Micky und die vierte Dimension

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In der vierten Dimension
Micky und die vierte Dimension
Topolino e la dimensione Delta
Erstveröffentlichung: 10. März 1959
Entstehungsdatum: 1958
Storycode: I TL 206-AP
Story: Romano Scarpa
Zeichnungen: Romano Scarpa
Tusche:

Rodolfo Cimino

Seiten: 72
Deutsche Übersetzung: Gudrun Penndorf
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 76
Weiterführendes

link= I TL 206-AP Infos zu In der vierten Dimension beim Inducks

© Egmont Ehapa

Micky und die vierte Dimension (Original Topolino e la dimensione Delta) ist eine Comicgeschichte von Romano Scarpa (Autor und Zeichner) und Rodolfo Cimino (Inker). In dieser Geschichte, die als eine der besten von Scarpa gilt, hat Mickys Freund Atömchen seinen ersten Auftritt.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Über Entenhausen schneit es. Mitten im Sommer. Bei sengender Hitze. Und zwar Zuckerwatte. Und leuchtenden Schnee. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu?! Laut Radio sollen zwei Firmen den Schnee als Reklame in Auftrag gegeben haben, doch Micky glaubt das nicht und beginnt zu recherchieren. Er findet heraus, dass die beiden Firmen genau den gleichen Sitz haben und der ist – das Polizeipräsidium! Dort herrscht gerade großer Aufruhr, vor allem Kommissar Hunter und der Bürgermeister, der zu Besuch ist, sind außer sich. Sie erläutern Micky das Problem: Ein Unbekannter ließ den Schnee über der Stadt niedergehen, um zu zeigen, wozu er fähig ist. Und nun droht er, einen Juckpulverregen zu erzeugen, wenn die Stadt ihm nicht eine Million Taler gibt! Die Radiodurchsagen veranlasste die Polizei nur, um die Bevölkerung nicht in Panik zu versetzen. Was tun? Eine Million ist viel Geld, doch der Erpresser scheint tatsächlich Macht über Wind und Wetter zu haben und könnte so wirklich großes Unheil anrichten…

Mickys erste Begegnung mit Atömchen (© Egmont Ehapa)

Dank der Hilfe eines Wetterforschers wollen Micky und die Polizisten herausfinden, wo die Wolken herkommen und so den Schurken auffinden. Doch sie suchen vergebens, der Erpresser scheint unauffindbar zu sein! Währenddessen geht ein seltsames Wesen in Entenhausen um. Sein Auftrag: Micky finden. Erst einmal findet es nur Minnie, doch die setzt es außer Gefecht und macht sich unaufhaltsam und unnachgiebig weiter auf die Suche… Mittlerweile haben Micky und die Polizisten ihre Suche aufgegeben. Sie legen die Million am vom Schurken festgelegten Zeitpunkt auf einer Statue ab, selbstverständlich bereit, jederzeit zuzuschlagen und den Erpresser zu fassen, sollte dieser erscheinen. Vier Uhr, der verabredete Zeitpunkt. Die Spannung ist enorm, doch nichts regt sich. Und da – verschwindet die Kiste mit der Million spurlos! Sie ist einfach weg und auch an der Statue ist nichts zu sehen! Verdattert macht Micky sich auf den Weg nach Hause. Das seltsame Wesen ist ihm dicht auf den Fersen…

Wunderlich und seine zwei vergrößerten Atome (© Egmont Ehapa)

Micky merkt, dass er verfolgt wird und trickst seinen Verfolger aus, sodass er ihn endlich sehen kann. Der Schock ist gigantisch: Es handelt sich um eine blaues Wesen, etwa so groß wie ein Kind und mit seltsamen gelben Dingern, die ihm um den Kopf kreisen. Und es verwandelt Mickys Schreckschusspistole mit einem Puster in Schokolade! Es stellt sich als Atömchen vor und versichert Micky, ein Freund zu sein. Er solle Micky mit zu seinem Auftraggeber nehmen. Plötzlich löst sich die Straße auf, alles verschwindet und die beiden finden sich in einem Laboratorium wieder! Und dort ist Professor Wunderlich! Er erklärt dem völlig verdutzten Micky, was los ist: Er, Professor Wunderlich, habe herausgefunden, wie man eine zusätzliche Dimension erschaffen könne, die man von der Erde aus nicht sehen könne. So schuf er die vierte Dimension, in der er sein Labor aufbaute, in der er ungestört seinen Forschungen nachgehen konnte und in der Micky sich nun befinde. Bei seinen Forschungen habe er auch entdeckt, dass auch Atome kleine Lebewesen seien. So vergrößerte er zwei, eines von ihnen sei nun Atömchen. Der könne übrigens durch seine Puste die Materie verändern, Stahl zu Schokolade, Wasser zu Zuckerwatte… Als Micky das hört, geht ihm ein Licht auf: Also ist der Professor hinter den mysteriösen Schneefällen und Erpressungen!

Kater Karlo hat düstere Pläne: Er will unendlich viele Atome vergrößern und aus diesen dann eine riesige und unschlagbare Armee zusammenstellen. (© Egmont Ehapa)

Doch der stellt schnell klar, dass das ein Missverständnis sei. Tatsächlich sei das zweite der von ihm vergrößerten Atome, Betömchen, leider bei weitem nicht so nett wie Atömchen. Da auch er Atömchens Fähigkeiten besitze und außerdem Wunderlichs Dimensionenschalter geklaut habe, könne es sein, dass er hinter den Drohungen steckt… Micky und Atömchen kehren nach Entenhausen und zu den Polizisten zurück. Kommissar Hunter und der Bürgermeister stecken gerade knietief im Schlamassel, denn wie erwartet hat sich der Erpresser mit der Million nicht zufriedengeben und fordert nun eine Milliarde! Doch Micky und Atömchen haben bereits einen Plan… Am nächsten Tag wird die Kiste mit der Milliarde wieder zum Denkmal gebracht. Und wieder verschwindet sie pünktlich auf die Minute! Sie erscheint an einem völlig anderen Ort wieder – in der vierten Dimension! Und da kommt – Kater Karlo! Zusammen mit Betömchen! Die beiden haben sich also zusammengetan! Doch bevor sie das Geld zählen, gehen sie erst einmal essen. In der Zeit schleichen Micky und Atömchen sich aus der Kiste und aus dem Zimmer. Sie erforschen den Unterschlupf und finden vor allem eines: Waffen. Mittlerweile hat Karlo das Geld gezählt. Und da ein bisschen was fehlt (das Geld aus dem Platz, den Micky und Atömchen in der Kiste eingenommen hatten), trägt er Betömchen auf, die Erde doch noch zu bestrafen und einen sehr unangenehmen Regen niedergehen zu lassen. Doch so weit lassen Micky und Atömchen es natürlich nicht kommen und zeigen sich. Und während Atömchen und Betömchen einen sehr beeindruckenden Kampf mit ihren Strahlen austragen, schafft Karlo es tatsächlich, Micky auszutricksen, ihm die Waffe zu entwenden und seinen Plan zu offenbaren: Mit Wunderlichs Maschine will er Tausende, meine Millionen Atome vergrößern, aus ihnen eine Armee aufstellen und – die Welt erobern! Keiner kann ihn mehr aufhalten.

Mittlerweile hat auch Atömchen seinen Kampf verloren. Die Welt scheint verloren. Doch genau als Karlo Micky endlich loswerden will, indem er ihn auf die Größe eines Atoms schrumpft, und dann endlich zu seinem diabolischen Plan fortschreiten will, stellt sich ihm Betömchen in den Weg. Tatsächlich ist der von Natur aus gar nicht Böse und Karlos Pläne gehen ihm nun doch zu weit. Doch Karlo kennt keine Gnade und schrumpft ihn einfach. Das war jedoch ein entscheidender Fehler. Denn zusammen mit Atömchen, der gerade wieder aus seiner Ohnmacht erwacht ist, ist Micky in der Überzahl. Und so schaffen die beiden es tatsächlich, Karlo in einem heißen Kampf dank Atömchens Strahlen und vor allem dank List zu überwältigen! Sie kehren nach Entenhausen zurück. Kater Karlo wird abgeführt und Micky verabschiedet sich von seinem neuen Freund Atömchen, der in die vierte Dimension zurückkehrt…

Bedeutung[Bearbeiten]

Micky erinnert sich an ein vergangenes Gottfredson-Abenteuer (© Egmont Ehapa)

Micky in der vierten Dimension ist die zwölfte Geschichte, in der Scarpa sowohl als Autor als auch als Zeichner fungierte und eine weitere Hommage an das Werk von Floyd Gottfredson, dem Vater der Mäuse. Es handelt sich um eine Art Fortsetzung zu Micky Maus auf der Wolkeninsel, aus der Professor Wunderlich stammt und an die Micky sich noch gut erinnern kann. Auch das Thema, die Probleme, die die fortschrittlichen Erfindungen des Professors in der nicht ganz so fortschrittlichen Erde mit sich bringen, ist ähnlich. Allerdings begnügt Scarpa sich hier bei weitem nicht darin, Gottfredson zu kopieren. Denn für diese Geschichte erfindet er Mickys Freund Atömchen, eine der wohl speziellsten Disney-Figuren überhaupt. Atömchen ist ein vergrößertes lebendiges Atom und in der Lage, Mesonen zu spucken, mit denen er die verrücktesten Sachen anstellen kann. Allerdings setzte Atömchen sich nie wirklich durch, heute wird er zwar regelmäßig, aber dennoch selten und fast nur noch von Casty verwendet.

Trivia[Bearbeiten]

  • Am Anfang der Geschichte sind klare Parallelen mit einer weiteren von Scarpas besten Geschichten, Der fliegende Schotte zu sehen. Dort beginnt die Story mit einem mysteriösen Sardinenregen.
  • Eigentlich soll Kater Karlo seit 1941 kein Holzbein mehr, sondern eine Prothese tragen. Diese Richtlinie trickste Scarpa hier aus, indem er Karlo einmal kurz die Prothese abnehmen und darunter das Holzbein zum Vorschein kommen lässt.
  • Mit Gefangen in der Dimension der Schatten (LTB Maus-Edition 5) und Der Herr der Wolken (LTB Maus-Edition 3) schrieb Casty zwei Geschichten, die sich stark auf Micky und die vierte Dimension beziehen.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]