentlich gut erfüllt, so dass doe Oscar-Nominierung nicht lange auf sich warten ließ. Doch reicht es für den Sieg? Schließlich sind da noch drei andere Filme, die auf den großen Preis schielen.

Zum einen wäre da noch der Kritikerliebling aus Mexiko: Pans Labyrinth. Bei der großen Userumfrage auf Boxofficemojo liegt das gefühlvolle Schauermärchen ganz vorne - doch es erscheint eher unwahrscheinlich, dass ein erwachsenes Schauermärchen voller Gefühle den Kamera-Oscar gewinnt. Sonst hätten Tim Burtons Kameramänner bereits zahlreiche Oscars im Schrank stehen. Am sichersten kann man wohl Black Dahlia ausschließen, da er bislang nur nominiert wurde und bei keinem Oscar-Indikator gewann. Einen Mitleidsoscar wird der vierfach nominierte und einfache Oscar-Preisträger Vilmos Zsigmond auch nicht gewinnen.

Also schwankt es wohl zwischen Der Illusionist und Prestige und zwischen dem Gewinner dieses Wettstreites und... dem bereits erwähnten Children of Men. Die Kameraführung in Children of Men vereint handwerklich einwandfreie Leistungen mit einer starken unterstützenden Hand für die Erzählung - die Kamera verstärkt den Erzählprozess. Solche Spagate lieben Experten und so auch die Acadamy. Außerdem werden einige beeindruckende "Tracking Shots" (frontale Kamerabewegungen innerhalb des Handlungsortes) verwendet. Hier könnte Children of Men auch unabhängig von "Entschuldigungsoscars" gewinnen - das zeigen auch die Siege des Films in den Kamerakategorien des BAFTA Awards. In dessen Jury sitzen viele Mitglieder der Oscar-Acadamy, ebenso ist die Gewerkschaft der amerikanischen Kameramänner für Children of Men.

Demnach wird der Oscar wohl an diesen Film gehen. Das Zaubererduell würde aber Prestige gewinnen - Kameramann Wally Pfister arbeitete erneut viel mit dem Spiel zwischen Licht und Schatten, wofür man ihn bereits bei Batman Begins besonders lobte. Deshalb ist Prestige der "Ersatztipp" der Duckipedia-Oscarredaktion.

Doch während bei der Kamera zwei Zauberer um den Sieg kämpfen, bekriegen sich in den Tonkategorien zwei Filme der Walt Disney Company.

Nicht jede Anlage ist dazu geeignet den Oscar-Gewinner herauszukristallisieren...

Natürlich wäre es möglich, dass Disney für alle vier Nominierungen in den zwei Kategorien mit dem Oscar belohnt wird - doch das ist extrem unwahrscheinlich. In den Hauptkategorien wurde der Oscar nur einmal an zwei Nominierte der selben Kategorie vergeben - und in den so genannten "Nebenkategorien" (wozu auch die Tonoscars gehören) war es auch nicht viel öfter der Fall.


Beginnen wir einfach mal mit dem besten Tonschnitt. Nominiert sind hier zwei im Schmutz und Dreck spielende Actiondramen (Apocalypto und Blood Diamond), zwei Clint Eastwood-Kriegsfilme und der lauteste und teuerste Film von allen - Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2. Die Stimmen für Flags of our Fathers und Letters from Iwo Jima, die zwei Eastwoodprojekte über den Kampf zwischen die USA und Japan während des zweiten Weltkrieges, sollten sich gleichmäßig auf beide Filme verteilen und ihnen so die Siegeschancen rauben. Die einen in der Acadamy wählen den Film, der alles aus Japans Sicht schildert, die anderen bleiben Patrioten und wählen den US-Film. Viele aus der Acadamy werden beide Filme wohl gleich links leigen lassen, damit sie sich nicht entscheiden müssen.

Die Toncutter von Apocalypto sind beide jeweils zum ersten Mal für den Oscar nominiert und arbeiteten zuvor nur am Fernsehen oder an Die Passion Christi - um als "Techniker" bei der ersten Oscar-Nominierung zu gewinnen muss man aber eher an einem gigantischen Projekt mitwirken und atemberaubende Leistung liefern - sozusagen als Favorit ins Rennen gehen. Doch McCormack und Asgar wurden noch nicht von allen Seiten als praktische Oscargewinner gefeiert - also werden sie auch nicht gewinnen. Blieben Blood Diamond und Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 im Rennen. In den vergangenen Jahrzehnten gewann an sich immer die größere und lautere Actionproduktion den Oscar für den Tonschnitt, schließlich ist es eine große Herausforderung bei all den Geschehen den Ton richtig zu treffen - nicht zu laut und nicht zu leise, nicht alles auf einmal, aber auch nichts zu sehr abschwächen. Oder etwa nicht? In den Achtzigerjahren gewannen E.T. und Falsches Spiel mit Roger Rabbit gegen Poltergeist und Das Boot beziehungsweise gegen Stirb langsam, womit Familienfilme gegen härtere Filme einen Siegeszug feierten. Und 2004 gewannen Die Unglaublichen gegen Spiderman 2, wieder ein Sieg fürs Familienkino und einer der wenigen Fälle, in denen nicht die augenscheinlich teurere Produktion gewann.

Auch wenn man dies betrachtet, muss Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 eigentlich gewinnen: Die "Familienfilme stürzen Action"-Ausnahmefälle greifen hier eher wenig, da Pirates als Walt Disney Pictures-Film einen Familienfreifahrtsschein erhält. Und des weiteren ist die "teurer - also auch größere Siegeschancen"-Regel auf der Seite der Piraten.


Etwas spannender wird es in der Kategorie Bester Ton:

Blood Diamond und Flags of our Fathers kann man vorerst vernachlässigen: Weder in Experten-, noch in normalen Userumfragen hat die Duckipedia-Oscarredaktion diese zwei Filme weit oben gesehen. Und bei den beiden größten - dieses Jahr bisher noch nicht verliehenen - Tonpreisverleihungen (dem Preis der Cinema Audio Society und dem Motion Pictures Sound Editors-Preis) hatten sie viel weniger Nominierungen als Fluch der Karibik 2 - somit stehen zumindest die Indikatoren schlecht. Was einen Sieg nicht ausschließt, aber zumindest bei der Oscarvorhersage schlecht aussieht.

Eigentlich müsste man aus diesem Grund auch Dreamgirls den möglichen Oscarsieg absprechen - doch dieser Film ist ein Musical. Und Musicals haben eigene Oscarregeln. Erstens gewinnen sie generell viele Preise (West Side Story, Moulin Rouge, Chicago,...) und zweitens gewinnen sie sehr oft den Oscar für den besten Ton, denn die Acadamy-Jury liebt Musicals. Ob West Side Story, My Fair Lady, The Sound of Music, Cabaret oder Chicago - sie alle haben gewonnen. Nur wenige Musical, darunter A Chorus Line, gingen in dieser Kategorie leer aus. Somit muss man Dreamgirls einfach mit einplanen.

Und wie steht es mit den zwei Disney Company-Filmen?

Dumpfe Orgelklänge, tiefes Seufzen, knarrzende Schiffsatmosphäre und Gewitter - das fordert Tonmischer und -cutter heraus

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 führt bei den Nominierungen für die "Expertenpreise", ist ein Actionfilm und die teuerste Produktion des vergangenen Jahres - und somit mehr als prädestiniert für die Auszeichnung, erst recht, weil der Sound des Films wirklich hervorragend war.

Apocalypto schickt jedoch Kevin O'Connell ins Rennen, der ewige Pechvogel der Oscars. Mit 19 Nominierungen ohne Sieg ist er mehr als überfällig für den Preis - und auch wenn Apocalypto weder als der beliebteste noch als der beste Film seiner Karriere gilt - wenn Judi Dench für einen zwei Minuten Auftritt in Shakespeare in Love einen Oscar als beste Nebendarstellerin bekommen kann, dann kann O'Connell auch für diesen Film den Oscar bekommen. Zudem ist dieses Jahr geradezu perfekt für einen "Mitleidsoscar": Die Acadamy kann dem Fluch der Karibik-Team den Oscar in echter Herr der Ringe-Manier auch erst nächstes Jahr geben. Teil Eins ging leer aus, Teil Zwei hat harte Konkurrenz, im Jahr darauf kommt der noch größere Teil Drei. Blood Diamond und Flags fallen raus und Dreamgirls könnte als x-ter Musicalsieg Kritik einbringen. Das ganze läuft so glatt, man könnte vermuten die Acadamy hätte es so eingefädelt.

Und wie lautet nun der Duckipedia-Tipp?

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 erhält bereits den Tonschnitt-Oscar - die Acadamy wird den Ton-Oscar höchst wahrscheinlich nächstes Jahr den Piraten verleihen. Gemeinsam mit vielen weiteren Oscars für den Abschluss der Trilogie - Herr der Ringe lässt grüßen (auch wenn Pirates wohl nicht so sehr abräumen wird, da die Acadamy Wildwasserbahnverfilmungen wohl weniger akzeptieren wird als Buchverfilmungen). Deshalb wird es ein Rennen zwischen O'Connell und Partner bei Apocalypto und Dreamgirls.

Da O'Connells von mehreren Kritikern intensiver gelobte Arbeit an Déjà Vu nicht nominiert wurde und die Acadamy Musicals liebt, wird wohl Dreamgirls gewinnen.

Doch eine Vorbehaltsklausel möchten wir uns freihalten: Sollten Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 und Apocalypto gewinnen, gönnen wir uns ein Sieger-Eis. Denn dies wäre unser eigentlicher Tipp - wenn es nicht so absurd wäre. Zwei Gewinner in der selben Kategorie sind einfach zu selten...

Das beste animierte, kurze und dokumentierende

Die "kleinen" Nebenkategorien des besten Films - das sind die Kategorien für die besten Kurz-, Dokumentar-, Kurzdokumentar-, Animations- und Kurzanimationsfilme. Auch dieses Jahr sind die Nominierten uns Deutschen großteils unbekannt - hier laufen halt wenig Kurzfilme im Kino und Dokumentationen sind selten in Großkinos anzutreffen - es kann ja nicht jede Doku ein Renner wie Fahrenheit 9/11 sein.

Doch egal wie populär oder unpopulär die Filme außerhalb der Animationsfilm-Kategorie auch sein mögen: Auch bei ihnen werden wir unseren Oscar-Tipp abgeben. Seid gespannt.

Wir beginnen mit den Kategorien, in denen man schlicht und ergreifend nur raten kann: Bester Kurzfilm und Bester Dokumentarkurzfilm. Kritiker äußern sich kaum zu diesen Kategorien, das Publikum ebenfalls. Die Duckipedia-Oscarredaktion klapperte deshalb einfach die bisherigen gewonnenen Preise der Kurzfilme ab - um so auf den mit den meisten Siegen als Oscarfavoriten zu tippen. Bester Kurzfilm wird deshalb One Too Many mit 5 Preisen knapp vor West Bank Story mit 4 Preisen.

Bester Dokumentationskurzfilm wird dann wohl Rehearsing a Dream, der genauso wie alle anderen Nominierten in dieser Kategorie bisher keine dem Internet bekannten Preise erhielt - aber die Regisseurin ging bei den Oscars zuvor zweimal leer aus - der "Mitleidoscar" ruft mal wieder.

Spannender für den normalen Zuschauer wird da eher die Kategorie Bester animierter Kurzfilm - denn hier könnte uns der Kampf zwischen Disney und Pixar, Zeichentrick und Computeranimation. Disneys The Little Matchgirl hat sehr gute Oscar-Chancen: Es ist eine gefühlvolle Geschichte, erzählt ohne Dialog, verbunden mit klassischer Musik und liebevollem Design - Anspruch und Unterhaltung sowie gute Technik in einem. Das liebt die Acadamy.

Disneys und Pixars Oscarkandidat Cars

Lifted ist dagegen ein weiterer Pixar-Short, wie er im Buche steht: Originell, witzig und erfrischend. Wie wir von Pixar wissen, dient jeder Short (der nicht auf einem der Pixar-Langfilme basiert) als Experimentierfeld für neue Techniken oder Darstellungen - wir dürfen gespannt sein, welche Technik für welchen Film hier ausgetestet wurde...

The Danish Poet(gezeichnet) und Maestro (CGI) stammen beide aus Europa - und haben deshalb eher schlechtere Chancen für diesen Oscar. Beste Chancen neben den beiden Disney-Vertretern hat noch No Times for Nuts - ein CGI-Kurzfilm mit Scrat aus den "Ice Age"-Filmen, der auch auf der Ice Age 2-DVD als Bonus zu sehen ist.

Da die "Ice Age"-Reihe bislang keine Oscars erhielt, könnte man einen "Mitleidsoscar" vermuten, doch es wird wohl eher einer der beiden handanimierten Filme gewinnen, sozusagen als Ergänzung zum letzten Jahr, als kein CGI-Film für den besten langen Animationsfilm nominiert wurde - dieses Jahr sind dort nur CGI-Filme nominiert, also wird dafür kein solcher Film den Kurztrickfilmoscar gewinnen. Unser Tipp geht auf The Little Matchgirl aka "Das Mädchen mit den Streichhölzern" - als Aussage für den Zeichentrickfilm, Disney-Kurzfilme und Dramatik.


Der Oscar für den besten animierten Langfilm ist dieses Jahr übrigens besonders heiß umkämpft. Während Monster House bei den Oscar-Indikatoren eher wenig Beachtung geschenkt bekommen hat, so sieht es bei Happy Feet - dem Pinguin-Tanzmusical, und Cars ganz anders aus. Happy Feet gewann zahlreiche frühe Oscar-Indikatoren und Kritikerpreise, zudem ist es ein Pinguinfilm - Pinguine gewinnen nunmal Oscars, siehe nur letztes Jahr (The March of the Penguins). Cars gewann weniger Oscar-Indikatorpreise, aber dafür die zwei größten in dieser Kategorie: Den Golden Globe und den Annie Award.

Allein deshalb tippen wir darauf, dass erneut Pixar gewinnen wird, zumal die Aussage und Nostalgie des Films wohl viele Freunde in der Acadamy gefunden haben wird.

In der Kategorie bester Dokumentarfilm ist der Sieger vorprogrammiert: Eine unbequeme Wahrheit - die Umweltschutzdoku über Gores Ökologiekampagne ist der Liebling von Roger Ebert, Amerikas Nummer Eins-Kritiker, gewann den Broadcast Critics Award und auch bei den Userumfragen der größten amerikanischen Filmportale liegt er vorne.

Wäre auch schön mit anzusehen, wenn ein Film über Umweltschutz einen solch großen Preis gewinnen würde, so dass er auch außerhalb der bereits dafür interessierten Gesellschaftsgruppen Anerkennung findet.

Disneys Lieblingsoscars: Beste Musik und Beste Originalmusik

Gestaltung einer Filmmusik - hier am Beispiel Ashmans und Menkens bei der Arbeit an Arielle, die Meerjungfrau

Alle paar Jahre wieder gewinnt Disney zumindest einen der beiden musikalischen Oscars - wird es auch dieses Jahr so sein? Das ist schwer zu sagen, schließlich wurden dieses Jahr keine Disney-Musicals und auch keine Jerry Bruckheimer-Actioner mit Megahit-Titelsongs nominiert, sondern ein Miramax-Drama in der Kategorie Beste Originalmusik und eine Pixar-Komödie mit einem sehr emotional-nostalgischen Song für den besten Song.

Dennoch findet sich dieses Jahr wieder ein Musical unter den Nominierten - und das sogleich drei Mal in der Kategorie "Bester Song"!

Dreamgirls, die Geschichte der Temptations, ist mit vielen Songs ausgestattet, darunter ein paar für den Film geschriebene - drei wurden nominiert. Das mehrere Songs aus ein und demselben Film nominiert werden ist eine Seltenheit, und Die Schöne und das Biest war der erste, der sogleich drei Songs ins Rennen schickte. Bei Disney haben Mehrfachnominierungen nicht geschadet, auch wenn viele vor der ersten Preisverleihung mit mehreren Songs aus dem selben Meisterwerk vermuteten, dass sich die Stimmen gleichmäßig verteilen werden und ein Song aus einem anderen Film gewinnen wird. Bei König der Löwen vermutete das keiner mehr. Bei Dreamgirls jedoch kommt es wieder ins Gespräch - anscheinend ist das Vertrauen in diese Songs nicht so groß. Dabei ist die Konkurrenz eher schwach: Our Town gilt nicht als Newmans bestes Lied, und einen "Mitleidsoscar" kann der einfache Oscar-Preisträger nicht mehr erwarten. Melissa Etheridges I Need To Wake Up stammt aus der Doku Eine unbequeme Wahrheit - und hat deshalb schlechte Chancen. Ein Song aus einer Doku gewinnt keine Oscars, solche Überraschungen sind in den vergangenen Jahren zur Seltenheit geworden.

Oder? Immerhin wurde ja auch Borat für das beste Drehbuch nominiert, etwas, womit spätestens nach dem dreisten Abwürgen von Michael Moores Dankesrede niemand gerechnet hätte. Kritik an Amerika ist nicht erlaubt - Gangs of New York kann mit 10 Nominierungen ohne Sieg ein Lied davon singen. Doch nun ist die Dokusatiromödie über das hinterwäldlerische Amerika tatsächlich für's Drehbuch nominiert. Kann dann auch der Song aus einer Dokumentation den Oscar gewinnen - immerhin ist es ja nicht ganz so abwegig wie der Sieg Borats?

Nun, ganz abschreiben sollte man ihn nicht, doch bei Umfragen unter Filmfans liegt Listen aus Dreamgirls vorne - und das interessanteste: Der Song verlor bei den Golden Globes gegen The Song of the Heart aus dem Pinguintanzmuical Happy Feet, war aber zugleich der einzige Oscar-Song, der auch bei den Globes nominiert war.

Auch wenn man den Indikatorwert der Globes nicht überschätzen sollte: Wer da nicht in einer auch beim Oscar vertretenen Kategorie nominiert war, kann vielleicht auf eine Nominierung beim Oscar hoffen, doch der Sieg ist sehr unwahrscheinlich. Und deshalb geht der Tipp auf Listen - sollte der nicht gewinnen sind die Chancen, dass immerhin Dreamgirls ein richtiger Tipp war weiterhin groß.


Und wie sieht es bei der besten Originalmusik, auch bekannt als "bester Score", aus?

Hier setzte die Acadamy dieses Jahr mehr auf dramatisches, wobei The Good German und Pans Labyrinth gesondert zu erwähnen sind. Ersterer ist bis zum Kern ein waschechter Film-noir und eine Hommage ans Kino der 30er Jahre - so auch die Musik, die stilistisch perfekt ins Setting und Genre passt - nur halt technisch imposanter aufgenommen wurde. Der zweite Nominierte ist ebenfalls weiterhin dramatisch, schwankt aber auch ins fantastische, emotionale und träumerische ab, was bei der Handlung und dem Design des Films auch einfach sein muss.

Wo hier die Vorlieben der Acadamy liegen ist allgemein schwer auszusagen, da nahezu alle Genres von Score nominiert und ausgezeichnet werden können. Klein, episch, witzig, gefühlvoll, actionreich und dramatisch... Alles war in der langen Geschichte der Oscars vertreten.

Somit hilft hier wieder ein gestrenger Blick auf die Indikatoren und Userabstimmungen. Diese sind sich jedoch uneinig wie in sonst kaum einer Kategorie: Mal vermuten Kolumnisten und User, dass The Good German gewinnen würde, da ein Preis für die Verneigung vor dem Film noir so nicht nur dem Komponisten und dem Film, sondern auch dem hoch geschätzten Genre zu gute käme. Zudem wurde Thomas Newman bereits acht Mal nominiert, gewann aber nie - einen "Mitleidoscar" in dem Jahr zu vergeben, wo der potentielle Preisträger ihn auch verdient hat, das lässt sich keine Jury entgehen.

Babel überzeugte vor allem die Zuschauer/-hörer sowie die Kritiker, ebenso wie Pans Labyrinth, dafür gewann Die Queen den Preis der Kritiker von Los Angeles und hat einen beliebten Komponisten - ebenso wie Tagebuch eines Skandals, nur gewann dieser den Preis aus Chicago.

Die Duckipedia-Oscarredaktion schwankt zwischen The Good German, Die Queen und Babel - wobei auch Pans Labyrinth Chancen hätte. Tagebuch dagegen scheint wohl ausgeschlossen, wenn man sich mal die Internetabstimmungen und -wetten ansieht.

Zwischen den vier verbliebenen scheint die Entscheidung jedoch außerordentlich schwer - und den Mut, noch einmal auf einen Mehrfachgewinn zu tippen haben wir nicht. Zwei Leute, die zugleich in der selben Kategorie für verschiedene Filme den gleichen Preis bekommen ist ja unwahrscheinlich - aber gleich vier?!

Das Rennen wird wohl knapp The Good German machen, Nostalgie, Hommage, gute Leistung und Mitleidsoscar zugleich.

Opulente Aufmachung: Beste Effekte, Kostüme, Makeup und Ausstattung

Davy Jones überforderte viele Filmkritiker: "Muss ich hier die Maske oder die Computeranimation loben?"

Diese Kategorien sind entscheidend dafür, wie ein Film aussieht - meistens sind hier opulente Machwerke nominiert, manchmal aber auch kleine, aber wirkungsvolle Arbeiten wie etwa die Spezialeffekte in Forrest Gump, dank denen der liebenswürdige Forrest durch Amerikas Geschichte geistern konnte.

In den Kategorien Beste Ausstattung und Beste visuelle Effekte wurde Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 nominiert - zumindest ein Teilsieg für Disney, die in einigen Anzeigen ihrer Oscar-Kampagne den Film für alle Kategorien vorgeschlagen haben.

Doch wird der Film in diesen beiden Kategorien auch gewinnen?

Der Oscar für die besten visuellen Effekte hat Fluch der Karibik 2 praktisch in der Tasche: Er gewann bei den wichtigen Spezialeffektawards nahezu alle Preise und viele Kritiker lobten tatsächlich das Makeup an Davy Jones, nicht, wie es richtig wäre, die Computereffekte, denen wir die Figur zu verdanken haben.

Wenn die Effekte für so echt genommen werden, ist der Preis einfach sicher, erst Recht, wenn man bedenkt, dass Konkurrent Poseidon nur für eine Szene gelobt wurde und Superman Returns keine Experten überwältigen konnte.

Spannender wird die Frage nach dem Sieger in der Kategorie beste Ausstattung, da hier neben dem Piratenspektakel auch Prestige nominiert ist, der nicht nur das alte London detailliert nachkreiert, sondern auch die Welt der Bühnenmagie. Dreamgirls spielt stattdessen im Amerika der 50er Jahre und auf den musikalischen Bühnen - ein harter Konkurrent für Prestige. Pans Labyrinth gilt aufgrund seines einzigartigen Designs und der Liebe zum fantasievoll-schaurigen Detail als Geheimtipp - Der gute Hirte letztlich hat immerhin Außenseiterchancen.

Da es recht wenig Indikatoren gibt, muss sich die Oscarredaktion der Duckipedia hier auf ihr Gefühl verlassen. Und demnach fällt Der gute Hirte auf jeden Fall raus. Dreamgirls ist zwar ein sehr beliebter Film, und hätte deshalb vor einigen Jahren sicherlich auch allein deshalb diesen Oscar bekommen - doch nachdem der dritte Film über den Herr der Ringe einfach alles gewann, hat sich die Acadamy von einseitigen Verleihungen abgewandt. Deshalb sieht es eher schlecht für Dreamgirls aus, in dieser Kategorie. Schmucke Bühnen sind nicht genug...

Filme, die zur Jahrhundertwende spielen haben generell eine gute Chance auf den Ausstattungsoscar, und da Prestige in den Augen mancher Kritiker eigentlich auch als bester Film hätte nominiert werden sollen, gibt es neben der guten Leistung und der generellen Vorliebe für dieses Setting mit einem "Entschuldigungsoscar" noch einen Grund auf Prestige zu setzen. Bei Fluch der Karibik 2 ist zu befürchten, dass die Acadamy dem Film nicht zu viele Oscars geben will und lieber auf den dritten Teil wartet - und während der Tonschnitt- und der Effekt-Oscar einfach an diesen Film gehen müssen, kann sich die Jury hier noch rauswinden - was sie wohl auch machen wird.

Bliebe also das Rennen zwischen Pans Labyrinth und Prestige - den der erste wahrscheinlich aufgrund seiner Ausgefallenheit gewinnen wird.

Der Oscar für die besten Kostüme wird man sicherlich dem Teufel geben, der ja Prada trägt. Ein Film, der in der Modewelt spielt gewinnt den Oscar, das ist doch eine herrlich spritzige Sache, die die Acadamy den amerikanischen Journalisten einfach nicht vorenthalten wird.

Das beste Makeup geht wohl an Pans Labyrinth, aufgrund mangelnder Konkurrenz. Apocalypto hat realistisches, aber nicht besonders bemerkenswertes Makeup und Adam Sandlers Komödie Klick ist irgendwie in diese Kategorie gerutscht: Das leichte, künstliche Altern der Hauptfigur und seinen Lieben ist zwar glaubwürdig (im Gegensatz zu den nahezu peinlich schlechten Fatsuits im Film), aber nicht herausfordernd oder besonders - da waren die zahlreichem Masken für Murphy als Der verrückte Professor (und Familie Klumps) wesentlich oscarwürdiger.

Die Hauptkategorien

Bei den letzten großen Oscar-Kategorien, die in unserer Prognose noch offen stehen kann man sich stets darauf verlassen, dass genug Kritiker hier ebenfalls ihre Tipps abgaben, (teils selbsternannte) Experten ihre Meinung kund taten und dass es genügend Filmpreise gibt, die einem eine ungefähre Vision dessen geben, was in der Oscar-Nacht passieren könnte.

In der Oscar-Nacht dreht sich alles um Film... Und deshalb ist dabei die gesamte Branche der Gewinner. In der Oscar-Woche soll das Interesse an Kino angeblich enorm steigen. Vielleicht sollte man deshalb mal einen Blockbuster zu dieser Zeit starten?

Doch in der Kategorie bestes Original-Drehbuch bereits ohne Blick auf die bislang verliehenen Preise, sind Pans Labyrinth und Die Queen auszuschließen - während ersterer für einen Gewinn in dieser Kategorie zu visuell angelegt ist, ist letzterer zu gradlinig, um nun den Oscar zu gewinnen - so geradlinige Filme wie dieser haben in dieser Kategorie länger nicht gewonnen.

Von den drei anderen Nominierten hat Little Miss Sunshine, eine gefühlvolle und charmante Komödie, die meisten Preise für's Drehbuch erhalten, darunter den der Gewerkschaft. Allerdings könnte auch der komplexe Episodenfilm Babel gewinnen - und natürlich Letters from Iwo Jima, wobei dieser für einen Oscargewinner untypisch düster wäre.

Unser Tipp geht auf Little Miss Sunshine - als Zeichen für Komödien.

Die beste Nebendarstellerin wird ziemlich klar Jennifer Hudson für ihre Rolle als Sängerin bei den Dreamgirls. Cate Blanchett hat bereits einen Oscar, Abigail Breslin ist nicht nur zu jung für einen Oscar-Sieg (wenn sie nun den Oscar bekäme, wird sich die Acadamy ewig anhören müssen, warum zum Beispiel Haley Joel Osment nicht gewann, als er für The Sixth Sense nominiert war), sondern dazu noch Darstellerin in einer Komödie - Sieg praktisch ausgeschlossen.

Und die beiden Babel-Darstellerinnen werden sich wahrscheinlich gegenseitig die Stimmen rauben. Außerdem: Hudson ist als ehemalige American Idol ("Amerika sucht den Superstar")-Teilnehmerin, die allerdings nicht gewann, dann nach Hollywood ging, dort eine Sängerin spielt, die übergangen wird, und dann den Golden Globe gewinnt praktisch die Verkörperung des amerikanischen Traums. Sie muss den Oscar gewinnen, damit die Geschichte rund ist und Amerika wieder eine klassische "Vom Tellerwäscher zum Millionär"-Story hat. Das wird die Oscarjury wohl kaum verhindern wollen.

Als bester Nebendarsteller wird von vielen Eddie Murphy gehandelt, der ja auch den Golden Globe gewann. Große Stars, die endlich ihren Oscar gewinnen können werden eigentlich eher selten übergangen und zudem spielte Murphy ja bei den Dreamgirls mit, die ja für recht große Furore in den USA sorgten. Aber andererseits lässt sich die Acadamy gern von anderen Rollen der Darsteller beeinflussen. Und das ist bei Murphy eher Oscargift als Oscarchance. Komödien und Actionfilme werden von der Jury nunmal kaum beachtet, wenn es um Darstelleroscars geht.

Vielmehr tippen wir auf Alan Arkin, der zwar als Darsteller in Little Miss Sunshine das "Komödienproblem" hat, dafür sind aber 40 Jahre seit seiner letzten Nominierung vergangen. "Mitleidsoscar", oder auch "Entschuldigungsoscar", jedenfalls hat er die größten Chancen. Wahlberg und Hounsou haben schlicht noch untypischere Oscarrollen, und auf eine Überraschung mit Jackie Earle Haley setzen wir vorerst nicht.

Somit tippen wir zwar gegen die Userabstimmungen Amerikas und auch gegen Roger Ebert, aber manchmal muss man auch gegen den Strom schwimmen.

Anders ist es in der Kategorie beste Hauptdarstellerin. Helen Mirren bekam nahezu alle Preise dieses Jahr, wurde von nahezu allen Kritikern gefeiert und hat bislang keinen Oscar, gilt nun aber als Favoritin. Die Darstellerin der Queen wird gewinnen, das ist nahezu sicher. Gestärkt wird dieses Gefühl dadurch, dass ihre Konkurrentinnen Streep und Dench bereits Oscars haben und Cruz dagegen erstmals von der Acadamy beachtet wurde - sie wird den Oscar bei ihrer nächsten oder übernächsten Charakterrolle bekommen, nicht aber dieses Mal. Höchstens Kate Winslet könnte Mirren ins Gehege kommen, schließlich hat sie 5 erfolglose Nominierungen hinter sich, zwei mehr als Mirren. Da Winslet aber noch viele Jahre voller Oscar-Chancen vor sich hat, wird Mirren gewinnen. Ganz klar.

Die Kategorie bester Hauptdarsteller wird wohl entweder O'Toole oder Whitaker als Gewinner sehen. DiCaprio wird seinen Oscar wohl erst gewinnen, nachdem Scorsese seinen Regie-Oscar erhielt, und Gosling gilt bei den Vorhersagen als jemand mit eher kleineren Chancen. Will Smith ist zwar auch schon Oscar-fällig, doch dies ist erst sein zweiter "Oscarfilm", und da wird die Acadamy wohl noch warten, bis Smith einen größeren Oscar-relavanten Film dreht.

O'Toole bekam bereits den Ehrenoscar - wird die Acadamy deshalb sagen, er bräuchte keinen "echten" Oscar mehr, oder wird sie ihn gerade deshalb auszeichnen, weil es etwas außergewöhnliches wäre, würde O'Toole den Oscar erst nach dem Ehrenpreis gewinnen? Whitaker gewann mehr Indikatorpreise, deshalb ist er wohl die sicherere Wahl. Aber vielleicht will die Acadamy mal überraschen... Wir tippen auf Peter O'Toole in Venus.

Bei der besten Regie sind sich alle größeren Kritiker, Oscarexperten und auch die Jurys der "Indikatorpreise" sicher: Martin Scorsese bekommt endlich seinen lang verdienten Goldjungen. Scorsese gewann mit Departed - Unter Feinden den Golden Globe, den Preis der Gewerkschaft und zahlreiche Kritikerpreise. Nun noch den "Entschuldigungsoscar" für all die Jahre, in denen Scorsese übergangen wurde (allerspätestens bei Gangs of New York hätte er gewinnen müssen), und die Geschichte ist rund.

Und welcher Film war, für die Oscarjury, der beste Film?

Diese Frage ist dieses Jahr so schwer wie noch nie zu beantworten, da es dieses Mal in den anderen Kategorie, in unseren Augen, keine Abräumer gab. Würde zum Beispiel Babel gewinnen, den viele Kritiker persönlich gern als Gewinner sehen würden, dann hätten wir wohl den "bester Film"-Gewinner mit den wenigsten anderen Oscars (sollten unsere Prognosen richtig sein).

Aber auch der von vielen Zuschauern als Favorit gesehene Departed hätte demnach nur zwei Oscars. Mit Little Miss Sunshine würde eine Komödie gewinnen, mit Letters from Iwo Jima ein düsterer Kriegsfilm (ohne andere Oscars) und mit Die Queen ein sehr britischer Film, ein eher untypischer Oscargewinner.

Am ehesten werden es Babel und Departed unter sich ausmachen, vor allem, wenn man auf die Indikatorpreise guckt.

Wir tippen mal auf einen Überraschungssieg von Babel, der so wohl in die Geschichte des Oscars eingehen würde.

Insgesamt sehen wir eine sehr vermischte Verleihung voraus - es liegt an der Acadamy dies zu erfüllen. Oder sich anders zu entscheiden.

Kommentar zur Verleihung

Dieser Kommentar entstand parallel zur eigentlichen Preisverleihung und stellt die Ansichten der Duckipeida-Oscarredaktion während der eigentlichen Verleihung dar.

Die Moderatorin der Preisverleihung ist dieses Mal die Komikerin und Schauspielerin Ellen DeGeneres, die im englischen Original auch Dorie aus Findet Nemo sprach - DeGeneres ist eine der witzigsten Frauen im amerikanischen Fernsehen und somit sollte man für diesen Oscarabend zumindest eine gelungene und witzige Moderation erwarten, die den Abend aufwerten könnte, sollten die Preisträger selbst unverdient sein und/oder langweilige Dankesreden halten.

Zusätzliche Spannung könnte die Werbung während der amerikanischen Ausstrahlung auf ABC erzeugen: Gerüchten zu Folge soll während den Oscars endlich ein Trailer oder Spot zu Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt gesendet werden - wenn nicht heute, so die Gerüchteküche, dann am 2. März zusammen mit der Touchstone Pictures-Produktion Born to be wild in den Kinos - Internetveröffentlichung vielleicht kurz zuvor, sicher aber nicht lange danach, und wenn es dann eine Zeit lang auch inoffiziell sein mag. Aber auch diese Ankündigung ist nur ein Gerücht... nun, wir werden sehen, was passiert.

Doch nun zurück zum eigentlichen Thema des Abends: Die Oscars. Wie jedes Jahr zeigen die Sender zunächst eine "Red Carpet"-Show. Dieses Jahr ersetzt jedoch ProSieben das ABC-Oscar-Prelude durch ein selbst produziertes Special, was dem deutschen Zuschauer die Fragen nach dem Modedesigner und dem Shop, aus dem "dieses tolle Kleid" stammt erspart - denn im amerikanischen Prolog zur Verleihung geht es fast ausschließlich um genau diese Fragen. Steven Gätjen stellt dagegen Fragen über die Filme und präsentiert die Sendung eher wie ein Special eines Kinomagazins und weniger wie eine TV-Ausgabe verschiedener Klatschblätter oder des Echos der Frau.

So, das ProSieben-Special ist um, nun gibt es die US-Übertragung zu sehen, wobei auch die Pre-Show von ABC dabei ist, was uns nicht völlig von Fragen nach der Kleidung der Stars freispricht. Aber zumindest gab es soeben einen sehr erfrischenden Pre-Film mit Happy Feet, Cars und Little Miss Sunshine zu sehen... Vielleicht ist dies ein gutes Zeichen für die Qualität der eigentlichen Show?

Das offizielle Poster zur diesjährigen Oscarverleihung stellt berühmte und wichtige Filmzitate in den Fokus. Ob Chicago, Herr der Ringe, Citizen Kane oder Casablanca: Viele große Filme sind auf dem Poster vertreten. Besonders interessant: Ganz oben in besonders großen und dicken Lettern das zentrale Zitat aus Citizen Kane "Rosebud". Der Film gilt als einer der besten in der Geschichte Hollywoods, gewann aber nur den Drehbuch-Oscar. Ist diese Ehre auf dem Poster eine Entschuldigung?

Die ABC-Pre-Show hat nach dem Intro nicht wirklich viele Highlights geboten, aber ein paar gab es dann doch noch. So etwa Eddie Murphy, der auf die Frage nach seinen liebsten Eddie-Murphy-Filmen seine größten Flops aufs Tableau brachte.

Die eigentliche Verleihung beginnt mit einem herrlichen Filmchen über die Nominierte - und Oscars Pechvögel wie O'Toole oder O'Connell. Auch Scorsese durfte sich ironisch über seine Pechsträhne äußern. DeGeneres fängt schon sehr witzig an, weil sie meint, dieses Jahr würde man endlich die Nominierten feiern, und nicht wie sonst nur die Gewinner. Direkt zu Beginn Seitenhiebe auf die Oscars selbst, das ist doch angenehm. Nun macht sie auch die Stars nervös - dass bislang kein Moderator auf die Idee kam... Die ist nämlich gut. Und sie macht klar, dass es ohne "Randgruppen" keine Oscars gäbe - witzig und wahr. Allerdings kommt einem die Show bislang eher klein vor, aber vielleicht wird sich das im Laufe der Show als positiv erweisen.

Der erste Oscar geht an die beste Ausstattung. Der Gewinner ist Pans Labyrinth, der den Verantwortlichen bei der ersten Nominierung sogleich auch den Preis gab. Die Duckipedia-Redaktion hat somit ihr kleinstes Ziel erreicht: Wenigstens einmal richtig liegen. Direkt im Anschluss folgt die Zusammenfassung der Scientific and Technical-Awards, die wahren Technikkategorien der Oscars, die aber am Tag vor der "eigentlichen" Verleihung vergeben werden.

Will Ferrell macht nun eine herrliche musikalische Parodie über die Lage von Komödien und Komödianten bei den Oscars: Aussichtslos. Jack Black platzt auch noch rein - was die zwei singen ist genial und wahr! Eine der besten Oscar-Nummern und Ideen der letzten Jahre. Die wird sogar überraschend mit John C Reilly zur Drei-Mann-Nummer aufgebaut, die zwischenzeitlich auch die Nominierten "angreift" - einfach herrlich. Allein dafür hat sich das Einschalten gelohnt.

Nun folgt die Makeup-Kategorie, und es gab anscheinend einige "Buh"-Rufe zu hören, als Apocalypto vorgestellt wurde. Es gewann aber Pans Labyrinth - anscheinend wird das Mexikos große Nacht bei den Oscars.

Nun folgt eine Laudatio der ganz großen Kinder des vergangenen Jahres: Abigail Breslin von "Little Miss Sunshine" und "Jayden Smith", die den Kurztrickfilmoscar präsentieren. Kurze Laudatio, passend zur Kategorie Der Gewinner ist, nach einem kleinen Patzer der Kids, die ohne den Preis zu vergeben zur nächsten Kategorie gehen wollten: The Danish Poet - der andere Zeichentrickfilm, der dieses Jahr nominiert wurde. die Acadamy mag Disney wohl nicht mehr, der letzte Kurztrickfilmoscar liegt schon lange zurück.

Nun folgt auch direkt der beste kurze Spielfilm, die West Bank Story. Ein Film über Frieden und Hoffnung, der zudem recht unterhaltsam aussieht. Der Gewinner bittet auch um mehr Beachtung für Kurzfilme. Wichtige Worte für die Filmkunst, die leider bald vergessen sein werden, sobald die "Hauptkategorien" verliehen werden.

Die Nominierten des Hauptpreises werden nun nicht bloß mit Trailern, sondern hinzugefügtem Audiokommentar der Regisseure vorgestellt, was vor einigen Jahren nicht der Fall war, aber eine spannende Sache ist.

Oh, ProSieben schaltet nach dem "Letters from Iwo Jima"-Trailer und der folgenden Werbepause etwas zu spät zurück. Die aktuelle Idee mit dem Soundeffekt-Orchester, das berühmte Szenen nach vertont ist richtig goldig und schön anzuhören - sehr gelungen. Logischerweise folgen nun die Tonoscars, mit einer oscarungewöhnlich frechen Laudatio. Bester Tonschnitt geht an Letters from Iwo Jima - der Vater des Gewinners überlebte die im Film geschilderte Schlacht, was wieder eine schöne amerikanische Erfolgsgeschichte darstellt. Das ist übrigens eines der wenigen Male, dass nicht der teuerste Nominierte gewonnen hat. Langsam scheint es, als würde die Acadamy, wenn überhaupt, dem Pirates-Franchise erst mit dem dritten Teil Oscars gönnen. Der bester Ton-Oscar geht wie erwartet an Dreamgirls - die Acadamy liebt Musicals einfach zu sehr, um da überrascht zu sein.

Nun folgt bereits eine der Hauptkategorien: Bester Nebendarsteller - traditionsgemäß mit einer sehr zurückhaltenden und konventionellen Laudatio. Anscheinend darf man sich nur in "Nebenkategorien" Spaß erlauben. Gewinner ist Alan Arkin, der nach über 40 Jahren wieder nominiert wurde, und nun den Oscar für eine Rolle in einer liebevollen Komödie gewann. Ihm ist der Preis wirklich sehr zu gönnen.

Ellen hält sich als Moderatorin relativ zurück, hat aber kleine erfrischende Ideen, nun dreht sie zum Beispiel Scorsese ein Drehbuch an, ein Crossover zwischen "Good Fellas" und "Big Mamas Haus". Die Schattentanztruppe, die zu Beginn einen Oscar formte, stellt nun "Happy Feet" dar.

Bei der Performance von Our Town, einem der Song-Nominierten und eine von zwei Oscarhoffnungen des Films Cars, gab es ein paar Tonprobleme, was sicherlich passieren kann, bei einer Liveshow, aber es sollte nicht passieren, erst Recht nicht bei den Oscars.

Oh, es folgt sofort die nächste Songperformance. Die alte Tradition, die Songs über den ganzen Abend zu verteilen hat man nun wohl endgültig aufgegeben. Wenigstens kommen nun nicht alle Songs nacheinander.

Nun einige politische Aussagen - über Umweltschutz, was man nur gutheißen sollte. Al Gore ist sehr sympathisch und macht auch einen kleinen Spaß mit. Bester animierter Langfilm - die nächste Kategorie, wird von Cameron Diaz mit kurzem Blick zurück zu Walt Disney und Schneewittchen verliehen - und geht an Happy Feet. Dafür gibt es einen Zwischenschnitt zu McQueen und Hook aus Cars, die recht enttäuscht wirken.

Die Drehbuch-Oscars werden mit einem Blick zurück auf Autoren in der Geschichte der Hollywood-Filme eingeleitet. Schöne Idee, sogar Ed Wood hatte einen Auftritt. Borat wird tatsächlich mit dem vollen Titel vorgestellt. Gewinner beim besten adaptierten Drehbuch wird aber Departed, womit möglicherweise Scoreses große Nacht eingeleitet wird: Regie und Film könnten auch noch gewinnen. Der Drehbuchautor ehrt Peter O'Toole, was besonders eine nette Geste ist.

Nun wird der beste Kostüme-Oscar verliehen, Laudatio halten zwei der Darstellerinnen aus Der Teufel trägt Prada, was ungewöhnlich ist, das der Film selbst nominiert ist. Allerdings ist die Laudatio sehr originell.

Gewinner ist Marie Antoinette, ein Kostümdesign zwischen Historiendrama und... Inspiration durch französische Nachspeisen. Die Kostümdesignerin ist sehr nervös, bringt aber eine gut improvisierte Dankesrede. Sie soll sich beeilen, meint ihr Ehemann. Witzig - oder eine tragische Ehegeschichte?

Sherryl Lancey, Verantwortliche bei Paramount für Titanic und Forrest Gump, bekommt einen Sonderpreis für ihr Engagement in wohltätigen Dingen.

Clint Eastwood ist wohl neben O'Toole der Liebling des Abends, nun lässt Ellen DeGeneres sich von Spielberg mit ihm fotografieren. Der nächste Award wird an die beste Kamera verliehen. Pans Labyrinth erhält auch in dieser Kategorie den Oscar. Somit nimmt der eine Kritikerliebling dem anderen Kritikerliebling (Children of Men) eine der letzten Oscarchancen. Der Gewinner widmet seinen Oscar seinen Kindern, was durchaus als Seltenheit zu bezeichnen ist.

Beste Spezialeffekte ist die nächste Kategorie, und die letzte, in der Fluch der Karibik 2 eine Chance hat. Und dieser Oscar geht auch tatsächlich als erster Goldjunge an das erfolgreiche Franchise. Alles andere wäre auch schockierend und enttäuschend. Der Film musste in dieser Kategorie auch gewinnen. Die Jungs sehen leicht überarbeitet aus - schlaucht noch die Arbeit an den Spezialeffekten von Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt? Disney hat nun seinen ersten Oscar des Abends erhalten. Als nächstes folgt schon die bester fremdsprachiger Film. Vor der Verleihung gibt es eine Ehrerweisung gegenüber den bisherigen Gewinnern in dieser Kategorie in Form einer ausführlichen Montage.

Und... DEUTSCHLAND hat gewonnen. Das Leben der Anderen ist der beste nicht-englischsprachige Film und gewinnt somit tatsächlich gegen Pans Labyrinth. Dem Regisseur ist es auch wirklich zu gönnen, und er freut sich sichtlich über den Preis. Somit ist nun auch garantiert, dass die heutige Verleihung wieder zu den Topthemen des Tages in den deutschen Nachrichten sein wird. Der Film hat es verdient, aber es ist wirklich überraschend, da ausländische Filme, die in anderen Kategorien nominiert werden meistens wenigstens den Fremdsprachenoscar erhalten.

Die beste Nebendarstellerin ist die sichtlich ergriffene und zu Tränen gerührte Jennifer Hudson. Die amerikanische Traumgeschichte der Wettbewerbsverliererin ("American Idol"), später einen viel größeren und wichtigeren Preis gewinnt ("Oscar") ist nun perfekt.

Die beste Kurzdoku ist The Blood of Yingzhou District. Keine besondere Laudatio, auch keine besondere Dankesrede. Die beste lange Dokumentation dagegen erhält zunächst eine sehr erfrischende Laudatio, die selbstironisch vorgetragen wird. Selten zu sehen, in dieser Kategorie. Gewinner ist, wie von nahezu jedem richtig vorausgesagt, Eine unbequeme Wahrheit, und der Preisträger macht eine bewegte Dankesrede. Zudem teilt er den Preis mit dem ebenfalls auf der Bühne anwesenden Al Gore, der kurz auf seine verlorene Präsidentschaft anspielt. Eine politische, nicht unterbrochene Rede und ein verdienter Sieg.

Der Filmmusik-Komponist Ennio Morricone, am besten bekannt für Spiel mir das Lied vom Tod und zahlreiche andere Werke, bekommt daraufhin seinen Ehrenoscar verliehen - übrigens sein erster Oscar: Für seine legendären Werke wurde er bislang stets nur nominiert. Auf Clint Eastwoods Laudatio und Filmzusammenschnitt folgt Celine Dion, die ihm ein Ständchen singt. Obwohl Morricones italienische Dankesredeschwer zu verstehen ist und Eastwood beim Übersetzen sichtbare Probleme hat (Morricones fünf, sechs erste Sätze hat er mit nur einem Satz übersetzt) kann man an seiner Stimmlage erkenne, wie sehr er sich über diesen Ehrenpreis freut.

Eine breit lächelnde Penelopé Cruz betont die Internationalität der nominierten Komponisten in der Kategorie Beste Musik - und nutzt "Baltimore" als Pointe. Gewinner ist Babel, dessen Score laut des Komponisten hauptsächlich ein Ziel hatte: Nicht wie eine National Geographic-Doku klingen.

Es folgt eine sehr schnelle Zusammenfassung über das was die Acadamy macht und wie sie aufgebaut ist. Recht unterhaltsam. Danach wird der Oscar für das beste Originaldrehbuch verliehen. Und die Laudatio war nicht gerade ausführlich. Irgendwie werden die kurzen Vorstellungen der Kategorie im Laufe des Abends immer konventioneller und kürzer. Schade, mit Ferrel, Black und Riley fing es so großartig an...

Gewinner in der Kategorie ist das Drehbuch von Little Miss Sunshine - da wir ja eh gerade von Komödien bei Oscars reden ist das ein herrlicher Zufall. Und es macht Hoffnung, dass die Acadamy endlich mehr Komödien und Tragikomödien Beachtung schenkt. Garden State hätte einst auch den Oscar verdient - wurde aber nicht einmal nominiert. Vielleicht ändert sich dies endlich, und mehr Filme abseits Drama, Biopic und Musical können in "Hauptkategorien" gewinnen.

Nun folgen alle drei Dreamgirls-Songs, was erklärt, weshalb man die Songs nicht über dne gesamten Abend verteilte. Und sollten nicht jeden Moment Gore Verbinski, Jerry Bruckheimer und Johnny Depp auf die Bühne springen und selbst den Trailer von Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt ankündigen, wird sich das Gerücht des nun enthüllten Trailers wohl als falsch herausstellen. Queen Latifah und John Travolta präsentieren schließlich kurz, aber sympathisch den Oscar für den besten Song. Gewinner ist der Song aus Eine unbequeme Wahrheit, was die Oscars dieses Jahr für einige Journalisten wohl zu den lateinamerikanischen und grünen Oscars über Gores Labyrinth macht - so wie es vor einigen jahren die "schwarzen Oscars" gab - vielleicht tun wir den Journalisten mit dieser Vermutung aber auch Unrecht an.

Will Smith hält als nächstes eine patriotische Ansprache, die zu Michael Manns Zusammenschnitt über "Amerika in amerikanischen Filmen" führt. Mann zeigt auch dunkle Seiten: Klu Klux Klan, White Trash, Kriege. Doch auch der amerikanische Traum kommt nicht zu kurz.

Der beste Schnitt schließt an die Montage an. Gewinner ist Departed, womit es wahrscheinlich scheint, dass dies der Lieblingsfilm der Acadamy aus der Bester Film-Kategorie ist. Es sieht so aus, als könnte er noch mehr gewinnen. Lassen wir uns mal überraschen. Sicher ist jedenfalls, dass Children of Men leer ausging, und die Acadamy somit erneut einen großen Film übersehen hat. Direkt auf diese Kategorie folgt die traditionelle Montage von im vergangenen Jahr verstorbenen Filmstars, darunter Disney-Komiker Don Knotts und der legendäre Cartoonist Joe Barbara sowie Regisseur Robert Altmann.

ProSieben schaltet daraufhin wieder recht knapp zur Verleihung zurück. Nach einem nun nur noch angeschnittenen Sketch der Moderatorin folgt die beste Hauptdarstellerin - mit erneut kurzer Laudatio und zudem einer sehr gelangweilt vorgetragenen. Die Gewinnerin ist verdienterweise Helen Mirren für ihre Rolle der Elizabeth II. in Die Queen, was keine Überraschung sein sollte, bei all den bislang gewonnenen Preisen.

Nach einer kurzen Werbepause saugt Ellen erst einmal im Theater, gefolgt von Reese Witherspoone, die eine Laudatio für den besten Hauptdarsteller hält. Langsam geht es schon auf das Ende der Verleihung zu, und der Gewinner in dieser Kategorie ist Forest Whitaker als der letzte König von Schottland. Seine Dankresrede ist zwar abgelesen, meistens sind solche Reden etwas trocken, aber der gerührte und überrascht wirkende Whitaker trägt die Anekdote/Beobachtung aus seinem Leben herzlich und den Tränen nahe vor. Sehr schön anzusehen war auch, dass er zuvor tief einatmete um den Moment zu realisieren. So sehen die besten Dankesreden aus - oder so wie es der Regisseur von Das Leben der Anderen (Florian Henckel von Donnersmarck) tat, der wahrhaftig in die Luft sprang vor Freude.

Sehr originell, witzig und irgendwie glamourös die Laudatio der Hollywoodgrößen Coppola, Lucas und Spielberg für beste Regie. Sieger ist tatsächlich Martin Scorsese, der nun endlich seinen lange verdienten Oscar erhielt und dafür Standing Ovations des Kodak Theaters erhielt. Scorsese freute sich wirklich, die Dankesrede war auch gut und nun fiel endlich der Druck von Scorsese, endlich seinen Oscar zu erhalten. Somit steht auch der Gewinner der Hauptkategorie praktisch fest

Und der Gewinner der letzten Kategorie, bester Film, ist tatsächlich Departed, laut Scorsese sein erster Film mit einem Plot.

Eine abwechslungsreiche Preisverleihung mit einigen Überraschungen und einigen klaren Siegern geht somit zu Ende.

Die Show selbst jedoch lief größtenteils ohne den für den Oscar so wichtigen Glamour ab - nur wenige Laudatien waren wirklich gut (Kurzfilme, Sound, die Songeinlage von Black & Friends sowie die Großmeister bei der Regie-Kategorie), und während Ellens Zurückhaltung zu Beginn noch vielversprechend war, zog sie den Abend gegen Ende fast schon aus dem Eventstatus. Von den Filmbeiträgen war Manns zynischer Blick auf Amerika eindeutig der Beste.

In Hollywood kehrt bald die Normalität zurück - bis die Sommersaiosn und so die Zeit der Blockbuster losgeht.

Die Gewinner

  • Beste Ausstattung: Pans Labyrinth
  • Bestes Makeup: Pans Labyrinth
  • Bester animierter Kurzfilm: The Danish Poet
  • Bester Kurzfilm: West Bank Story
  • Bester Tonschnitt: Letters from Iwo Jima
  • Bester Ton: Dreamgirls
  • Bester Nebendarsteller: Alan Arkin - Little Miss Sunshine
  • Bester animierter Langfilm: Happy Feet
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: Departed
  • Beste Kostüme: Marie Antoinette
  • Beste Kamera: Pans Labyrinth
  • Beste Spezialeffekte: Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
  • Bester fremdsprachiger Film: Das Leben der Anderen
  • Beste Nebendarstellerin: Jennifer Hudson - Dreamgirls
  • Beste Kurzdokumentation: The Blood of Yingzhou District
  • Beste Dokumentation: Eine unbequeme Wahrheit
  • Beste Musik: Babel
  • Bestes Original Drehbuch: Little Miss Sunshine
  • Bester Song: Melissa Etheridge - Eine unbequeme Wahrheit
  • Bester Schnitt: Departed
  • Beste Hauptdarstellerin: Helen Mirren - Die Queen
  • Bester Hauptdarsteller: Forest Whitaker - Der letzte König von Schottland
  • Bester Regisseur: Martin Scorsese Departed
  • Bester Film: Departed