Familie Duck auf Nordpolfahrt

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Familie Duck auf Nordpolfahrt
Luck of the North
Erstveröffentlichung: Dezember 1949
Entstehungsdatum: Juni 1949
Storycode: W OS 256-02
Story: Carl Barks,
Dana Coty (Idee)
Zeichnungen: Carl Barks
Seiten: 32
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs
Deutsche Erstveröffentlichung: Micky Maus Sonderheft 3
Weiterführendes

link= W OS 256-02 Infos zu Familie Duck auf Nordpolfahrt beim Inducks

Cover von Carl Barks (© Disney)

Familie Duck auf Nordpolfahrt (Originaltitel: Luck of the North) ist eine Comicgeschichte von Carl Barks. Die Geschichte gehört zu den wichtigsten Gustav-Gans-Comics aus der Feder von Carl Barks und kann als Endpunkt der Entwicklung Gustavs zum Glückspilz par excellence gesehen werden. In Deutschland wurde die Geschichte erstmals unter dem Titel Donald Duck auf Nordpolfahrt veröffentlicht.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Gustav beweist wieder einmal sein unfassbares Glück. Laut seinem Horoskop ist er unter einem Glücksstern geboren, alles, was er anpackt, muss ihm gelingen. Das will er Donald, wider dessen Willen, auch beweisen und schleppt ihn ab. Auf dem Weg kommt es zu den üblichen Glanzleistungen von Gustavs Glücksfee: Ihm flattert ein Geldschein in die Hand, ausgerechnet in dem Moment, als ein Mann seine Schulden bei ihm eintreiben will. Mit einem Taler ersteigert Gustav eine alte Truhe und findet 100 Taler im Innenfutter verborgen. Auch bei einer Losziehung gewinnt natürlich Gustav.

Donald ist verzweifelt, vor allem weil Gustav bereits ankündigt, ihn wieder besuchen zu wollen. Am liebsten wäre es ihm, wenn er seinen Vetter für einige Wochen nicht zu sehen bräuchte. Da kommt ihm eine geniale Idee: Er fälscht eine Schatzkarte für ein Uranbergwerk mitten im hohen Norden und jubelt diesen Plan Gustav unter, der sofort abreist. Donald lacht sich erst krumm und blöd. Doch am Abend im Bett bekommt er Gewissensbisse. So manche sind schon im Eismeer umgekommen. Wenn gar ein Eisbär Gustav fressen würde? Nicht auszudenken! Doch Donald hat keine Wahl mehr, mit seinen Neffen besteigt er ein Flugzeug nach Alaska.

Im hohen Norden machen sich die vier Ducks auf Gustavs Spur. Der hat natürlich wieder Glück gehabt und den einzigen verfügbaren Hundeschlitten gewonnen. Nur zu Fuß machen sie sich also auf den Weg und können Gustav tatsächlich einholen. Donald will einfach nur die falsche Schatzkarte Gustav wieder abnehmen, bevor es zu weiteren Komplikationen kommt. Doch stattdessen stiehlt er Gustavs Horoskop. So müssen sie auch am nächsten Tag Gustav folgen. Der hat inzwischen mit seinem Glück für Eskimos einen Walfisch angelockt und dadurch zwei Kajaks bekommen – das eine davon zerstört er. Der Glücksbringer, den Gustav den Eskimos aufschwatzt, nützt allerdings bei ihnen nichts. Sie sind stinksauer und als die ermatteten Ducks ankommen, lassen sie sich das nun zerstörte Kajak teuer bezahlen. Doch weiter muss die Reise gehen, also wird das Kajak geflickt.

Die Fahrt mit einem Kajak durch das Nordmeer ist ein äußerst gefährliches Unterfangen. Die Ducks fragen sich nun langsam, ob sie nicht selbst gerettet werden müssen. Doch sie erreichen schließlich das Ziel, einen gigantischen Eisberg. Gustav ist schon da und erkennt erst jetzt, dass das Uranbergwerk nicht existiert. Donald muss ihn über den Schwindel aufklären, Gustav stürzt sich auf ihn. Bei der anschließenden Prügelei geht Gustavs Boot unter, sodass nur noch ein Kajak da ist, das nicht mehr für alle fünf reicht. Gustav erknobelt sich die Rückfahrt in dem Boot und da sich Tick, Trick und Track weigern, ihren Onkel allein am Eisberg zurückzulassen, fährt Gustav einfach alleine davon.

Die Tage vergehen in Eintönigkeit. Plötzlich aber wird ihr Eisberg von einem Kriegsschiff beschossen und bricht auseinander, die Ducks stürzen in die Tiefe. Sie glauben schon im Eismeer zu landen, das sie nicht überleben werden, doch – o Wunder – im Eisberg befand sich ein Wikingerschiff, das jetzt freiliegt und auf dem sie aufschlagen. Am Schiff befinden sich mit Gold beschlagene Waffen und Schilde – ein Schatz. Schließlich kommt Gustav zurück. Er hat das Schiff bereits bei der Abfahrt erspäht und konnte sich daher die Rechte am Schatz sichern. Juristisch ist er auf der sicheren Seite, die Ducks müssen zuschauen, wie der Schatz abtransportiert wird.

Gustav lässt das Wikingerschiff zurück und die Ducks schlagen es frei, um es als Transportmittel verwenden zu können. Doch die Abenteuer sind noch nicht vorbei. Eine hohe Welle spült einen Eisbären auf das Schiff, der gleich durchbricht. Das Schiff sinkt, mit Mühe schaffen es die Ducks noch rechtzeitig ein Floß zu bauen. Den Eisbären werden sie los. Nur eine Karte haben Tick, Trick und Track vom Wikingerschiff gerettet. Donald will sie vor Zorn zerreißen. Doch seine Neffen halten ihn auf: Die Karte ist ein wertvolles historisches Dokument, viel wertvoller als Gustavs Schatz, denn sie zeigt die Entdeckung Amerikas durch die Wikinger. Da haben die Ducks auch einmal Glück gehabt!

Bedeutung[Bearbeiten]

Die klassische Sequenz der inneren Reflexion (© Egmont Ehapa)

Familie Duck auf Nordpolfahrt markiert den Endpunkt der Entwicklung Gustavs zum Schoßkind des Glücks. In den ersten Geschichten, vor allem in Die Wette, war Gustav lediglich ein angeberischer Aufschneider gewesen, der insofern einige der Charaktereigenschaften Donalds teilte. Doch Gustav entwickelte sich immer mehr zum Glückspilz. In Segelregatta in die Südsee stach er das erste Mal mit seinem Glück heraus, beim Wettrennen mit den Ducks gelangen ihm unglaubliche Glücksfälle. Die Geschichte entstand jedoch nur für den March of Comics in Form eines Giveaways und hatte längst nicht die Breitenwirkung wie Familie Duck auf Nordpolfahrt, die für die regulären Four Color Comics entstand. Zudem waren in der Segelregatta Gustavs Glücksfälle fast ausschließlich auf die Reise beschränkt. Einige Monate nach der Segelregatta entstand zudem die Geschichte Ein Bärenspaß, die Gustav in untypischer Position zeigte – er arbeitete! Und auch sonst finden sich in diesem Zehnseiter keine Glücksfälle.

Gustav der Glückspilz setzte sich erst richtig mit Familie Duck auf Nordpolfahrt durch. In einer manchmal als klassisch bezeichneten Anfangssequenz zeigte Barks die alltäglichen Glücksfälle Gustavs in Entenhausen und kreierte wesentliche Tropen – der Losgewinn, der Fund von verstecktem Geld, das In-die-Hand-Flattern eines Geldscheins – die fortan Gustav auszeichnen sollten. Fortan kam keine Barks-Geschichte und auch sehr wenige andere mehr an schier unglaublichen Glücksfällen Gustavs vorbei.

Die Geschichte ist jedoch nicht nur deswegen außerordentlich bemerkenswert. In nur zwei Seiten stellt Barks einen charakterlichen Wandel Donalds von Begeisterung und Schadenfreude über Zufriedenheit, nagende Schuldgefühle, Schlafmangel, Sorgten und Ängste dar, die in dieser Form einmalig in der gesamten, sonst fast nie auf innere Reflexionsprozesse fokussierenden Disney-Comicliteratur sind.[1]

Das Ende der Geschichte zeigt deutlich, wie verhasst seine eigene Schöpfung dem Entenvater mittlerweile geworden war. In fast schon implausibler Weise lässt Barks die Ducks einen Triumph feiern und sie eine historische Karte entdecken, die weitaus wertvoller als Gustavs Schatz ist.[1] Zum Zeitpunkt, als die Geschichte entstand, war die Entdeckung Amerikas durch die Wikinger eine Theorie, allerdings sollte sie erst in den 1960er Jahren archäologisch nachgewiesen werden (Ausgrabungen in L'Anse aux Meadows ab 1961).[2] Barks beschäftigte sich später noch einmal mit der Entdeckung Amerikas durch die Wikinger (auch dieses Mal vor dem endgültigen Beleg), und zwar in Der goldene Helm.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]